Paste your Google Webmaster Tools verification code here

Filmkritik: Die Piraten!

Film
Überblick
Item Reviewed

Die Piraten! Ein Haufen Merkwürdiger Typen

Author
22. März 2012
Originaltitel

The Pirates! Band of Misfits

Genre

Animation, Komödie

Regisseur

Peter Lord, Jeff Newitt

Besetzung

Hugh Grant, Martin Freeman, Imelda Staunton, David Tennant, Jeremy Piven, Salma Hayek, Lenny Henry, Brian Blessed, Russell Tovey/Anton Yelchin, Brendan Gleeson

Drehbuch

Gideon Defoe

Kommt aus

England, USA

Jahr

2012

Länge

88 Minuten


Nach einer Reihe von CGI-Filmen wie Flushed Away und zuletzt dem starbesetzten Arthur Christmas hat sich das britische Animation-Studio Aardman wieder auf ihre Knetgummi-Wurzeln besonnen und seinen ersten Claymation-Film seit Curse of the Were-Rabbit gedreht. Regie führt Peter Lord, zum ersten Mal ohne Beteiligung seines langjährigen Weggefährten und Aardman-Mitgründers Nick Park, der parallel an einem eigenen Film arbeitet.

Der Piratenkapitän (Besetzungs-Geniestreich im Original: Hugh Grant), der sich „Der Piratenkapitän“ nennt und seine Crew (unter anderem „Hobbit“ Martin Freeman und Brendan Gleeson) sind in Piratenkreisen nicht gerade hoch angesehen. Kein Wunder: Mit dem Plündern klappt es nicht so recht und daher ist der einsame Höhepunkt im Alltag der Crew der wöchentliche Schinken-Tag.

Ein Hoffnungsschimmer ist die „Pirat des Jahres“-Trophäe, die sich der Piratenkapitän dieses Jahr um jeden Preis sichern will. Nachdem er das Schiff von Charles Darwin (Ex-Doctor Who David Tennant) kapert, fasst er den Plan, in London an einem Wissenschafts-Wettbewerb teilzunehmen, um sich durch den Erfolg auch die begehrte Piratentrophäe zu sichern. Königin Victoria hat sich derweil den Tod aller Piraten auf die Fahnen geschrieben und zu sagen dass Piraten in London nicht willkommen sind, wäre ein grobes Understatement.

Die Piraten!, eine Verfilmung der The Pirates!-Buchreihe von Gideon Defoe, ist eine Variation der Underdog–Story, die schon unzählige Filme erzählt haben – ob mit Rocky Balboa oder abgehalfterten Musikern, die einen Bandwettbewerb gewinnen wollen. Regisseur Lord leiht sich (und parodiert) für seine Version großzügig Elemente aus der Pirates of the Caribbean-Reihe und Peter Weirs Master and Commander. Auch wenn die Animation diesmal in ungewohntem Ausmaß computerunterstützt ist , bleibt der handgemachte Aardman-Charme größtenteils intakt.

Die Balance zwischen Story, Charakteren und Humor gerät manchmal in Schieflage zugunsten der absurden Gags– Die Piraten ist ohne Frage der Film mit der höchsten Lacher-pro-Minute-Ratio in Aardmans Geschichte – aber in Dialogen, Animation und vor allem den unendlich detaillierten Miniatur-Sets steckt so viel Liebe zum Detail, dass der Film nie zum einfachen Witzfeuerwerk verkommt. Außerdem werden zwar einige Ideen, wie ein Affen-Butler, der durch Schilder kommuniziert, etwas überstrapaziert, aber erstaunlich wenige der Gags sind komplette Blindgänger.

Die Piraten! (der etwas unglückliche komplette Titel lautet Die Piraten! Ein Haufen merkwürdiger Typen) erreicht nicht die Perfektion von Aardmans Meisterwerk, dem Kurzfilm Wallace & Gromit: The Wrong Trousers und dessen unvergesslichem Modelleisenbahn-Showdown, aber ein würdiger Nachfolger zu Chicken Run und Were-Rabbit ist er allemal geworden. Das 3D, erfreulicherweise keine nachträglich aufgesetzte Konvertierung,  lässt zwar die ohnehin etwas abgehackte Stop-Motion-Animation manchmal ruckelig erscheinen; dafür setzt es mehr auf Bildtiefe als auf Effekte die aus der Leinwand herausragen, so dass man sprichwörtlich in Aardmans Claymation-Spielkiste hinein guckt und so die Figuren noch lebendiger erscheinen.

Im Abspann fährt die Kamera eine scheinbar endlos lange Wand mit Requisiten aus dem Film hinab, und setzt dem Zuschauer viele Gags, auf die die Macher zu Recht stolz sind, ein zweites Mal vor. Da einige dieser Details im Film nur Sekundenbruchteile zu sehen sind, ist man für einen zweiten Blick dankbar. Und selbst wenn dieser recycelten Parade ein Hauch von Selbstbeweihräucherung mitschwingt– Aardman haben es sich verdient.

Original-Trailer:

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Unterm Strich

Pop/Kultur/Schock: POP

Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
0%
0%
0%
0%
kommentieren
Antworten

Antwoten

Total

}