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Comic-Kritik: Daniel Lieske – Die Wormworld Saga (Die Reise beginnt)

Comic
Überblick
Item Reviewed

Daniel Lieske - Die Wormworld Saga - Die Reise beginnt

Author
19. Dezember 2012
Genre

Fantasy

Jahr

2012

Länge

128 Seiten

Serie

Wormworld Saga

Verlag

Tokyopop

Eskapismus in full-blown Technicolor

Lieske - Wormworld; Rechte: TokyopopIm Jahr 2006 nimmt Zeichner Daniel Lieske an einem Online-Wettbewerb mit dem Motto ‚Die Reise beginnt‘ teil. Sein Beitrag ist das Bild eines kleinen Jungen. Er kniet auf einem Dachboden, ein Holzschwert und ein Wollknäuel in der Hand, und betrachtet so konzentriert ein Bild, als wolle er in die Welt, die darauf abgebildet ist, hinein springen.

Kein Wunder, dass Lieske den Wettbewerb gewonnen hat, denn seine Vision der beginnenden Reise ist intim und faszinierend, vom Dachboden mit seinen tausend Details über den kleinen Jungen, so offensichtlich bereit sich ins Abenteuer zu stürzen, bis hin zur Offenheit der Zeichnung: Könnte der Junge tatsächlich in die Welt hinein steigen oder starrt er einfach nur auf ein verstaubtes altes Gemälde?

Vom Bild zur Welt

Ein paar Jahre später hatte Lieske auf der Grundlage dieses Bildes eine Geschichte, sogar eine ganze Welt entwickelt – und diese Frage beantwortet: Die Welt im Bild ist ‚echt‘, sie heißt Wormworld, und der kleine Junge wird sie tatsächlich betreten. Seine Geschichte erzählt Lieske seitdem in Comicform.

Der erste Teil dieses Comics, bisher nur online veröffentlicht, ist jetzt bei Tokyopop in Buchform erschienen, und zwar in luxuriöser Ausstattung: als Hardcover mit ausführlichem Anhang (Konzept-Zeichnungen, Texte, Fanart), in strahlender Vollfarbe und Hochglanz.

Faszinierende Welt, schwache Figuren

Den haben Lieskes Zeichnungen auch verdient, denn die Wormworld ist so athmosphärisch, dass man versucht ist, selbst durch die Seiten in sie einzutauchen. Die Landschaften sind phantasievoll, detailreich und bunt – aber vor allem wunderschön beleuchtet.

Die Figuren können da leider nicht mithalten. Die Gesichter sind fast ausdruckslos und erinnern an die sehr saubere, glatte In-Game-Grafik von japanischen Rollenspielen. Auch Hintergründe (zumindest in der wirklichen Welt) und Details wie Türen sind oft zu ’sauber‘, sehen für meinen Geschmack nicht handgemacht genug aus. Außerdem bleiben die Szenen und Hintergründe oft wirklich Hintergründe: In ihnen passiert nichts, was nicht auch im Text thematisiert wird, sie ergänzen nicht, sondern illustrieren.

Der erste Band heißt „Die Reise beginnt“ und erzählt auch wirklich nur den Einstieg in die Geschichte. Der große Bogen der Geschichte lässt sich also nur erahnen, und auch die Charaktere sind noch nicht sehr komplex. Die Wormworld selbst ist aber vielversprechend, und das nicht nur, weil sie so wunderschön aussieht: Sie wirkt so bedrohlich wie schön, so  hinterhältig wie bezaubernd.

Mehrwert für Fans

Wer sich einen Einblick in Daniel Lieskes Welt verschaffen will, sollte sie erstmal online testen, denn wer mit Manga-Ästhetik oder Computergrafik nichts anfangen kann, dem wird sie vermutlich nicht gefallen.

Für Fans des Webcomics gibt es aber keinen Grund zu zögern: Tokyopop hat sich alle Mühe gegeben, Mehrwert gegenüber der Gratis-Variante zwischen die Buchdeckel zu klemmen – und die Wormworld hat nie schöner ausgesehen.

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Optisch wunderschön, aber am Erzählerischen könnte Daniel Lieske noch feilen.

Pop / Kultur / Schock: POP

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