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Filmkritik: Die Fantastische Welt von Oz

Film
Überblick
Genre

Märchenfilm, Comedy

Regisseur

Sam Raimi

Besetzung

James Franco, Mila Kunis, Rachel Weisz, Michelle Williams, Zach Braff, Bill Cobbs, Joey King, Bruce Campbell, Ted Raimi

Drehbuch

Mitchell Kapner, David Lindsay-Abaire

Spielt in

Oz

Kommt aus

USA

Jahr

2013

Wicked, Schmicked… Sam Raimis Film ist das bessere Oz-Prequel

OZ PosterDas Sequel (bzw. Prequel) zu einem mehr als 70 Jahre alten Film zu drehen ist schwer genug, an ein seit Generationen abgöttisch verehrtes Meisterwerk wie die Verfilmung von Frank L. Baums Roman anzuknüpfen ist dagegen so gut wie unmöglich. Der Zauberer von Oz (1939) ist mehr als ein Meilenstein der Filmgeschichte; er hat, vor allem in Amerika, Einzug ins kollektive Bewusstsein gehalten wie wohl kein anderer Film. Jedes Kind kennt und zitiert „We’re not in Kansas anymore“, „Pay no attention to the man behind the curtain“, “Follow the yellow brick road” und „There’s no place like home“, vom Song „Over the Rainbow“ ganz zu schweigen.

Eine heilige Kuh ist The Wizard of Oz trotzdem nicht; zuletzt hat sich das Broadway-Musical Wicked (eine Adaption des Romans von 1995, demnächst verfilmt von Stephen Daldry) an einer Vorgesschichte versucht, die aus der Perspektive der Hexe (die hier „Elphaba“ heißt) erzählt ist. Die Handlung ist zum Teil abstrus und gestelzt, aber Wicked hat eine beeindruckende Bühnenshow und den nicht totzukriegenden Ohrwurm „Defying Gravity“.

Tanz der Teufel– und Spider-Man-Regisseur Sam Raimi begibt sich also mit Die Fantastische Welt von Oz (Oz the Great and Powerful) auf gründlich abgegrastes Terrain, zumal er ebenfalls die Vorgeschichte der „Wicked Witch of the West“ erzählt.

OZ_02Hauptfigur ist der Zauberer Oscar Diggs(James Franco), genannt „Oz“, der 1905 in Kansas (in Schwarzweiß und klassischem 1.33:1 „Academy“-Format) mit seinem Fesselballon in einen Sturm gerät und sich – ähnlich wie Dorothy – im Märchenland Oz wiederfindet. Auf dem Weg in die Smaragdstadt trifft er die Schwestern Theodora, Glinda und Evanora (großartig: Mila Kunis, Michelle Williams und Rachel Weisz), die ihn für ihre eigenen Zwecke gegeneinander ausspielen. Dabei stehen dem zögerlichen Helden ein fliegender Affe (Zach Braff) und eine sprechende Porzellanpuppe zur Seite.

Die bunte 3D-Optik erinnert nicht selten an Tim Burtons (auch von Disney produzierten) Alice im Wunderland, und wie dort überlagert auch in Oz gelegentlich das Spektakel die insgesamt recht vorhersehbare Handlung. Das allein hätte dem Prequel zum Verhängnis werden solle, aber Sam Raimi vollbringt einen kleinen Zaubertrick: Er durchsetzt das Effektspektakel mit der gleichen anarchischen Energie, die schon Tanz der Teufel 2, Armee der Finsternis und Raimis letzten Film, Drag me To Hell, angetrieben hat. Sein Protagonist Oz ist eine Art Anti-Dorothy, ein unmoralischer Antiheld (von James Franco ähnlich gespielt wie Bruce Campbells Ash), und in einer beeindruckenden Gratwanderung schafft es Raimi, trotz seiner Drei Stooges-artigen Slapstickeinlagen und trotz des nach 74 Jahren sehr anderen Zeitgeschmacks, respektvoll mit der Materie umzugehen.

Oz_03Während das Drehbuch zu sehr die Struktur von Victor Flemings Zauberer von Oz imitiert, haben der Zauberer und seine beiden (computergenerierten) Begleiter eine andere Dynamik als Dorothys Gefährten und, vor allem im Fall des Porzellanmädchens, sehr viel Seele. Raimi geht außerdem kreativ mit dem Formatwechsel von Full- auf Widescreen und der 3D-Technik um, die selten aufdringlich wirkt.

Die Fantastische Welt von Oz ist weder ein zweiter Armee der Finsternis, noch ein ebenbürtiger Nachfolger zu Victor Flemings Zauberer von Oz. Da die erste dieser Alternativen das Publikum vor den Kopf gestoßen hätte und die zweite schlicht unmöglich gewesen wäre, ist Raimis Oz ein erstaunlich gelungener Kompromiss – noch dazu einer, der deutlich die Handschrift seines Regisseurs trägt – ungewöhnlich für ein großes Studioprojekt, dessen Regisseur nicht De Palma, Spielberg oder Jackson heißt.

Trailer:

 

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Nein, das Oz-Prequel ist nicht perfekt ist und die nimmt Handlung oft arg konventionelle Wendungen. Für einen Film, der an einen der der größten Filmklassiker aller Zeiten anknüpft, ohne ihn zu kopieren, und versucht, das Multiplex-Blockbuster-Publikum genauso zufriedenzustellen wie Cineasten und Raimi-Fans, hätte Oz the Great and Powerful aber kaum besser werden können. In den falschen Händen dagegen wäre das Projekt – selbst mit dem endgültigen Drehbuch – leicht zur filmischen Katastrophe geworden. Deshalb: Sam Raimi sei Dank!

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