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Filmkritik: Metallica – Through the Never

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Filmkritik: Metallica – Through the Never

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Metallica + postapokalyptische Straßenschlachten = Through The Never

Metallica PosterMetal-Veteranen Metallica haben in den letzten Jahrzehnten für ihre zahlreichen Stilwechsel oft Prügel einstecken müssen – für den Wechsel von Oldschool Metal zu kürzeren Songs auf dem „schwarzen Album“, für den zu bodenständigerem Hardrock auf Load und Reload und auch, als sie zuletzt auf dem von Rick Rubin produzierten (und recht anständigem) Death Magnetic zu einem weiteren Opfer des „Loudness War“. In allen Phasen ihrer Karriere – da sind sich auch Fans einig, die sonst auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, waren Metallica immer eine gute Live-Band, auch wenn sich dass eher an Bühnenshow, Spielfreude und Atmosphäre festmachen lässt, als an technischer Perfektion: Gerade Schlagzeuger Lars Ulrich tut sich manchmal schwer, und auch James Hetfields Gesang und Kirk Hammets Gitarrensoli klingen nicht immer sauber.

Anders ist das bei Through the Never. Regisseur Nimród Antal (Predators) fängt gleichzeitig die Energie eines Metallica-Gigs ein, und lässt (mit etwas Studio-Magie) die Musik nahezu perfekt klingen. Dabei hilft es, dass die Setliste wie eine „best of“ Zusammenstellung funktioniert und die Alben in den Mittelpunkt stellt, mit denen Metallica Musikgeschichte geschrieben haben –  Ride the Lightning, Master of Puppets, And Justice for All und das „schwarze Album“ (auch bekannt als Metallica). Zwischen den Konzert-Sequenzen spielt sich eine Rahmenhandlung ab, in der ein Roadie (Dane DeHaan, The Place Beyond the Pines) während des Konzerts durch die Stadt fährt, die sich (warum auch immer) in eine surreale, postapokalyptische Kriegszone verwandelt. Echte Handlung sollte man nicht erwarten, aber die Szenen mit DeHaan funktionieren wie ein ausgedehnter, stylischer Videoclip, der die Stimmung der Songs aufgreift.

Metallica 02Metallica sind sehr bemüht, den Kontakt mit den Fans nach vorne zu kehren; meistens wirkt das ehrlich und authentisch, aber manchmal ist es etwas dick aufgetragen – wie etwa wenn gegen Ende des Konzerts die Bühne zusammenbricht und James Hetfield zeigt, dass er gleichzeitig sensibel und Rock’n’Roll sein kann (und dabei – gewollt oder ungewollt – eine Ansage von Slayers legendärem Live-Album Decade of Agression imitiert): Zuerst fragt er besorgt, ob es allen im Publikum gut geht und dann, Momente später, spielt die Band auf den Trümmern der Bühne weiter.

Als Konzertmitschnitt wäre Through the Never fast schon Betrug; Metallica klingen zwar live meistens gut, aber nie so gut wie im Film. Als Mischung aus Konzertfilm und Videoclip funktioniert der Film wie eine Art Metal-Version des Cirque de Soleil-Films. Die 3D-Optik ist stimmungsvoll – sowohl im Konzert als auch in der Rahmenhandlung kommt ordentlich viel Pyrotechnik zum Einsatz – und der Sound ist fantastisch. Auch wenn man kein Metallica-Fan ist, sind Through the Never neunzig mitreißende Minuten. Mit etwas weniger Selbstbeweihräucherung (die Band hat selbst am Drehbuch mitgeschrieben) und einem etwas ehrlicherem Soundtrack hätte Antals Film ein kleines Meisterwerk werden können; aber auch so ist er ein grandioser Konzertfilm einer der besten Livebands unserer Zeit.

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