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Filmkritik: Evil Dead (2013)

Film
Überblick
Item Reviewed

Evil Dead

Author
10. Mai 2013
Genre

Horror

Regisseur

Fede Alvarez

Besetzung

Jane Levy, Shiloh Fernandez, Lou Taylor Pucci, Jessica Lucas, Elizabeth Blackmore, Phoenix Connolly

Drehbuch

Fede Alvarez, Rodo Sayagues

Kommt aus

USA

Jahr

2013

Neuauflage von Sam Raimis Horrorklassiker als stylische, blutgetränkte Achterbahnfahrt

Evil Dead Poster. Rechte: SonyDer Horror der 70er und 80er feiert zur Zeit ein großes Comeback. Nach Remakes von Filmen wie A Nightmare on Elm Street, Last House on the Left, I Spit on your Grave und The Hills Have Eyes hat Alexandre Ajas Maniac vor ein paar Monaten bewiesen, dass auch die Neuverfilmung eines echten Klassikers besser sein kann als das Original.

Eine hohe Messlatte für Fede Alvarez‘ Evil Dead, eine Mischung aus Remake und Reboot des berüchtigten (in Deutschland nach wie vor beschlagnamten) Sam Raimi-Klassikers Tanz der Teufel (The Evil Dead), zu dem es mit Tanz der Teufel 2 und Armee der Finsternis zwei grundverschiedene Fortsetzungen gibt. Das Vorbild von Evil Dead (ohne „The“) eindeutig der finstere erste Teil der Trilogie und nicht die zwei zunehmend Slapstick-artigen Sequels. Es gibt zwar ab und zu was zu lachen, aber der Grund ist diesmal vor allem ungläubiges Staunen. Evil Dead ist keine Komödie.

„We’re Gonna Get You…“

Rechte: SonyRegie führt der gebürtigeUruguayer Fede Alvarez, der vor ein paar Jahren durch den cleveren Youtube-Kurzfilm Panic Attack! (Ataque de Pánico!) auf sich aufmerksam gemacht hat. Alvarez verbeugt sich zwar oft und gerne vor Raimis Trilogie, aber seine Sepia-gefärbte Schlachtplatte hat auf den ersten Blick mehr mit französischen Horrorfilmen wie Frontiers und High Tension zu tun als mit Raimis Low Budget-Amateurfilm und der amerikanischen Horror-Tradition im allgemeinen. Wer den Trailer – der alleine fast schon blutiger als so mancher indizierter Film – gesehen hat kann sich in etwa denken, was ihm bevorsteht.

Evil Dead beginnt mit einem Ritual, an dessen Ende ein Vater seine eigene Tochter bei lebendigem Leibe verbrennt. Diese blutige Anfangsszene, die den Ton des Films vorgibt, ist scheinbar losgelöst von der eigentlichen Handlung: Fünf Jugendliche beschließen, das Wochenende in einer einsamen Hütte im Wald zu verbringen. Die junge Mia (Jane Levy) will vom Heroin loszukommen, und ihr Bruder und eine Handvoll Freunde wollen sie dabei unterstützen – um jeden Preis. Als allerdings einer von ihnen aus einem geheimnisvollen alten Buch liest, erwacht (wieder einmal) das Böse in den Wäldern.

Ataque de Pánico! – Fede Alvarez‘ Kurzfilm:

„Chop the Motherfucker“

Rechte: SonyWenn das Filmblut wie aus Feuerhydranten spritzt und Körperteile durch die Luft fliegen wie Gurkenscheiben in der Küche von Alfons Schubeck, dann geht das sehr oft mit drittklassigen Schauspielern und den Production Values eines Amateurpornos einher. Nicht so bei Evil Dead; die Besetzung, abgeführt von TV-Star Jane Levy (Suburgatory), und die von Diablo Cody (Juno) polierten Dialoge sind grundsolide und die Alvarez‘ durchgestylte, desaturierte Bilder wirken nie billig.

Viele Elemente kommen direkt aus dem ersten Evil Dead: der kriechende Nebel, die „Wald-Kamera“ (von den Machern gerne als „roaming entity“ bezeichnet) und die berüchtigte (wenn auch wie im Original nicht sehr explizite) Vergewaltgung durch ein Gestrüpp. Aber nicht alles ist recycelt: Die Hütte im Wald sieht anders aus, die besessenen „Deadites“ haben einen neuen Look, und die aktuelle Ausgabe des „Buches der Toten“ hat nicht nur einen schicken neuen Umschlag, sie enthält jetzt auch nützliche Hinweise zur Dämonenbeseitigung wie „chop the motherfucker“.

Handgemachter Horror

Rechte: SonyWas Evil Dead aber vor allen Dingen vom Gros der modernen Genrevertreter unterscheidet, ist Alvarez‘ konsequente Weigerung, digitale Effekte zu benutzen. Mitlerweile ist digitales Blut zum Standard geworden, so dass der handgemachte Splatter in Evil Dead ungewohnt und schockierend effektiv ist. Trotzdem ist Evil Dead aber kein intensiv-bedrückendes Kinoerlebnis wie die französichen Horrorfilme der letzten Jahre, nach denen er aussieht. Alvarez inszeniert die Geschichte als rasantes Geisterhaus, als Fun-Splatter, der nur selten echte Angst erzeugt.

Unklar, und vielleicht absichtlich offen gelassen, ist die Verbindung zu den anderen Filmen der Serie. Sam Raimi, Rob Tapert und Bruce Campbell, das Trio hinter dem Original, haben am Film als Produzenten mitgearbeitet, und man könnte die Geschichte – auch wenn Ash (Campbell), die Hauptfigur der Trilogie, darin nicht vorkommt – durchaus als eine Art Sequel interpretieren.

Auf jeden Fall ist Alvarez‘ Erstling pures Popcornkino, ein extrem blutiger Verwandter von Cabin in the Woods ohne dessen Meta-Ebene, und ein würdiger Teil des Evil Dead-Kanons.

Fans von Raimis Trilogie sollten übrigens auf jeden Fall das Ende des Abspanns abwarten.

Red Band US-Trailer:

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  • 10. Mai 2013 auf 12:51

    Gott, das Original habe ich vor vielen Jahren im Berliner Zoo Palast gesehen. Neben dem Exorzisten wirklich das nackte Grauen.

  • queenofnerds
    10. Mai 2013 auf 19:37

    Auf den bin ich schon so gespannt!!

    • 10. Mai 2013 auf 22:39

      Ich bin gespannt, wie der hier ankommt. Der Film ist deutlich blutiger als so ziemlich jeder Mainstream-Film der je in Deutschland im Kino gelaufen ist (und auch VIEL krasser als der alte Tanz der Teufel). Gar nicht wenig Leute sind nach ein paar Minuten rausgegangen.

      • 15. Mai 2013 auf 01:10

        Also ich war in ner Preview und bei mir ist keiner rausgegangen :D Aber der Film ist schon recht eklig, das hat ja nicht nur mit der extremen Menge an Blut zu tun. Sicher nichts für seichte Gemüter aber ich fand ihn sehr unterhaltsam.

  • Thomas
    24. Mai 2013 auf 20:43

    Also ich fand den Film in Ordnung.. stimme Kai zu.. wirkliche Angst erzeugt er selten, jedoch bleibt man doch ganze Zeit recht (an-)gespannt, sodass meine Sitznachbarn ihren Jumbo-Popcorn-Eimer den ganzen Film über nicht mehr angefasst haben…:D von daher nur bedingt “Popcornkino” :D

    • 25. Mai 2013 auf 10:11

      Awww…schade ums Popcorn!
      Ich geb aber zu, ich hätte mir aber auch nicht bei allen Szenen des Films etwas in den Mund stecken wollen :)

  • 11. Juli 2013 auf 22:52

    Hihi – bei mir ist’s genau andersherum: Ich hab’ meine Leser darauf hingewiesen, dass das Abwarten des Abspanns nicht erforderlich ist, weil’s die Szene nicht lohnt.

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