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Filmkritik: Django Unchained

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Filmkritik: Django Unchained

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Tarantino auf den Spuren von Mel Brooks und Sergio Corbucci

Django Poster Rechte: SonyDjango Unchained ist Quentin Tarantinos Ausflug ins Western-Genre (das er in Kill Bill Vol 2 gestreift hat) und ein Film mit zahlreichen Déja-vus. Nicht nur zieht sich die inzwischen oft kopierte Handschrift des Regisseurs durch den ganzen Film, viele Elemente sind außerdem direkte Anspielungen auf italienische Western wie Sergio Corbuccis Django (dessen Star Franco Nero den Film mit einem kurzen Auftritt ehrt).

Nachdem Kopfgeldjäger Dr. King Schulz (Christoph Waltz) den Skaven Django (Jamie Foxx) befreit und zu seinem Partner macht, schließen die beiden einen Pakt: Django hilft Schulz, gesuchte Verbrecher zu fassen, die nur er identifizieren kann. Im Austausch hilft ihm Schulz dabei, seine Frau Broomhilda zu finden und aus den Fängen des Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) zu befreien.

2012: Kinojahr der Politik

Wenn es im (US-)Kinojahr 2012 ein immer wiederkehrendes Thema gab, war es Politik: Neben eskapistischen Ausflügen wie dem Hobbit, den Avengers oder Life of Pi haben vor allem Filme wie Argo, Lincoln, Zero Dark Thirty und eben Django Unchained Wellen geschlagen, also Geschichten mit politischem Bezug, ob aktuell oder historisch.

Django Rechte: SonySowohl bei Tarantino als auch bei Spielberg geht es um Sklaverei, eines der schwärzesten Kapitel in Amerikas Vergangenheit. Unterschiedlicher könnten ihre beiden Filme allerdings nicht sein: Lincoln ist eine akribische Chronik des legislativen Prozesses, der zum Ende der Sklaverei in Amerika geführt hat; Django Unchained hält sich dagegen nicht mit Gesetzesentwürfen oder Debatten auf; Tarantinos Film ist eine blutgetränkte, kompromisslose Rachefantasie.

Dabei ist sein Umgang mit Sklaverei und Rassismus direkt, provokant und nicht jedermanns Sache (man denke an die Reaktion von Spike Lee, dessen Do The Right Thing einer der bemerkenswertesten Filme zum Thema Rassismus ist). Ähnlich wie den Tod von Hitler in Inglorious Basterds inszeniert Tarantino den Showdown von Django Unchained als revisionistische, (extrem) blutige und kathartische Abrechnung mit Sklavenhaltern und dem menschenverachtenden System, das Sklaverei legitimiert hat.

Spektakulär besetzt

Mit der Besetzung von Jamie Foxx als zunehmend selbstbewussten Ex-Sklaven beweist Tarantino – wie eigentlich immer– eine sichere Hand. Die Stars des Films sind aber DiCaprio, Waltz (Oscar-nominiert) und Samuel L. Jackson in der wohl komplexesten Rolle des Films: Als Sklave Stephen, der den Rassismus seines Herrn verinnerlicht hat und in einer Art symbiotischer Beziehung zu ihm steht.

Django Rechte: SonySchauspielerischer Tiefpunkt ist dagegen ein Part, den Tarantino selbst spielt. Neben der hochkarätigen Besetzung sieht er geradezu amateurhaft aus und hebt seinen eigenen Film für kurze Zeit aus den Angeln.

Lang, aber nie langweilig

Hier und da hätte auch ein wenig Straffen nicht geschadet; Django Unchained ist ein langer Film und fühlt sich auch so an. Vielleicht ist der Tod von Tarantinos langjähriger Editorin Sally Menke ein Grund dafür, dass Django ein etwas weniger flüssiges Erzähltempo hat als Tarantinos frühere Filme. Vielleicht ist es auch einfach eine Frage des Kontexts: Verglichen mit dem meditativem Erzähltempo der klassischen Western von etwa Sergio Leone ist Django Unchained geradezu eine Achterbahnfahrt. Außerdem sorgen die Dialog-Feuerwerke und skurrilen Einfälle dafür, dass er nie langweilig wird. Tarantino schreckt zwar nicht vor Blutfontänen à la Kill Bill zurück, deutlich unangenehmer ist aber die realistische Misshandlung von Sklaven und die exzessive Verwendung des „N-Wortes“, das auch beim hundertsten Mal nicht an Wirkung verliert. An der Oberfläche ist Django Unchained eine nostalgische Western-Hommage. Wie Mel Brooks vor ihm (mit Blazing Saddles) benutzt Tarantino aber das so oft von weißen Männern dominierte Format, und spricht das Thema Rassismus auf eine Art an, die weh tut.

US-Trailer:
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