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Grabbelkiste Noir: Schatten, Sex und Serienmörder Teil 2

Buch

und Desirée Löffler

Rechte: Warner Brothers

Der Malteser Falke: Nikotin Noir

Rockstars neues Spiel L.A. Noire mag mit seiner neuen Technik Videospiele revolutionieren – aber gleichzeitig ist es eine Hommage an ein Genre mit langer Tradition: Noir.

Die „Schwarze Serie“, die amerikanische Hardboiled-Kriminalliteratur und der Film Noir haben in den 40er und 50er Jahren die Regeln Hollywoods unterwandert und auf den Kopf gestellt. Plötzlich gibt es keine strahlenden Helden mehr, und der Zuschauer kann sich nicht mal mehr darauf verlassen, dass der Böse am Ende des Films seine gerechte Strafe bekommt. Auch der Look, stark beeinflusst vom deutschen Expressionismus der Vorkriegszeit, spiegelt diesen fehlenden moralischen Kompass wider: Lange Schlagschatten, schiefe Kamerawinkel und Licht, das durch Rollos auf zwielichtige Gesichter fällt, gehören zu den Markenzeichen des Film Noir.

Der Malteser Falke (Dashiell Hammett)
In den 20ern und 30ern erreichte der britische Kriminalroman à la Dorothy Sayers oder Agatha Christie das sogenannte „Goldene Zeitalter“ – aber in den anonymen und gefährlichen amerikanischen Großstädten hatte die konventionelle Landhaus-Amtosphäre dieser Romane keinen Platz. Dashiell Hammett, selbst eine Weile „Private Eye“ bei Amerikas berühmtester Privatdetektei, hat deshalb in den 30ern nicht nur fünf der ersten Hardboiled-Krimis geschrieben (die uramerikanische Variante des Krimis) sondern mit Sam Spade auch den Prototypen des ewig schlechtgelaunten, halb korrupten Film Noir-Antihelden geschaffen. Unsterblich gemacht hat ihn allerdings Humphrey Bogart in der Verfilmung von 1941.
Siehe auch: Tote Schlafen Fest (The Big Sleep, Raymond Chandler)

Double Indemnity
In Frau ohne Gewissen (1944) finden sich viele der essentiellen Noir-Motive: Seitensprünge, Mord, Versicherungsbetrug und Hauptfiguren mit zweifelhaftem Identifikationspotenzial.  Raymond Chandlers Drehbuch und Billy Wilders Regie legen geschickt eine Schlinge um die Hälse der Hauptfiguren, die sie langsam, aber unweigerlich zuziehen; auch viele Jahzehnte später nicht weniger effektiv. Neo-Noirs wie Body Heat und Out of Time spielen gekonnt mit den gleichen Motiven – und berufen sich sogar auf Wilders visuellen Stil – aber es gibt nur einen Double Indemnity.*
Siehe auch: Im Netz der Leidenschaften (The Postman Always Rings Twice, 1946), Bei Ankunft Mord (D.O.A., 1949)

* es gibt zwei: 1973 wurde eine Fernsehadaption gedreht

Chinatown
Roman Polanski, damals noch skandalfrei, darf in seinem Film seiner Hauptfigur Jake Gittes (Jack Nicholson) höchstpersönlich die Nase aufschlitzen. Mit seinem stilprägenden Neo-Noir Meisterstück knüpft er thematisch an die Genre-Meilensteine der 40er und 50er an – in Widescreen und glorreichem Technicolor, und vor allem ohne in Nostalgie zu ertrinken.
Siehe auch: L.A. Confidential, Blood Simple, Mulholland Drive

Die schwarze Dahlie (James Ellroy)
Nach einer harten Kindheit und Jugend, während der Ellroys Mutter ermordet wurde und er drogensüchtig auf der Straße und später im Knast landete, wurde Ellroy zunächst Golf-Cabby und dann einer der berühmtesten Krimi-Autoren der 80er. Seine Romane knüpfen sowohl an die Hardboiled-Romane als auch an den Film Noir an und erzählen in verknappter, aber hochmusikalischer Sprache gewalttätige Charakterdramen, in denen sich alles und jeder in Grauzonen bewegt.
Siehe auch: Zwei Fremde im Zug (Strangers on a Train, Patricia Highsmith)

Blade Runner
In Ridley Scotts Sci-Fi Drama von 1982 lassen sich weder Ex-Polizist Deckard (Harrison Ford) noch die künstlichen Menschen, die er versucht zur Strecke zu bringen, in konventionelle gut-böse-Schemen einordnen. Vor allem aber die Ausleuchtung und die Inszenierung des futuristischen L.A. haben dem Film die Bezeichnung „Sci-Fi Noir“ eingebracht.
Siehe auch: Gattaca, Dark City

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  • 20. September 2011 auf 19:38

    Ich gucke diese Filme immer wieder gern. Ich weiß nicht warum, aber sie sind etwas für einen netten Winterabend im warmen Zimmer. Den Mateser Falken, Tote schlafen fest, Chinatown und Blade Runner hab‘ ich schon viiiiiele Male gesehen. Sie sind einfach Spitze und haben das besondere Etwas – ja, wohl das Noir. Schön, das bei Euch gefunden zu haben 🙂

  • 23. September 2011 auf 14:23

    Na, da gäbe es ja noch einige, die man dazu rechnet, z.B. „Die Narbenhand“, „Der gläserne Schlüssel“ mit Alan Ladd und Veronica Lake oder „Frau ohne Gewissen“, Im Zeichen des Bösen“, „Der dritte Mann“ oder „Fahrstuhl zum Schafott“. Ein, zwei andere gibt es da bestimmt noch, wobei bei den genannten ja auch die, ich sag‘ mal, nachgemachten der Briten oder Franzosen dabei sind.

  • der Neuling
    22. November 2011 auf 02:04

    AngelA von Luc Besson, ein traumhaft schöner Film, mit moderner Technik!

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