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Filmkritik: Planet der Affen – Revolution

Film
Überblick
Item Reviewed

Planet der Affen: Revolution (Dawn of the Planet of the Apes)

Author
6. August 2014
Genre

Science Fiction

Regisseur

Matt Reeves

Jahr

2014

Länge

130 Minuten

Matt Reeves inszeniert den Untergang der Menschheit als Popcorn-Kino mit politischen Untertönen

PlanetDerAffen2_Poster_Launch_CampC_1400Kaum eine Film-Franchise ist so kompliziert wie die Planet der Affen-Reihe. Nicht nur hatte das Original eine Reihe von Sequels, die mit einem Terminator-artigen Zeitreise-Paradox gleichzeitig als Prequels funktioniert haben; Tim Burtons Quasi-Reboot hat die bisherige Chronologie über den Haufen geworfen und eine komplett neue Mythologie entwickelt. Das erstaunlich gelungene Re-Reboot Rise of the Planet of the Apes (deutsch: Prevolution) ignoriert wiederum Burtons Film und erzählt stattdessen die apokalyptische Vorgeschichte des Originals, steht aber – sonst wäre es wohl zu einfach gewesen – im Widerspruch zu dessen Sequels.

Der zweite Teil der neugebooteten Affen-Serie ersetzt Rise durch Dawn (bzw. Pre– durch Re-) und spielt zehn Jahre nach dem Vorgänger (effektiv in einer Montage zusammengefasst). Der Homo Sapiens ist größtenteils ausgestorben, und intelligente Affen haben seinen Platz eingenommen. Als eine Gruppe von Menschen aus einer nahegelegenen Siedlung bei einem Zusammenstoß versehentlich einen Affen tötet, müssen sowohl Cesar als auch der menschliche Wissenschaftler Malcolm (Jason Clarke) ihr ganzes diplomatisches Geschick einsetzen, um einen Krieg zu verhindern.

Dawn of the Planet 02Ähnlich wie der zweite und  dritte Teil (Dawn- und Day of the Dead) von George A. Romeros legendärer Untoten-Trilogie löst sich Revolution (zumindest größtenteils) von Schauplatz und Figuren des Vorgängers und funktioniert stattdessen als weiteres Kapitel in der Chronik vom Niedergang der Menschheit. Das verbindende Element ist der ehemalige Laboraffe Cesar, auch diesmal brillant verkörpert von Performance Capture-Pionier Andy Serkis.

Planet of the Apes: Revolution ist ein gut inszeniertes, spannendes und oft beklemmendes Endzeit-Drama. Bemerkenswert sind aber vor allem die digitalen Charaktere, die von Matt Reeves (Cloverfield, Let Me In) virtuos inszeniert und technisch so ausgefeilt sind dass man – anders als etwa bei James Camerons Avatar – schnell vergisst, dass es sich um Effekte handelt. Hier liegt gleichzeitig die größte Schwäche des Films: Die Affen, vor allem Toby Kebbel als der imposante „Koba“, sind so ausdrucksvoll und überzeugend, dass darunter das Zusammenspiel mit den menschlichen Darstellern leidet: Jason Clarke, Keri Russel und vor allem dem fehlbesetzten Gary Oldman fehlen im Vergleich die nötige Präsenz, um den Film zu tragen.

Erfreulicherweise sind aber, ähnlich wie zuletzt bei Godzilla, die Menschen nicht nur der uninteressanteste, sondern auch der unwichtigste Aspekt von Revolution. Interessant ist dagegen die Dynamik zwischen zwei in die Ecke gedrängten Völkern. Reeves inszeniert sein Sequel nicht nur als spannenden postapokalyptischen Thriller, das tragische Endzeit-Szenario wird außerdem zu einer stimmigen (und tagesaktuellen) Metapher für den zerbrechlichen Frieden in Krisengebieten, der konstant von beiden Seiten sabotiert wird.

In der Pressevorführung wurde die deutsche Fassung gezeigt.

US-Trailer:

 

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Cloverfield-Regisseur Matt Reeves verbindet brillantes Effektkino mit ernsten politischen Untertönen. Der Showdown hat logische Schwächen und die menschlichen Charaktere überzeugen nicht immer, aber die Stars sind die digitalen Primaten. Einer der besten Filme der Serie und einer der sehenswertesten Blockbuster des Jahres.

Pop/Kultur/Schock: Schock

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  • funky
    20. August 2014 auf 11:31

    grossartiger Film. Fand den Vorgänger schon Klasse und der hier steht dem in nichts nach. Wirklich vergleichbar sind sie nicht, da das Setting ja ein komplett anderes ist.
    In meinen Augen hat Matt Reeves genau die richtigen Töne getroffen und das ganze nicht zu einem Effektgewitter verkommen lassen. Von mir gibts dafür ne glatte 1!

    • 22. August 2014 auf 15:05

      Mir war der Sinn von Gary Oldmans Plan am Ende nicht ganz klar, aber alles in allem fand ich den Film großartig. Bin sehr gespannt auf den dritten Teil. Und auch darauf, was sich das Studio als deutschen Titel einfallen lässt. Vielleicht „Postvolution“?

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