Paste your Google Webmaster Tools verification code here

Filmkritik: Blue Valentine

Film
Überblick
Item Reviewed

Blue Valentine

Author
3. August 2011
Regisseur

Derek Cianfrance

Kommt aus

USA

Jahr

2011

Rechte: Senator Film

Auch wenn er fast völlig ohne Blut auskommt, Derek Cianfrances  Blue Valentine ist der wohl brutalste Film des (bisherigen) Jahres. Michelle Williams und Ryan Gosling spielen ein verheiratetes Paar, dessen Beziehung nach ein paar Jahren sichtlich abgekühlt ist. Während wir in Rückblenden
sehen wie die Beiden sich kennenlernen, setzt Cianfrances mit einer Handvoll Szenen eindrucksvoll und eindringlich den Tod der Beziehung in Szene.

In Blue Valentine – der Titel ist einem Tom Waits Album entliehen – steckt viel Herzblut des Regisseurs: 12 Jahre seines Lebens hat er in das Projekt gesteckt und es mit einer Reihe von Dokumentarfilmen finanziert.

Unprätenziös mit Handkamera und in blassen Farbtönen gefilmt verzichtet Blue Valentine auf erzählerische Schnörkel. Die Kamera ist nur da, um die beiden Hauptdarsteller in größtenteils improvisierten Szenen zur Schau zu stellen; dementsprechend nah bleibt sie den Film über an Gosling und Williams. Besonders Goslings Metamorphose vom ursprünglich Jungverliebten mit leuchtenden Augen zur verbrauchten, abgestumpften Figur am Ende des Films ist beeindruckend . Man glaubt oft, zwei völlig unterschiedliche Versionen der selben Person zu sehen, aber nie den Schauspieler hinter der Rolle. Michelle Williams‘ (Oscar-nominierte) Verwandlung ist subtiler – sie wirkt in den späteren Szenen einfach müder – aber genauso stimmig und überzeugend gespielt. Keine der zwei Figuren ist dabei besonders unsympathisch; die beiden haben sich Schritt für Schritt auseinandergelebt und sich von der Zweisamkeit entfernt, die wir in Rückblenden eindrucksvoll präsentiert bekommen.

Während andere Filme oft gerade den Prozess der Entfremdung beschreiben, ist Blue Valentine eliptisch aufgebaut: er präsentiert nur das Vorher und das Nachher und lässt uns selber die Lücken füllen. Einige der „Nachher“-Szenen sind schwer zu ertragen, zumal Cianfrances Inszenierung keinen Abstand zu den Figuren erlaubt. Er schafft lebensnahe Situationen in denen seine beiden Darsteller aufgehen können. Eine Oralsex-Szene hat den Machern Streit mit der US-Rating-Behörde MPAA eingebracht – die hat nämlich zunächst mit der NC-17 Freigabe gedroht (das „strengere“ ab 18), die dem kommerziellen Kuss des Todes gleichkommt. Sehr schwer nachvollziehbar, da die Szene weder besonders sexy noch in irgendeiner Weise explizit ist.

Am Ende bewegt Blue Valentine auf eine ähnliche Art Gaspar Noes Irreversible – und das ganz ohne Vergewaltigungen oder Köpfe, die mit Feuerlöschern zertrümmert werden. Cianfrance lässt uns Gegenwart und Vergangenheit Seite an Seite betrachten. Mit der glücklicheren Zeit vor Augen kann man sich dem  Vergleich nicht entziehen, und so tut die desillusionierende Trostlosigkeit der Gegenwart um so mehr weh.

Trailer:

 

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Unterm Strich

Pop/Kultur/Schock: SCHOCK

Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
0%
0%
0%
0%
kommentieren
Antworten

Antwoten

Total

}