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Filmkritik: John Carter

Film
Überblick
Item Reviewed

John Carter

Author
5. März 2012
Genre

Science Fiction, Literaturverfilmung

Regisseur

Andrew Stanton

Besetzung

Taylor Kitsch, Lynn Collins, Samantha Morton, Willem Dafoe, Thomas Haden Church, Mark Strong, Ciarán Hinds, Dominic West, James Purefoy, Bryan Cranston, Polly Walker, Daryl Sabara

Drehbuch

Andrew Stanton, Mark Andrews, Michael Chabon

Jahr

2012

Länge

132 Minuten


Die „Barsoom“-Geschichten von Tarzan-Autor Edgar Rice Burroughs haben inzwischen ein Jahrhundert auf dem Buckel und gelten nicht unbedingt als einer der großen Meilensteine des Science-Fiction Genres. Trotzdem sind sie immer wieder als Inspiration zitiert worden, von Autoren wie Ray Bradbury aber auch von Regisseuren wie George Lucas, James Cameron und  Andrew Stanton (Wall-e).

Stanton hat mit großem Einsatz jahrelang dafür gekämpft, seine Version von John Carter auf die Leinwand zu bringen. Mit Erfolg, denn ab dem 8.3. läuft Stantons erster nicht-Pixar Film, die Geschichte, die zahlreiche Filme wie Star Wars und Avatar inspiriert hat, in unseren Kinos.

John Carter weiß von der ersten Minute an, dass er mit diesen Filmen konkurrieren muss und beginnt mit viel Kawumm und einer schnellen Erklärung der verschiedenen Fraktionen auf dem Mars, von seinen Bewohnern „Barsoom“ genannt. In dieser Welt findet sich nach einer Verkettung von Zufällen der arglose John Carter (charismatisch, aber etwas zu glatt und jung für die Rolle: Taylor Kitsch) der schnell merkt, dass er im Mars-internen Machtkampf nicht neutral bleiben kann.

Immer wieder erinnern Versatzstücke und Design – vor allem die vierarmigen Tharks, die den Mars bewohnen – sowohl an Avatar als auch an Attack of the Clones, den berüchtigten zweiten Film von George Lucas‘ Prequel-Trilogie. Dank unverbrauchter Elemente wie dem Steampunk-inspirierten Design seiner Luftschiffe und ironischen Dialogen, unter anderem aus der Feder von Autor Michael Chabon (immerhin Pulitzer-Preisträger für Kavalier & Clay), fallen solche Vergleiche aber meistens zu Gunsten von Stantons Film aus.

Die Achillesverse von John Carter sind die digitalen Kulissen, die zwar gut aussehen, aber oft ihre Greenscreen-Wurzeln nicht verstecken können; und auch das nachträglich aufgesetzte Post-Conversion 3D tut dem Film keinen Gefallen. Schade, denn die Effekte haben durchweg hohe Qualität und vor allem die Tharks sind als Charaktere viel überzeugender als etwa James Camerons Na’vi oder George Lucas‘ digitale Schöpfungen.

Vor allem hat aber Andrew Stantons John Carter einen großen Vorteil gegenüber den meisten modernen Science-Fiction-Materialschlachten.  Die betont altmodische Geschichte verzichtet auf Technobabble oder platte Eco-Botschaften und setzt stattdessen auf Abenteuer, Charme und phantasievolle Charaktere (denen allerdings hier und da etwas mehr Tiefe gut getan hätte).

Der letzte Akt ist dramaturgisch etwas überladen; hier hätte sich der Stanton ruhig mehr Zeit lassen können. Immerhin hat der Film aber ein gut getimtes Ende, das an einen anderen Klassiker der Science-Fiction-Literatur erinnert.

Es ist nicht schwer zu sehen, warum Edgar Rice Burroughs mit seinen John Carter-Geschichten Generationen von Autoren und Regisseuren beeinflusst hat. Im naiv-charmanten Abenteur finden sich bereits unzählige Themen und Elemente, die später das Rückgrat bekannter Science-Fiction Filme geworden sind, hier aber trotzdem noch unverbraucht wirken.

Ob ein Publikum, das mit Avatar aufgewachsen ist, das allerdings zu schätzen weiß, ist eine andere Frage.

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  • 13. März 2012 auf 00:01

    Und an welchen SciFi Klassiker erinnert das Ende? ^^

    • 13. März 2012 auf 01:20

      Achtung, Spoiler:

      Die Zeitmaschine

      Wirklich schade dass John Carter an den Kinokassen so sehr floppt. Vor allem wo der im Vergleich dazu total ausgelutschte Avatar der erfolgreichste Film aller Zeiten ist.

      • 13. März 2012 auf 23:45

        Achso, Time Machine habe ich ohnehin noch nie gesehen. Das einzige, was ich bisher gesehen habe, ist die Zeitmaschine in The Big Bang Theory 😀

        • 14. März 2012 auf 12:06

          Dann kennst du ja immerhin schonmal das Gerät, um das es geht. 🙂
          Der Roman ist toll und die Verfilmung von 1960 auch.

          Das Remake von 2002 kannst du dir dafür schenken.

          • 14. März 2012 auf 23:54

            Jetzt habe ich mir John Carter doch noch angeschaut :S

          • 15. März 2012 auf 00:03

            Und? Nicht so schlecht, oder?

          • 15. März 2012 auf 00:05

            Ich finde das Ende gut, da hätte ich gerne mehr gesehen. Vergeht die Zeit auf dem Mars genauso schnell??
            Aber der Mittelteil hat mir leider gar nicht gefallen 🙁

          • 15. März 2012 auf 00:08

            Ja, im Mittelteil gab es ein paar Hänger. Das Ende fand ich auch sehr gut, aber davor ging es mir etwas zu schnell.

            Ich schätze dass auf dem Mars (Entschuldigung, Barzoom) genausoviel Zeit vergangen ist. Auch wenn Taylor Kitsch am Ende nicht wirklich 10 Jahre älter ausgesehen hat. Überhaupt fand ich ihn für die Rolle etwas zu jung und zu glattgebügelt.

            Ich hoffe, dass es noch eine Fortsetzung gibt, aber wie es im Moment aussieht, war der Film ja eher eine finanzielle Katastrophbe.

          • 15. März 2012 auf 00:12

            Im Mittelteil gab es sehr viele Hänger, aber genau nach dem Ende hätte es mich sehr interessiert, wie es weitergeht. Es sind soviele Fragen offen.
            Heiratet Deja nochmal? Oder wartet sie auf ihn?
            Was passiert mit seinem Körper? Müsste er nicht dann irgendwann komplett außerstande sein, sich zu bewegen auf der Erde.

            Potenzial sehe ich noch, aber ja, an den Kinokassen floppte er ja , was ich aber aufgrund dem Hauptteil ja auch sehr gut nachvollziehen kann.

          • 15. März 2012 auf 11:51

            Ich hätte auch sehr gerne eine Fortsetzung gesehen, aber auch so finde ich das Ende immerhin sehr gelungen. Ein passender Abschluss, aber gleichzeitig offen genug, um die Fantasie anzuregen.

            Der Mittelteil hat mich weniger gestört als dich. Aber stimmt schon, ein paar dramaturgische Probleme kann man dem Film nicht absprechen.

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