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Filmkritik: Boyhood

Film
Überblick
Item Reviewed

Boyhood

Author
4. Juni 2014
Genre

Drama

Autor

Richard Linklater

Regisseur

Richard Linklater

Besetzung

Ellar Coltrane, Patricia Arquette, Ethan Hawke, Lorelei Linklater

Jahr

2014

Länge

165 Minuten

Bewegende Filmkunst: Eine Kindheit im Zeitraffer

Boyhood PosterRichard Linklaters Boyhood ist einzigartig. Sicher hat es Filme gegeben haben, deren Produktion sich über viele Jahre gezogen hat, aber kein anderer Filmemacher hat sich die lange Drehzeit – in diesem Fall zwölf Jahre – so bewusst zunutze gemacht, um seine Darsteller vor laufender Kamera altern zu lassen. Die Hauptfigur, gespielt vom talentierten Ellar Coltrane, im Laufe von knapp drei Stunden aufwachsen zu sehen, ist ein einmaliges Erlebnis, und ein Experiment, das bisher kein anderes Medium in dieser Form versucht hat.

Der junge Mason (Coltrane) und seine Schwester wachsen unter schwierigen Bedingungen auf: Die Eltern lassen sich früh scheiden und auch in der Patchwork-Familie des Stiefvaters ist die Stimmung alles andere als harmonisch.

Linklater, der schon mit Dazed & Confused (dt. Confusion) einen großartigen Film ohne ernstzunehmende Handlung gedreht hat – einen klassischen „hanging out“-Film, ist der perfekte Regisseur für das Material. Auch in Boyhood erzählt er keine spektakuläre Geschichte – am ehesten erinnert der Film an ein verfilmtes Tagebuch, inklusiver einiger langweiliger Seiten – gibt aber den Charakteren so viel Raum, dass man immer das Gefühl hat, einen organischen Film zu sehen und nicht einfach eine lange Collage oder mehrere Staffeln einer Fernsehserie im Schnellvorlauf.

Boyhood 03Ähnlich wie bei Michael Apteds inzwischen 50(!) Jahre langer (7, 14…) Up-Filmreihe und Linklaters eigener Trilogie Before Sunrise/Sunset/Midnight wäre es auch hier vorstellbar, in ein paar Jahren eine Fortsetzung über den nächsten Lebensabschnitt zu sehen. Der Hauch eines voyeuristischer Nachgeschmacks bleibt zwar, vielleicht durch das ungewohnte Gefühl, einem fremden Kind beim Aufwachsen zuzusehen, aber dank Linklaters einfühlsamer Regie und der fantastischen Besetzung – u.a. Ethan Hawke und Patricia Arquette, die in zwölf Jahren auch sichtlich älter wird – ist Boyhood ein cineastischer Meilenstein und ein Beweis, dass Kino in den richtigen Händen noch immer ein künstlerisch relevantes und innovatives Medium sein kann.

 

Anmerkung: Auch wenn ich den Trailer unten angehängt habe, rate ich davon ab, ihn zu gucken. Boyhood ist in jedem Fall ein sehr guter Film, ohne vorherige Kenntnis des Trailers ist er aber außerdem eine einzigartige Erfahrung.

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Zwölf Jahre Dreharbeiten haben sich gelohnt: Richard Linklaters Langzeitprojekt ist eine faszinierende Sammlung von Zeitkapseln, ein einzigartiges und beeindruckendes Porträt einer Kindheit.

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