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Filmkritik: Ender’s Game

Film
Überblick
Item Reviewed

Ender's Game - Das große Spiel

Author
23. Oktober 2013
Originaltitel

Ender's Game

Genre

Science Fiction, Young Adult

Regisseur

Gavin Hood

Besetzung

Asa Butterfield, Harrison Ford, Hailee Steinfeld, Abigail Breslin, Ben Kingsley, Viola Davis

Drehbuch

Gavin Hood

Jahr

2013

Gavin Hoods missglückte Adaption des Sci-Fi-Bestsellers lässt namhafte Stars aussehen wie Laiendarsteller

Enders Game Poster Sci-Fi-Autor Orson Scott Card, aus dessen Feder die Ender-Serie stammt, hat in den letzten Jahren weniger durch seine Bücher Schlagzeilen gemacht, sondern durch seine kontroversen Aussagen über Homosexuelle (mag er nicht) und deren Recht zu heiraten (ist er gegen). Daher ist es kein Wunder dass Card, der an der Verfilmung seines Romans als Produzent beteiligt war, bei der Werbeoffensive für Ender’s Game bescheiden im Hintergrund bleibt. Oder wie es im Zauberer von Oz heißt: Pay no attention to the man behind the curtain!

Ob das der Adaption von Tsotsi-Regisseur Gavin Hood hilft, ist eine andere Frage. Immerhin hat der es geschafft, die Welt von Ender Wiggins gut aussehen zu lassen und mit einer hochkarätigen Besetzung zu bevölkern: Harrison Ford, Viola Davis, Ben Kingsley, Hailee Steinfeld (True Grit), Abigail „Little Miss Sunshine“ Breslin und Asa Butterfield (Hugo) als Ender.

Die Handlung hält sich vergleichgsweise eng an die Buchvorlage: Jahrzehnte nach einem Angriff der insektoiden Formics bildet eine Militärakademie Kinder zu Elitesoldaten aus, um auf den nächsten Ernstfall vorbereitet zu sein. Einer von ihnen ist der hochbegabte junge Ender, der mit seinen unkonventionellen Ideen und Strategien schnell den Respekt seiner Mitstreiter gewinnt.

Enders Game 01Leider ist das Drehbuch (ebenfalls von Hood) eine Ansammlung von Klischees; die Expositions-überladenen Dialoge klingen oft wie vorgelesene Glückskekse, und die lieblose Synchronisation hilft auch nicht. So sehr sich die Schauspieler auch bemühen, es entstehen keine runden, glaubhaften Charaktere. Noch ärgerlicher ist allerdings das Ende, das die größte Schwäche des Romans nicht noch verstärkt, indem es brisante philosophische, politische und ethische Fragen aufwirft, nur um sie dann in einer kurzen Montage aus schönen Bildern, bedeutungsschwerer Musik und einem pathetischen Voiceover (sowie der Aussicht auf das optimistisch herbeigewünschte Sequel) abzuhandeln.

In den richtigen Händen hätte Ender’s Game das Potential gehabt, eine Art Young Adult-Version von Paul Verhoevens satirischem Meisterwerk Starship Troopers zu werden. Statt dessen ist der Film ein hohles Effektspektakel mit verschwendeter Besetzung, dessen unreflektierter Militär-Fetisch dem gut gemeinten, aber lieblos abgehandelten Ende volkommen den Wind aus den Segeln nimmt. Immerhin kann man dem Film, anders als dem Autor der Buchvorlage, nicht vorwerfen homophob zu sein. Sehenswert macht ihn das nicht.

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  • 23. Oktober 2013 auf 18:30

    Gefällt mir, die Rezension. Und den Film hake ich damit endgültig ab. 😉

  • 24. Oktober 2013 auf 11:30

    Hehe, „Dialoge wir vorgelesene Glückskekse“, sehr schön. Das Buch steht schon lange in meinem Schrank und harrt als SF-Klassiker dem Lesebeginn. Wobei mir Mililtary-SF einfach am wenigsten liegt, da schaffe ich – Klassiker hin oder her – jedes Jahr höchstens eins…

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