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Filmkritik: Oblivion

Film
Überblick
Item Reviewed

Oblivion

Author
10. April 2013
Genre

Science Fiction

Regisseur

Joseph Kosinski

Besetzung

Tom Cruise, Morgan Freeman, Olga Kurylenko, Andrea Riseborough, Nikolaj Coster-Waldau, Melissa Leo, Zoë Bell

Drehbuch

Karl Gajdusek, Michael Arndt

Jahr

2013

Joseph Kosinskis zweiter Film ist gleichermaßen perfekt durchdacht wie durchgestylt 

Oblivion Poster Rechte: UPIDie Welt von Oblivion liegt in Schutt und Asche. Seit vor Jahrzehnten die „Plünderer“, eine mysteriöse außerirdische Rasse die Erde angegriffen haben, haben die meisten Überlebenden den verstrahlten Planeten verlassen, um auf dem Saturn-Mond Titan zu leben. Nur eine rotierende Besatzung von zwei Wissenschaftlern verbleibt auf dem Planeten, um Wasserkraftwerke und patroullierende Dronen zu vor weiteren Angriffen der Plünderer zu beschützen.  Zwei Wochen vor dem Ende seiner Dienstzeit macht Jack (Tom Cruise) allerdings eine Entdeckung, die alles woran er glaubt, in Frage stellt.

Die finster-dystopische Handlung, angesiedelt im Jahr 2077, ist eine stimmige Mischung aus Science Fiction-Klassikern der 60er oder 70er wie Logan’s Run, Soylent Green oder Silent Running und Folgen der Twilight Zone. Alles andere als Retro ist dagegen die Optik: Regisseur Joseph Kosinski, der schon vor Jahren die Geschichte zu Oblivion verfasst hat, verpasst den Bildern den gleichen Schliff wie seinem Debüt Tron Legacy. Besonders beeindruckend ist der visuelle Kontrast zwischen den staubigen Ruinen der alten Zivilisation und dem futuristischen Design der Forschungsstation und Dronen, irgendwo zwischen Minority Report und Wall-e.

Rechte: UPIObwohl er sich an einer Reihe verschiedenster Vorbilder bedient, sind aber sowohl Optik als auch Geschichte von Oblivion komplett aus einem Guss. Einen Teil davon trägt die stimmige Musik des französischen Elektronik-Projekts M83 bei, vor allem aber sind es Kosinskis sichere Hand und seine zielstrebige künstlerische Vision, die den Film zusammenhalten.

Neben Cruise (der noch immer die gleichen Rollen spielt wie vor zwanzig Jahren) und seinem gewohnt mühelosem Charisma, sind vor allem Andrea Riseborough und Olga Kurylenko (demnächst in Terrence Malicks To The Wonder) herausragend, die glaubhaft zwei komplett gegensätzliche Rollen verkörpern.

Oblivion 4Dass die Geschichte einen Twist hat, sieht man von weitem kommen (wer komplett ungespoilt bleiben will, sollte auch den Trailer vermeiden, der zu viel verrät). Anders als viele Genrevertreter schafft es Kosinskis Film aber, die letztendliche Auflösung trotzdem interessant und dramaturgisch befriedigend zu gestalten. Oblivion ist kein Action-Film, aber seine wenigen Action-Szenen sind nicht weniger kompromisslos und überzeugend durchgestylt als der Rest des Films.

Oblivion ist nicht nur ein ästhetischer Triumph, sondern einer der packendsten und stimmigsten Science-Fiction Filme der letzten Jahre. Regisseur Kosinski, der schon mit Tron Legacy ein beeindruckendes Debüt abgeliefert hat, spielt damit endgültig in der selben Liga wie Nachwuchsvisionäre Duncon Jones (Moon, Source Code) und Neil Blomcamp (District 9, Elysium).

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  • 11. April 2013 auf 00:18

    Oha, das hört sich ja wirklich extrem sehenswert an! Da lag ich mit meiner Prognose ja wohl gar nicht so daneben, freue mich aber umso mehr darüber, demnächst dann endlich einmal wieder einen lohnenswerten Science-Fiction-Film sehen zu können (die ja wohl viel zu selten sind!).

  • 11. April 2013 auf 11:56

    Hm, nur mal interessehalber: Oblivion ist „ein ästhetischer Triumph, einer der packendsten und stimmigsten Science-Fiction Filme der letzten Jahre“. Game of Thrones in seiner Struktur „für das Medium Fernsehen revolutionär“ und das Finale von Walking Dead in Season 3 bekommt trotz „riesiger Enttäuschung“ eine Drei. Gibt’s eigentlich auch was, das euch gar nicht gefällt? Ist nicht böse gemeint, nur mal so zur Abgrenzung…

    • 11. April 2013 auf 12:05

      Hi, Lars.

      Klar, es gibt viel was mir nicht gefällt, sehr viel sogar. Die letzten (hier besprochenen) Filme, die ich absolut gehasst habe waren z.B. Gangster Squad und G.I. Joe). Da ich auch beruflich als Journalist arbeite, schreibe ich in meiner sehr begrenzten Freizeit aber viel lieber über Dinge, die mich begeistern.

      Und was The Walking Dead angeht, das ist eine Art Hass-Liebe. Aber auch wenn die Serie oft enttäuschend ist, richtig schlecht ist sie eigentlich nie.

      Natürlich kann ich hier nicht für Desirée sprechen, aber ich bin vermutlich tatsächlich begeisterungsfähiger als viele andere Leute. Und das ist auch der einzige Grund, warum ich mich auch in meiner Freizeit stundenlang hinsetze, und genau das mache, wofür ich sonst Geld bekomme.

      • 11. April 2013 auf 12:27

        Mir geht’s eher andersrum – bin auch journalistisch tätig, und wenn ich dann in der Freizeit was erwische, was mir so gar nicht taugt, rege ich mich ob der vergeudeten Zeit meist fürchterlich auf. Vor allem was „08/15-Fix-und-fertig-wird-bestimmt-ein-Kassenlager“-Produktionen betrifft. GOT und TWD zähle ich da aber nicht dazu, keine Angst 😉 Bei Oblivion bin ich mir nicht so sicher – die SZ-Kritik von heute klingt schon sehr nach altbekannten SF-Versatzstücken, schick kombiniert.

    • 14. April 2013 auf 09:43

      Bei mir ist es ähnlich wie bei Kai, zumal ich ja oft Bücher bespreche: Wenn ich merke, dass ich mit irgendwas nicht viel anfangen kann, breche ich nach spätestens 100 Seiten ab. Einzige Ausnahme: Wenn ich aus irgendeinem Grund viel von einem Buch erwarte – zum Beispiel beim Labyrinth der Träumenden Bücher. Es gibt zu viele tolle Sachen auf der Welt, um sich mit den Ärgerlichen zu beschäftigen, finde ich. Ich bin aber tatsächlich manchmal ein bisschen zu nett, wenn es um die reine Note geht. Selbst bei meinen privaten Bewertungen – goodreads oder imdb – muss ich mich immer sehr überwinden, wenig Sterne zu geben, weil mir dann sehr oft doch noch Elemente einfallen, die gut gemacht waren. Gelobe Besserung 😉

  • 14. April 2013 auf 11:03

    Ich bin auch kein Freund von willkürlichen Verrissen und dem Versuch, jeden noch so kleinen Makel zu benennen. Allerdings finde ich, dass es im Bereich Buch und Film zur Zeit einfach viel Gefälliges gibt – beim Thema Film also solide vom Drehbuch, optisch ansprechend und gut besetzt. Trotzdem gibt es meiner Meinung nach eben einen großen Unterschied zwischen gefällig und wirklich gut. Gerade im SF-Bereich würde ich mir einfach mehr intelligente Filme wünschen. Blade Runner etwa wird für immer leben – mal gucken, wer in zwei Jahren noch von Oblivion spricht. Aber vielleicht bin ich da einfach auch schon zu sehr Meckeropa 😉

    • 14. April 2013 auf 11:17

      Habe ich noch nicht gesehen, aber so begeistert wie Kai war, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Film gefällig war, große Schauspieler oder nicht.

    • 20. April 2013 auf 10:30

      Und, hast du Oblivion inzwischen gesehen?

      Blade Runner ist ein gutes Beispiel – schließlich ist der von der Kritik seiner Zeit als „visuell interessant aber inhaltlich total hohl“ verrissen worden, also nicht so anders als das was manche über Oblivion sagen. Man kann dem Film sicher vorwerfen, dass er zum Teil Versatzstücke aus den Sci-Fi-Klassikern der letzten 40 Jahre kombiniert; andererseits ist das Resultat so stimmig und Kosinski ist so stil- und geschmackssicher, dass der Film (würde ich tippen) trotzdem in ein paar Jahren wenn nicht ein Klassiker, dann doch zumindest ein Geheimtipp ist – genau wie z.B. Cloud Atlas, den auch viele Kritiker gehasst haben.

  • 16. August 2013 auf 14:36

    So, jetzt habe ich den Streifen dann auch endlich mal gesehen. (Optisch) gut gemacht ist er, da stimme ich auf jeden Fall zu. Und auch die Darsteller(innen) agieren sehr überzeugend. Lange im Kopf bleiben wird mir die Produktion aber trotzdem nicht, was primär an der doch recht simplen Story liegt. Klar kann man in der Science Fiction das Rad nicht immer neu erfinden, aber der Film kratzt nicht einmal an irgendeiner Metaebene oder größeren Frage – was meiner Meinung nach wirklich gute SF ausmacht. Letztendlich ist Oblivion eine (gerade gegen Ende recht schnulzige) Love Story vor Endzeit-Hintergund.

    • 16. August 2013 auf 22:20

      Hmm… ja, ich hätte ihn wahrscheinlich jetzt rückblickend auch etwas strenger bewertet; aber die Optik und das Design sind so herausragend und einzigartig, dass sie meiner Meinung nach alles andere überstrahlen. Ein bisschen wie bei Blomkamps Elysium, wobei mir Oblivion dann doch etwas besser gefallen hat.

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