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Filmkritik: Jack Reacher

Film
Überblick
Item Reviewed

Jack Reacher

Author
3. Januar 2013
Genre

Thriller

Regisseur

Christopher McQuarrie

Besetzung

Tom Cruise, Rosamund Pike, Richard Jenkins, David Oyelowo, Werner Herzog, Jai Courtney

Drehbuch

Christopher McQuarrie

Jahr

2013

Kein Actionfilm – auch wenn der Trailer danach aussieht

Jack Reacher Poster Rechte: Getty ImagesWer Christopher McQuarries Regiedebüt, den tragisch übersehenen Mini-Klassiker The Way of the Gun (2000) gesehen hat, weiß, dass der Usual Suspects-Drehbuchautor keine Angst vor langsamem Erzähltempo hat, ohne Rücksicht auf die stark verkürzte Aufmerksamkeitsspanne des Publikums. McQuarrie lässt sich allerdings nicht nur in, sondern auch mit seinen Filmen viel Zeit: Gut 12 Jahre hat es gedauert, bis er mit Jack Reacher, sein zweites Werk als Regisseur gedreht hat.

Der dürfte den Zeitgeschmack noch weniger treffen als sein Erstling. Auch wenn Tom Cruise noch immer ein großer Name mit viel Starpower ist, fühlt sich Jack Reacher, übrigens eine Romanfigur des britischen Autors Lee Child, nicht wie aktuelles Kino an, sondern eher wie ein Thriller aus den „schmutzigen“ 70ern.

Als an einem Seeufer in Indiana fünf Menschen mit Zielfernrohr erschossen werden, verlangt der einzige – Verdächtige Barr nach Jack Reacher, einem Militärdetektiv, der vor Jahren untergetaucht ist. Tatsächlich taucht Reacher auf und übernimmt den Fall – allerdings nicht um Barr zu entlasten, sondern um dessen Schuld zu beweisen.

Zwischen Blockbuster und Autorenfilm

Jack Reacher Rechte: Getty ImagesTom Cruise ist prinzipiell keine schlechte Besetzung für Reacher, der die physischen Attribute eines Jason Bourne mit dem Verstand von Sherlock Holmes kombiniert. Cruise hat den richtigen Look, (gerade noch) das richtige Alter und ist physisch und intellektuell glaubwürdig. Leider stellen sich Autor/Regisseur McQuarrie und Cruise selbst ein Bein: Jack Reacher ist nicht als Star-Vehikel angelegt, sondern als atmosphärischer Charakterfilm, und Cruises Actionheld-Persönlichkeit überschattet zu oft das Individuelle. Überhaupt ist McQuarries Film eine nicht immer glückliche Verbindung von Mainstream und Retro-Cinema; zu behäbig und kantig für ein Mainstream-Publikum und gleichzeitig noch zu sehr in Blockbuster-Konventionen verhaftet, um Cineasten restlos glücklich zu machen.  Dabei zeigt Jack Reacher hier und da, dass er beides könnte: Vor allem in der nervenaufreibend effektiv inszenierten Anfangsszene, und dem brillant konstruierten, spektakulären Showdown, der nicht zuletzt an Way of the Gun erinnert.

 

Stylische Fassade

Jack Reacher HerzogAber trotz eines Mittelteils, der nicht die Qualität von Anfang und Ende erreicht, ist Jack Reacher absolut sehenswert. McQuarries stylische Regie und seine geschliffenen Dialoge machen Spaß und geben dem Film einen Anstrich von Programmkino,  auch wenn sich hinter der Fassade das solide, aalglatte Gerüst eines Studio-Blockbusters versteckt. Tief unter diesem Gerüst schlägt trotz allem ein Autorenfilm-Herz, und so ist Jack Reacher weit davon entfernt, ein künstlerisches Desaster à la John Woos Mission Impossible 2 zu sein.

Auf jeden Fall profitiert McQuarries Film von der Tatsache, dass neben soliden Darstellern wie Richard Jenkins und Rosamund Pike vor allem Kinoveteran Robert Duvall mit seinen mehr als 80 Jahren noch immer überzeugen kann. Und wer sich nicht freut, die deutsche Regielegende Werner Herzog als ebenso enigmatischen wie bizarren Bösewicht zu sehen (natürlich mit dickem Akzent), der hat kein Herz – oder zumindest keins das fürs Kino schlägt.

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  • 6. Januar 2013 auf 13:59

    Hab inzwischen 13 der 17 Bücher gelesen und bin sehr gespannt. Vor allem weil der Reacher im Film (Trailer) mit dem Reacher in den Büchern absolut nichts gemeinsam hat. Freue mich aber trotzdem auf den Film und bin gespannt, obs ein Franchise wird.

    • 7. Januar 2013 auf 14:19

      Tom Cruise ist falsch für die Rolle, das sehe ich auch so (was will man machen, schließlich war er auch Produzent). Der Film als Ganzes war aber für meinen Geschmack – ob er nun nah an der Vorlage ist oder nicht – erstaunlich solide.

  • funky
    27. Mai 2013 auf 08:51

    hab den film jetzt gesehen ohne mich vorher gross darüber zu informieren. bin fast aus den latschen gekippt als auf einmal werner herzog als ultrabösewicht im film auftauchte 😀

    der film hat mich positiv überrascht und war zwischendurch angenehm düster&brutal. das hätte ich von einem cruise film so nicht erwartet.
    auch mal wieder robert duvall zu sehen fand ich gut. aber gerade am ende fadn ich seine rolle ganz schön hineingeschustert. aber was solls. insgesamt ein empfehlenswerter film!

    • 27. Mai 2013 auf 10:38

      Das fand ich auch. Hast du eigentlich Christopher McQuarries Debüt Way of the Gun gesehen? Wenn nicht, kann ich den nur empfehlen. Ein gleichzeitig finsteres und witziges Gangsterdrama mit Western-Elementen, und einer der Filme, bei denen ich absolut nicht verstehen kann, warum er heute kein Genre-Klassiker ist.

      • funky
        27. Mai 2013 auf 11:44

        ne, hab ich noch nicht gesehen. steht aber seit 2000 auf meiner to watch liste 😉
        damals wurde der film in meiner erinnerung bischen gehyped, da das ja die nächste rolle von benicio del torro nach fear and loathing war. werde es beizeiten endlich mal nachholen, den film zu schauen

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