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Film-Kritik: Marvel’s The Avengers

Film
Überblick
Item Reviewed

Marvels The Avengers

Author
20. April 2012
Genre

Comicfilm, Action

Regisseur

Joss Whedon

Besetzung

Robert Downey Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Tom Hiddleston, Clark Gregg, Cobie Smulders, Stellan Skarsgård, Samuel L. Jackson, Gwyneth Paltrow, Paul Bettany, Alexis Denisof

Drehbuch

Joss Whedon

Kommt aus

USA

Jahr

2012


Hulk… smash!

TM & (c) 2011 MarvelEgal wie man dazu steht, ob es „Das Kino-Event des Jahres“ oder „(nicht) schon wieder ein Superhelden-Film“ ist, das lange angekündigte ultimative Crossover kommt endlich in Lichtspielhäuser. Nein, nicht die Justice League, die Rede ist von den Avengers, also dem „Gipfeltreffen“ von Iron Man, Thor, Captain America und dem Unglaublichen Hulk. Regie führt Joss Whedon, der neben dem Drehbuch für Toy Story vor allem für seine Serien wie Buffy und Firefly bekannt ist.

Kai:

Okay, Karten auf den Tisch. Ich bin ein Joss Whedon-Fanboy. Ich habe mit wenigen Ausnahmen alles gesehen oder gelesen, was der Buffy-Erfinder je für Fernsehen, Kino, Comic und Internet produziert hat, das meiste davon mehrmals. Natürlich inklusive der „Gastspiele“ bei The Office und Glee und den Whedon-Ausgaben von Astonishing X-Men und Brian K. Vaughns Runaways. Daher bin ich an The Avengers (Buch und Regie: Joss Whedon) mit der Erwartung herangegangen, den Citizen Kane unter den Superhelden-Filmen zu sehen – genauer gesagt, das Citizen Kane/ Apocalypse Now/ Empire Strikes Back–Crossover unter den Superhelden-Filmen.  Meine Erwartungen waren vergleichsweise hoch.

Wie schon in seinem Film-Regiedebüt Serenity (die Fortsetzung seiner Serie Firefly) hatte Whedon die kniffelige Aufgabe, eine komplexe Geschichte, die Vorkenntnisse erfordert, so zu erzählen, dass Neulinge mitkommen, aber Fans sich nicht langweilen. Der Film arbeitet mit einem großen Ensemble bekannter Charaktere – unter anderem Nick Fury, Captain America, Iron Man, Hulk, Hawkeye, Black Widow, Thor und Loki – und die Handlung knüpft direkt an Ereignisse aus Thor und Captain America an.

TM & (c) 2011 MarvelWhedon umgeht potentiell langatmige Momente, indem er die Exposition geschickt in Dialoge und Action verpackt. Fast wie in einem James Bond-Film beginnt Avengers mit einer ausgedehnten Actionszene, in der Thors Bruder Loki das geheimnisvolle „Tesseract“-Artefakt stiehlt, und schiebt erst dann Erklärungen hinterher. Die Anfangsszene ist allerdings nur ein kleiner Teaser auf den zweiten und dritten Akt. Während das Herzstück des Films eine komplexe, hochspannende und actionreiche Szene ist, über die man am besten so wenig wie möglich verrät, entfacht Whedon im letzten Drittel eine Orgie der Verwüstung, die ihresgleichen sucht – und die außerdem der beste Grund ist, The Avengers in 3D zu sehen. Die Zerstörung von Chicago in Michael Bays Army-Werbespot/Spielzeugreklame Transformers 3-Dark of the Moon wird oft als einzige Existenzberechtigung für diesen Film zitiert; der Showdown von Avengers ist allerdings in jeder Hinsicht so viel besser, dass  der Einzelhandel Bays Film jetzt wohl beruhigt einstampfen und so wieder dringend benötigten Platz in den Regalen schaffen kann.

Whedon fängt etablierte Charaktere wie Thor, Tony Stark und Captain America nicht nur perfekt ein, sondern gibt ihnen auch pointiertere und witzigere Dialoge als in den jeweiligen Ursprungsfilmen – was gerade allem im Fall von Iron Man eine bemerkenswerte Leistung ist. Weil aber aufregende Action und vielschichtige Charaktere mit cleveren Dialoge noch keinen guten Film machen, verpackt der Regisseur sie in eine komplexe runde Story voller überraschender Wendungen, die ausnahmsweise mal nicht in den Trailern verraten werden.

TM & (c) 2011 MarvelThe Avengers ist allerdings nicht nur clever konstruiert, aufregend, witzig und technisch überragend;  die knapp zwei Stunden triefen nur so vor Inspiration. Joss Whedon ist bekennender Comic-Super-Fan – nicht umsonst war das Vorbild für seine berühmteste Schöpfung Buffy Summers der X-Men Charakter Kitty Pryde – und das Avengers-Universum ist für ihn der perfekte Spielplatz, um sich auszutoben und seinem inneren Geek freien Lauf zu lassen. Das Ergebnis ist einer der besten, wenn nicht der beste Superhelden-Film aller Zeiten mit unzählbaren spannenden, lustigen und bewegenden Momenten. Die meisten Marvel- und Whedon-Fans sollte Avengers ohnehin in Dauer-Ekstase  versetzen, aber davon abgesehen beherrscht Whedon das Format des Sommer-Blockbusters, die Big-Budget Mischung aus Spannung, Action, Humor und Drama, besser als jeder andere Regisseur seit Spielberg in seinen besten Jahren .

Das einzige was mich ernsthaft an The Avengers stört ist, dass ich bis Donnerstag warten muss, um ihn nochmal zu sehen.

Desirée:

Anders als Kai würde ich mich nicht als Whedon-Fangirl bezeichnen, aber das hat mich nicht davon abgehalten, Joss Whedons Serien mit jedem Tropfen Herzblut zu vergöttern, für seinen Witz, seine großartigen Dialoge, seinen Mut, seine Vision, sein Gefühl für Dramatik und seine großartigen Charaktere mit ihren siebentausend Schichten, die sich nach kürzester Zeit anfühlen wie Familie.

Sehr viel von dem, was ich an Whedons Serien liebe, ist auch in The Avengers: die witzigen Dialoge, die tolle Charakter-Dynamik, eine phantastisch geschriebene und inszenierte Story. NATÜRLICH hat hat mir der Film Spaß gemacht.

Aber anders als mein Kollege habe ich trotzdem ein paar Kritikpunkte. Der erste liegt in der Natur von The Avengers, und obwohl Joss Whedon sein bestes gegeben hat, das zu verhindern, ist es ihm nicht ganz gelungen: Wer weder Thor noch die Iron Man-Filme noch Captain America gesehen hat und auch die Marvel-Vorlagen nicht kennt, wird seine liebe Mühe haben, dem Film etwas abzugewinnen. Das Grundgerüst dürfte trotzdem funktionieren, aber 85 % der kleinen Details, der Throw-Away-Lines und sogar der Motivation des Bösewichts Loki (den Tom Hiddleston übrigens spielt wie eine emotionalere Version von Hannibal Lecter) dürften ins Nichts gehen.

Der zweite ist, dass nicht viel Raum für richtig große Dramatik ist (was sicher ebenfalls mehr mit den Wünschen des Studios als mit den Ideen von Joss Whedon zu tun hat), keine Momente, in denen einem die Kinnlade auf den Brustkorb sinkt.

Und der dritte, dass The Avengers zu bestimmt 60 Prozent aus Action-Szenen besteht. Die sind zwar super inszeniert und nie leer, sondern jede Einstellung ist aus der Disposition mindestens eines Charakters motiviert, so dass eine richtige Trennung in Charaktermomente und Action-Szene gar nicht möglich ist – aber mir war es schlicht und ergreifend trotzdem zu viel.

Trotzdem ist The Avengers großartig – aber jemanden, der mit Superhelden nichts anfangen kann, wird er wohl nicht bekehren, auch wenn derjenige Firefly- oder Buffy-Fan ist.

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Desirée
Kai
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Pop/Kultur/Schock: POP

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  • Hanna
    20. April 2012 auf 19:05

    Wow, du bist ja echt schnell mit deiner Besprechung. Ich geh mal davon aus, dass du eine Vorab-Vorführung gesehen hast, echt beneidenswert. Unsereins muss sich da leider noch bis Donnerstag gedulden. Bin nach deiner Besprechung jedenfalls voller Vorfreude. Joss Whedon ist ein Genie!

  • 21. April 2012 auf 21:34

    yeah!!!ich freue mich schon total auf die avengers!! mein freund ist schon ganz hibbelig. i love marvel!!

  • 22. April 2012 auf 22:02

    Ich habe mir nur die Wertung und die Einleitung durchgelesen, weil ich so wenig wie möglich gespoilert werden möchte. Ich freue mich schon sooooooo wahnsinnig auf diesen Film, ihr könnt es gar nicht glauben :D

  • 3. Mai 2012 auf 21:28

    So meine Lieben, ich habe ihn gestern endlich in OV gesehen und bin sehr froh, dass ich mir kaum Trailer angeschaut oder Reviews gelesen habe. Der Film ist echt genial gewesen und ein wahres Feuerwerk an Lachsalvenschüsse. Der Film hat Transformers 1 einfach abgelöst. Er hat mir seeeeehr gut gefallen. Selbst den Abspann fand ich perfekt. Die Close-Ups der Waffen….. woaaah!

    • 3. Mai 2012 auf 22:24

      Ich hab auch mehr gelacht als in den meisten Comedies der letzten Zeit.

      Was die Waffen im Abspann angeht – du Geek! ;-)

      • 3. Mai 2012 auf 23:02

        Sag mir doch etwas, was ich noch nicht weiß ;)
        Hihi.
        Kai, kaufst du eig deutsche oder US-Comics?

        • 4. Mai 2012 auf 09:21

          Mal so, mal so. Wenn ich Rezensionsexemplare bespreche sind die meistens deutsch, aber wenn ich selbst zum Comicladen marschiere und sie kaufe, dann immer die US-Version.

  • 3. Mai 2012 auf 23:11

    Ganz wichtig: Hast du ihn schon ein weiteres Mal gesehen?

  • 4. Mai 2012 auf 11:59

    Okay, Comicladen also. Ich suche gerade nach Comicläde, die US Comics anbieten, aber auch nach Österreich kostengünstig liefern. Im Moment befinde ich mich so ziemlich im Kaufrausch und würde mir gerne den Dollarkurs zunütze machen – aber da hättest du auch keine Tipps für mich übrig, oder? :S

    • 4. Mai 2012 auf 13:19

      Ich bin da natürlich verwöhnt, weil es in Köln zwei Comicläden mit US-Heften gibt. Aber da gibt es mit Sicherheit viele gute Online-Händler. Mir hat vor kurzem noch ein Comicverkäufer erzählt, dass ihm das Internet langsam aber sicher das Geschäft abgräbt.

      • 4. Mai 2012 auf 14:58

        Bei uns gibt es eh auch Comicshops mit US-Comics. Nur bei einem Kurs von 1,10 wird das auf Dauer teuer. Ich habe extrem viel gekauft jetzt in den letzten paar Tagen, aber spätestens nächste Woche mache ich offline ein paar Comicgeschäfte unsicher gleichzeitig mit dem Gratis Comic Tag. Mal schauen, ob ich ein paar Raritäten aufschnappen kann.

      • 4. Mai 2012 auf 15:01

        Beim Gratiscomictag machen nur Wiener Comicshops mit, habe ich gehört. Wahnsinn, dass Comics in Österreich immer noch so ein Nischenprodukt ist :S

        • 4. Mai 2012 auf 23:08

          Wow, und ich dachte in Deutschland wäre es schlimm. In Frankreich werden angeblich 10 (!) mal so viele Comics verkauft wie hier.

  • 5. Mai 2012 auf 12:30

    Nein, schlimmer geht anscheinend immer ^^
    London und die USA müssen wohl ein Paradies für uns sein ^^

    • 5. Mai 2012 auf 12:52

      Das stimmt. In Köln kann man echt nicht klagen. Zwei gute Comicläden und fast alle großen Filme laufen im Original.
      Ich hab aber auch das Gefühl, dass es mit Original-Comics immer dünner wird, je weiter man nach Süden kommt. In einem (winzigen) Comicladen in Bayern haben die mich auch angeguckt wie ein Auto, als ich nach englischsprachigen Comics gefragt hab. Warum ist das wohl so?

      • 5. Mai 2012 auf 12:55

        Ich habe keine Ahnung. Bei uns schaut man noch die OV an. Wir haben zwei Kinos, die die Filme ausschließlich in englisch zeigen. Mit den Comics habe ich jedoch keine Ahnung. Auf Amazon findet man aber eher englische Comics, als die deutschen von Panini!?
        Aber nächste Woche berichte ich dir dann vom Comicladen bei uns in Wien, wie da die Lage ausschaut :S
        Ob da viel vorhanden ist oder nicht

Antwoten

Desirée
Kai

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