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Graphic Novel: Chew – Eiskalt serviert

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Graphic Novel: Chew – Eiskalt serviert

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Superhelden sind im Moment nicht nur überall  (vor allem die von Marvel), sie haben auch alle erdenklichen und noch so absurden Kräfte. Trotzdem hat man mittlerweile das Gefühl, man hat alles schon gehört oder gelesen oder gesehen. Neue Kräfte sind meistens nur ein Gimmick und führen viel zu selten zu einer wirklich ungewöhnlichen Geschichte.

Das ist bei John Layman und Rob Guillorys Comic-Serie Chew – Bulle mit Biss! anders. Chew (abgeleitet von Protagonist Tony Chu und seinen Fähigkeiten, s.u.) spielt in einem Amerika, wo es dank einer tödlichen Epidemie streng verboten ist, Geflügel in jeglicher Form zu essen. Die mächtigsten Gesetzeshüter der Welt arbeiten in der FDA, der Food and Drug Agency, und Tony Chu ist einer von ihnen. Grund dafür ist die versprochene Superkraft: Tony Chu ist ein Cibopath, der beim Kauen seiner Nahrung deren Biographie vor seinem inneren Auge vorbeiziehen sieht. Das kann unangenehm werden – siehe Hackfleisch – oder richtiggehend widerlich – siehe Mordopfer.

Im dritten Band von Chew ist Tony schon eine Weile bei der FDA und legt eine kleine Pause in der übergreifenden Geschichte der Serie ein, um sein Privatleben in den Griff zu kriegen und nebenbei ein paar kleinere Fälle zu lösen.

Ein Kapitel von Chew hat knapp über 20 Seiten, und wenn man sich bei einem Fall – so wie hier – auf die beschränkt, kann man keine besonders komplexe Geschichte erzählen. Für Spannungsschrauben oder große Überraschungseffekte ist kaum Platz. Trotzdem sind die einzelnen Geschichten ganz witzig und vor allem sowohl sprachlich elegant (und gut übersetzt) als auch kreativ erzählt.

Viel mehr noch als in den beiden Vorgängern machen Layman und Guillory einen auf Postmoderne, spielen mit Dramaturgie und Chronologie, fangen Geschichten mal in der Mitte, mal mit dem Ende an. Auch graphisch erzählen sie ihre Geschichte noch interessanter als sonst, lassen die Handlung zum Beispiel fast völlig stagnieren um die Gedanken einer Figur an der Seite vorbeirauschen zu lassen.

Graphisch ist Chew – Eiskalt serviert, genau wie die beiden ersten Bände, ungeheuer cool. Zeichner Rob Guillory hat ein unglaublich gutes Gespür für Dynamik und Bildaufbau. Sein Stil ist sehr klar, mit ein paar Strichen zeichnet er mehr Ausdruck in die cartoonigen Gesichter seiner Charaktere als manch jemand, der fotorealistisch zeichnet. Außerdem benutzt oft erstaunlich (und erfreulich) freundliche, knallige Farben und findet immer wieder Platz, um eine kleine Popkultur-Anspielung oder einen Gag im Bild zu verstecken.

Der dritte Band von Chew ist vielleicht nicht unbedingt nötig, um der übergreifenden Handlung zu folgen und es ist auch nicht der spannendste Sammelband, den die Verlagswelt je gesehen hab. Aber er macht ungeheuren Spaß und verrät einiges über die Backstories seiner Protagonisten. Wer Chew noch gar nicht kennt, Kreativität schätzt und ein bisschen was an Ekelfaktor verträgt, sollte sowieso schleunigst zum nächsten Comic-Laden flitzen.

 

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