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Comic-Kritik: Mouse Guard – Legenden der Wächter 1

Comic
Überblick
Item Reviewed

Mouse Guard - Legenden der Wächter

Author
31. März 2012
Originaltitel

Mouse Guard - Legends of the Guard 1

Autor

David Petersen, Terry Moore, Jeremy Bastian u.a.

Zeichner

David Petersen, Terry Moore u.a.

Kommt aus

USA

Serie

Mouse Guard


Comics sind seit Jahrzehnten kein reines Kinder-Medium mehr, und spätestens seit Graphic Novels wie PersepolisHabibi und The Walking Dead – ganz zu schweigen von der riesigen Manga-Welle – den Mainstream erobert haben, werden Bilder mit Sprechblasen eher mit Watchmen als mit Fix und Foxi in Verbindung gebracht.

Trotzdem sind Comics für Kinder nach wie vor relevant – vielleicht mehr denn je, wenn man sich den jungen Autor David Petersen ansieht. Seine Serie Mouse Guard, die sich unter anderem, aber nicht nur, an junge Leser richtet, erzählt die Abenteuer der Mäuse-Wache in einer mittelalterlichen miniaturisierten Welt, die mit unserer nur wenige Berührungspunkte hat. Das klingt in der Theorie nach den Fraggles; ist aber letztendlich eher eine Kreuzung aus Game of Thrones und den Geschichten von Janosch, und sollte sowohl Fans des einen wie des anderen ansprechen – jedermaus sozusagen.

Die jeweits letzten Seiten der ersten zwei Teile sind mit Zeichnungen anderer Künstler gefüllt, die, inspiriert von Petersens Geschichten, ihre eigene Version der Mouse Guard-Helden vorstellen. Mit der Anthologie Legenden der Wächter, dem ersten Band, der keine durchgehende Geschichte erzählt, hat David Petersen dieses Prinzip umgedreht. Während er am Ende des Bandes Erklärungen zur Welt und eine handvoll Gemälde beisteuert, stammt der Großteil von anderen Autoren und Zeichnern, die sich im Mouse Guard-Universum austoben.

Ähnlich wie in Chaucers Canterbury Tales oder – um eine aktuelleres Beispiel zu nennen – dem Band Worlds‘ End von Neil Gaimans Sandman-Serie, erzählen darin die Besucher eines Mäuse-Gasthauses eine Reihe nicht-zusammenhängender Geschichten.

Zeichnung: Jason Shawn Alexander

Dabei ist das Wort „Geschichten“ nicht zu wörtlich zu nehmen, denn unter den Episoden sind neben Heldensagen und Fabeln auch Momentaufnahmen und eine stimmungsvolle Adaption von Edgar Allen Poes Der Rabe. Auch künstlerisch deckt Legenden der Wächter ein weites Spektrum ab: Von Jeremy Bastians altertümlichem „Kampf zwischen des Habichts Maus und des Fuchses Maus“ über Karl Kerschls Hochglanz-Panels bis zu Sean Rubins pastellgefärbten Bleistiftschraffuren, die ein wenig an Maurice Sendak erinnern, sind viele verschiedene, fast gegenläufige Stile vertreten.

Neben dem übergreifenden Thema sind Petersens Zwischen-Panels der Kleber, der die Geschichten zusammenhält. Eine Ausnahme sind die schlichten Bilder von Katie Cooks „Eine Maus namens Fuchs“;  die Tierfabel ist zwar ansprechend und charmant erzählt, sticht aber in ihrer Naivität aus der sonst so komplexen Mouse Guard-Welt als Fremdkörper heraus.

Zeichnung: Sean Rubin

Anthologien können nur selten von Anfang bis Ende ihre Spannung halten; und trotz der von Petersen gezeichneten Rahmenhandlung im Stil der Canterbury Tales – die Mäuse versuchen, sich gegenseitig mit ihren Geschichten zu übertreffen – erreicht Legenden der Wächter nicht die erzählerische Dichte der ersten zwei Bände.

Stattdessen ist der Band ein künstlerisches Mosaik geworden in dem die verschiedenen Künstler zwar Petersens Vision treu bleiben, aber gleichzeitig seiner Welt ungeahnte neue Facetten und Zwischentöne abgewinnen. Auch wenn sich die Geschichten an ein im Schnitt älteres Publikum richten als Petersens Bände, entsteht ein Gefühl von Kontinuität.

Auch wenn einige der Episoden weniger bemerkenswert subd als andere, ziehen die Autoren alle am selben Strang, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Ein paar der Geschichten plätschern vor sich hin, aber in seinen besten Momenten ist Legenden der Wächter ein emotionales und oft überraschendes Stück Comic-Kunst, dass nicht nur für Kinder ansprechend ist.

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  • 2. April 2012 auf 21:48

    Ihr lest immer wieder ganz ungewöhnliche Comics! Also von diesem hier habe ich ja noch gar nichts gehört 😀 (Mal wieder)

    • 3. April 2012 auf 13:02

      Bis vor ein paar Monaten hatte ich auch nichts von der Serie gehört – obwohl sie überall ziemlich abgefeiert wird.
      Beim Lesen war ich einerseits begeistert, aber andererseits fast ein bisschen traurig, dass es sie noch nicht gab, als ich 12 oder 13 war. Da wäre Mouse Guard PERFEKT für mich gewesen 🙂

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