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Filmkritik: Iron Man 3

Film
Überblick
Item Reviewed

Iron Man 3

Author
28. April 2013
Genre

Comic-Film, Action, Comedy

Regisseur

Shane Black

Besetzung

Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Guy Pearce, Rebecca Hall, Jon Favreau, Ben Kingsley, James Badge Dale, Stephanie Szostak, Paul Bettany, William Sadler

Drehbuch

Drew Pearce, Shane Black

Jahr

2013

Länge

130 Minuten

Der Erfinder der Lethal Weapon-Reihe gibt den Startschuss für die zweite Welle von Marvel-Filmen

Iron Man 3 Poster Rechte: www.marvel.comFür Beziehungen ist es das verflixte siebte Jahr, in Filmserien der dritte Teil – der Moment der Krise, in dem plötzlich die Formel ernsthafte Ermüdungserscheinungen zeigt und die Sequel-Devise „größer, schneller und mehr“ auf einmal nicht mehr aufgeht. Siehe Terminator 3, Spider-Man 3, Der Pate 3, Mad Max 3, X-Men: The Last Stand und viele, viele andere. 

Die „3“ hinter dem Namen ist aber nicht das einzige Handycap für Iron Man 3. Dazu kommen die unerfüllbaren Erwartungen, denn die Messlatte ist nach Joss Whedons The Avengers so hoch wie bei bisher keiner Comicverfilmung. Und während sich Captain America: The Winter Soldier und Thor: The Dark World (Deutsch: The Dark Kingdom) noch schüchtern um den Beckenrand schleichen, muss Iron Man als erstes ins kalte Wasser springen. Wie also haben Marvel vermieden, dass die mit Spannung erwartete „Phase Two“ ihres Filmuniversums (das übrigens weder Spider-Man noch die X-Men beinhaltet – deren Rechte besitzen andere Studios) mit einem Flop beginnt? Antwort: Shane Black.

Black hat nicht nur als Drehbuchautor den kompletten Lebenszyklus des Buddy-Cop-Movies begleitet (erfunden mit Lethal Weapon (1987), variiert mit The Last Boyscout (1991) und schließlich zu Grabe getragen mit Last Action Hero (1993)), er hat mit seinem Regiedebüt Kiss Kiss Bang Bang (2005) auch das eindrucksvolle Comeback von Robert Downey Jr. herbeigeführt. Ohne Kiss Kiss Bang Bang wäre RDJ nicht Iron Man geworden, und ohne ihn gäbe es vermutlich kein Sequel, keine Avengers und infolge dessen keine „Marvel Phase Two“. Da also ohne Shane Black Iron Man 3 nicht existieren würde, war es konsequent, ihn mit Drehbuch und Regie zu beauftragen.

Rechte: www.marvel.comDer Film beginnt mit Tony Stark in der Krise. Nach seiner Nahtod-Erfahrung in The Avengers hat er Probleme, sich wieder in seinen Alltag einzufinden. Er kann nicht schlafen, und um Pepper (Gwyneth Paltrow) aus dem Weg zu gehen, verschanzt er sich Tag und Nacht in seinem Labor und bastelt an neuen Iron Man-Rüstungen. Als allerdings der mysteriöse „Mandarin“ mit einer Serie von Bombenanattentaten Amerika terrorisiert, beschließt Tony Stark, ihm den Krieg zu erklären.

Iron Man 3 fängt erfolgreich den Zeitgeist ein, vor allem die Terror-Paranoia der vergangenen Dekade; insamt ist Tony Starks Welt deutlich weniger bunt und optimistisch als noch in den letzten paar Marvel-Filmen, ohne sich dabei auf finsteres Christopher Nolan-Batman-Territorium zu begeben. Shane Blacks Handschrift ist unverkennbar, von der ersten Szene, einem Flashback mit Robert Downey Jr.-Voiceover (à la Kiss Kiss Bang Bang), über die cleveren Dialoge bis hin zu den offensichtlichen Buddy-Movie-Versatzstücken im letzten Akt.

Rechte: www.marvel.comEs heißt, die Arbeit des Regisseurs ist mit der Wahl der richtigen Schauspieler schon zur Hälfte getan, und in dieser Hinsicht macht Iron Man 3 so gut wie alles richtig. Abgesehen von (der für ihre Rolle viel zu jungen) Rebecca Hall ist die Besetzung eine Reihe von Glücksgriffen. James Badge Dale, Guy Pearce und „Mandarin“ Ben Kingsley sind charismatische Antagonisten, und den Präsidenten und Vizepräsidenten der USA mit William Sadler (Stirb Langsam 2) und Miguel Ferrer (Robocop), zwei ikonischen „Bad Guys“ der 80er zu besetzten, ist ein kleiner Geniestreich.

Was Iron Man 3 von der Qualität der Avengers trennt, sind strukturelle Probleme und gelegentliche Inkonsistenz. Der zweite Akt macht Tony Stark zwar geschickt verwundbar, indem er ihn von seiner Iron Man-Rüstung trennt, trotzdem büßt die Geschichte gerade in der Mitte viel von ihrem narrativen Antrieb ein. Das zweite Problem sind die Bösewichte, deren Fähigkeiten stark fluktuieren und keiner ersichtlichen Logik folgen – außer der, sie genau so stark und unverwundbar zu machen, wie es das Drehbuch gerade von ihnen erfordert.

Auch die Action ist nicht immer überzeugend. Die spektakuläre Zerstörung von Tony Starks Haus am Anfang des Films ist aufregend und effektiv inszeniert; der ausgedehnte Showdown ist dagegen eher unbefriedigend; zwar kommen viele Elemente ins Spiel, die der Film sorgfältig vorbereitet, aber die Szene ist zu gestreckt und zerfasert, um wirklich spannend zu sein.

Rechte: www.marvel.comDie wirklich packenden Aspekte der Geschichte – Tony Starks Selbstzweifel und die zerrüttete Beziehung mit Pepper Potts – rücken im Laufe des Films zunehmend in den Hintergrund und machen Platz für eine konventionellere Superhelden-Geschichte. Immerhin ist der Film aber auch in seinen schwächeren Momenten nie wirklich schlecht: Wenn man bedenkt, dass Shane Black vor Iron Man 3 noch nie eine große, aufwändige Actionszene inszeniert hat (und auch überhaupt nur einen Film!), sieht das Ergebnis erstaunlich routiniert und geschliffen aus.

Blacks Stärke liegt außerdem in den kleinen Momenten zwischen großen Szenen, in denen er Klischees umschifft und unterwandert, und davon gibt es in Iron Man 3 einige: Zum Beispiel Dialoge zwischen Tony Stark und einem hilfreichen Kind oder das anders-als-erwartete Zusammentreffen mit dem enigmatischen Mandarin.

Iron Man 3 muss sich auf keinen Fall hinter den Marvel-Filmen aus „Phase One“ verstecken; er ist nicht weniger stimmig als Thor und Captain America und ist vor allem runder als Iron Man 2. Die Story ist gut konstruiert, die Dialoge sind witzig und die Action immer routiniert und oft inspiriert. Das Problem ist nicht, was der Film ist, sondern was er nicht ist: Shane Black hat als Regisseur und vor allem als Autor einen einzigartigen Stil, und die wird in Iron Man 3 immer wieder von langen, konventionellen Actionszenen überlagert. Während Joss Whedon es in den Avengers geschafft hat, Action und Drama perfekt zu verbinden ohne dabei seine Handschrift einzubüßen, schafft Black das nicht so recht; in Iron Man 3 macht das Drama so lange Pause, bis sich Rauch der Explosionen verzogen hat.

Aber auch ohne ein zweiter Avengers oder ein „Superhelden-Kiss Kiss Bang Bang“ oder so finster wie der Trailer glauben macht zu sein, ist Iron Man 3 ein konsequentes nächstes Kapitel der Geschichte Tony Starks, ein unterhaltsamer Blockbuster voll kreativer Einfälle und vor allem ein gelungener Auftakt für Marvels „Phase Two“.

 

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"Kiss Kiss, Bang Bang" Regisseur und Lethal Weapon-Autor Shane Black haucht Tony Stark nach dem missratenen Iron Man 2 mit auf Hochglanz polierten Dialogen und witzigen Einfällen neues Leben ein. Nur der letzte Akt ist enttäuschend.

Pop/Kultur/Schock: POP

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