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CD-Kritik: Meat Loaf – Hell in a Handbasket

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CD-Kritik: Meat Loaf – Hell in a Handbasket

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Meat Loaf war, als er in den 70ern in der Musikszene auftauchte, ein merkwürdiges Gebilde: Denn einerseits war das der Künstlername des beleibten Lead-Sängers Marvin Lee Aday, andererseits – und anders als heute – der Name der Band. Vor allem gehörte zum Gesicht von Meat Loaf damals noch ein dünnes kleines Männchen mit langen blonden Haaren: der Komponist Jim Steinman.

Nach dem unglaublich erfolgreichen ersten gemeinsamen Album zerstritt sich das Duo und Meat Loaf machte alleine weiter. Seitdem haben die beiden sich mehrmals wieder versöhnt und wieder gegenseitig die Haare ausgerissen oder an selbigen vor Gericht gezerrt. Für die Fans hieß das: Entweder ein brillantes Bombast-Gewitter, komponiert und produziert von Jim Steinman, ein mittelprächtiges Album mit ein paar Songs von Steinman aber ohne sonstige Beteiligung, oder ein sehr mäßiges bis völlig unhörbares ohne den Komponisten.

Nicht die besten Vorzeichen für Hell in a Handbasket, denn darauf befindet sich nicht ein einziger Steinman-Song. Entsprechend ist der Sound des Albums wie der des letzten, Hang Cool Teddybear, etwas schlanker als der der legendären Bat out of Hell-Trilogie (deren dritter Teil den Steinman-Sound aber ebenfalls nur kopiert, weil sich die beiden mal wieder in den Haaren lagen).

Natürlich gibt es Chöre, aber die halten sich vergleichsweise zurück, genau wie die Streicherteppiche; vor allem sind die ganz große Theatralik und das Klavier, das Jim Steinman in den goldenen Zeiten noch selber spielte, stark reduziert.

Aber der Sound von Meat Loaf war selbstverständlich nie der alleinige Verdienst von Jim Steinman, schließlich war da immer noch die gewaltige, nuancenreiche und angeblich über vier Oktaven reichende Stimme von Meat Loaf selbst. Und obwohl der mittlerweile weit über sechzig ist und man nach dem letzten Album schon befürchten müsste, seine Stimme verabschiede sich langsam aber sicher, singt Meat Loaf auf diesem Album mit allem was er hat und legt eine beeindruckende, teilweise hoch emotionale Performance hin.

Das ist auch gut so, denn wenig anderes hebt Hell in a Handbasket über das Mittelmaß hinaus. Die Songs sind größtenteils denkbar nichts sagend. Keiner von ihnen ist schlecht, aber gemeinsam mit Jim Steinman ist Meat Loaf eine Naturgewalt, während das neue Album über weite Strecken gefällig vor sich hin plätschert, mit einer braven Variante von dem Sound, den man von Meat Loaf erwartet.

Die Songs, die etwas anders klingen, haben größtenteils einen mehr als nur leichten Country-Flavour. Eine interessante Entscheidung, aber das Ergebnis klingt nicht so originell wie es klingen könnte. Eine Ausnahme ist „Stand in the Storm“, wo sich der Country-Sound mit gerappten Vocals von Lil Jon mischen. Auch wenn Rock und Rap keine ganz neue Kombination ist (und die etwas weiter vorne auf dem Album schonmal ordentlich daneben gegangen ist), bricht die Stimme von Lil Jon so unerwartet und aggressiv in den Song ein, dass ein Hauch der alten Energie von Meat Loafs Songs zu spüren ist.

Für Hardcore-Fans und all jene, denen das letzte Album gefallen hat, ist Hell in a Handbasket sicher keine Enttäuschung, aber wer wie ich gehofft hat, dass Meat Loaf sich vielleicht wie Anfang der 90er nochmal aus dem Nichts heraus berappelt und alles um sich herum platt walzt (mit seiner Musik wohlgemerkt), dem bleibt nichts anderes übrig als Hell in a Handbasket unter „Nostalgie-Platten“ in seinen Schrank zu räumen und auf das nächste Album zu hoffen.

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