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Filmkritik: Die Qual der Wahl

Film
Überblick
Item Reviewed

Die Qual der Wahl

Author
7. Oktober 2012
Originaltitel

The Campaign

Genre

Comedy, Politsatire

Regisseur

Jay Roach

Besetzung

Zach Galifianakis, Will Ferrell, Jason Sudeikis, Dylan McDermott, Katherine LaNasa, Sarah Baker, John Lithgow, Dan Aykroyd, Brian Cox

Drehbuch

Chris Henchy, Shawn Harwell

Kommt aus

USA

Jahr

2012


Jays Roachs Politkomödie macht Spaß, ist aber als Satire zu nett

Etwa in der Mitte von The Campaign, deutsch Die Qual der Wahl, setzen sich die zwei erbitterten Rivalen gemeinsam an einen Tisch. Dieser „Waffenstillstand“, ein ruhiger Moment inmitten einer politischen Schlammschlacht, erinnert nicht zufällig an die Diner-Szene in Heat, in der Leinwand-Giganten Robert deNiro und Al Pacino zum ersten Mal aufeinandertreffen: Mit Will Ferrell (Anchorman) und Zach Galifianakis (The Hangover) hat Regisseur Jay Roach ein Comedy-Gipfeltreffen inszeniert.

Die beiden treten in einem kleinen Bezirk in North Carolina gegeneinander an, Cam Brady (Ferrell) als Demokrat und Marty Huggins (Galifianakis) für die Republikaner. Hinter Huggins‘ Kandidatur stehen allerdings zwei einflußreiche Geschäftsleute, die die Chance wittern, den bis dahin konkurrenzlosen Amtsinhaber Brady auszuhebeln und den Bezirk in einen Sweatshop nach chinesischem Vorbild zu verwandeln.

Anklänge an Capra und Landis

Regisseur Jay Roach, frisch mit einem Emmy für seinen Sarah Palin-Film Game Change ausgezeichnet, arbeitet in zwei verschiedenen Modi: Fürs Kino dreht er Low-Brow Komödien wie die Austin Powers-Trilogie und die Meet the … (Meine Braut/Frau,… zahlreiche anderen Personen… und ich)-Reihe. Gleichzeitig dreht er für den Bezahlsender HBO hochkarätig besetzte, ambitionierte Politdramen wie Recount und den oben erwähnten Game Change. Die Qual der Wahl ist eine Fusion aus beiden Genres, eine Politsatire mit Frank Capra-esken Zügen, die sich in einer Low Brow-Komödie versteckt.

Polit-Profi Cam Brady…

Kandidat Brady (der sich augenscheinlich Dekorationstipps von Gaston aus Disneys Schöne und das Biest geholt hat: Geweihe an jeder Wand), wird von Galifianakis mit überzogener aber trotzdem überzeugender Naivität gespielt. Neben zahlreichen Verbeugungen vor Frank Capras Mr. Smith geht nach Washington verweist die Besetzung von Dan Akroyd auf John Landis‘ Klassenkampf-Komödie Die Glücksritter (Trading Places, 1983). Dort wird Akroyds Charakter zum unwissenden Spielball zweier skrupelloser Geschäftsleute; in Roachs Film spielen er und John Lithgow dagegen die zwei reichen Brüder, die hinter den Kulissen die Fäden in der Hand halten (angelehnt an die mächtigen Koch Brothers).

Während sich gerade im Ende von Roachs Film die idealistische und vor allem humanistische Seite von Frank Capras Fabeln wiederspiegelt, geizt Die Qual der Wahl nicht mit absurden Ideen und Gags die (mal mehr, mal weniger treffsicher) unter die Gürtellinie hauen. Das Pièce-de-Resistance ist die aus dem Trailer bekannte Szene, in der Brady ein Baby ins Gesicht schlägt („Baby Punch-Gate“), aber sehr witzig ist unter anderem auch eine ausgedehnte, unkommentierte „Wardrobe-Malfunction“. Ferrell und Galifianakis beide in Hochform und was Gags angeht, ist der Film keine Enttäuschung.

…gegen Newcomer Marty Huggins

Zwischen Politsatire und Low-Brow-Kracher

Dass Die Qual der Wahl trotzdem weder Anchorman noch The Hangover das Wasser reichen kann und gleichzeitig nie die Qualität von Capras besten Filmen oder den satirischen Biss von Wag The Dog erreicht, liegt unter anderem an einem Drehbuch, dem im letzten Drittel die Puste ausgeht.

Das größte Problem von Jay Roachs Film ist aber, dass er es allen recht machen will. Die Seitenhiebe auf elektronische Wahlmanipulation, die oben genannten Koch Brothers und leicht durchschaubare Schlüsselreize von Wählern treffen zwar ins Schwarze, sind aber so nett verpackt, dass sie niemanden vor den Kopf stoßen; Comedy und Satire entwaffnen sich gegenseitig. Hätten Roach und seine Autoren sich klarer für eins entschieden, hätte ein deutlich besserer Film daraus werden können.

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