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CD-Kritik: Van Halen – A Different Kind of Truth

Musik
Überblick
Item Reviewed

A Different Kind of Truth

Author
7. Februar 2012
Künstler

Van Halen

Kommt aus

USA

Jahr

2012

Ich gebe zu: Ich hab nicht mehr an ein neues Van Halen-Album geglaubt. 14 Jahre sind seit dem letzten Longplayer, dem mäßigen „Van Halen III“ vergangen, und auch wenn man zwischendurch immer mal wieder von der Band um die in Holland geborenen Brüder Eddie und Alex gehört hat, ging es selten um die Musik, sondern eher um Eddies Alkoholexzesse oder den Rauswurf von Bassist Michael Anthony, der für viele gleichbedeutend mit dem Ende der Band war.

Aber nach Jahren voller Drama und legendär verpatzter Auftritte melden sich Van Halen jetzt mit einem neuen Album zurück. Den Bass auf „A Different Kind of Truth“ spielt kein geringerer als Eddie Sohn Wolfgang und am Mikrofon steht wieder der clownige Van Halen Ur-Sänger David Lee Roth.

Wer wie ich mit einer mittleren Katastrophe gerechnet hat, dem dürfte auch die erste Single nicht gerade mit Vertrauen erfüllt haben. „Tattoo“ klingt nach einer müden Variante von Van Halen anno „1984“, und ist einfach kein besonders toller Song. Besonders der etwas repetitive Refrain „Tat-too, Tat-too“ nervt mehr als er mitreißt.

Umso größer die Überraschung als die erste Töne des zweiten Songs „She’s the Woman“ anklingen – das rockt! Es klingt kein bisschen wie die Alben der „Van Hagar“ Ära nach 1984, sondern knüpft nahtlos an die ersten fünf Alben an. Alex Van Halens (oft unterschätzte) Drums grooven wie in alten Zeiten und selbst David Lee Roths Stimme scheint kaum gealtert zu sein. Vor allem aber haben Van Halen sichtlich (hörbar) Spaß. Der unverwechselbare Hintergrundgesang von Michael Anthony fehlt zwar, aber der Sound stimmt einfach.

Während der restlichen Songs weicht diese Überraschung zuerst Unglauben, dann Begeisterung – „She’s the Woman“ ist nämlich nicht wie befürchtet ein Ausreißer, sondern repräsentativ für den Rest des Albums. Und die Achillesverse von „A Different Kind of Truth“, der mit Abstand schwächste Track, bleibt tatsächlich die Single „Tattoo“.

Auch wenn etwa die Hälfte der Songs (inklusive „Tattoo“) in der ersten David Lee Roth-Ära, circa 1980, entstanden ist, ist qualitativ kein Unterschied zwischen den „alten neuen“ und den „neuen neuen“ zu hören. An über-Titel wie „Panama“ oder „Mean Street“ kommt zwar nur das geniale „You And Your Blues“ ran, dafür ist das Nivau konstant hoch und muss sich hinter alten VH-Alben wie „Women and Children First“ nicht verstecken.

Der teil-akustische Song „Stay Frosty“ klingt ein bisschen wie das Blues-Cover „Ice Cream Man“ von Van Halens erstem Album und „Chinatown“ greift den Vibe von „Atomic Punk“ auf. Aber auch wenn sich Eddie & co. hin und wieder selbst kopieren und dabei bemühter klingen als sie müssten – wenigstens ist die Kopie gelungen.

Hätte man mich vor ein paar Monaten gefragt, worauf ich mich wohl mehr freue – das neue Album von Chickenfoot, dem Projekt von Van Halens Michael Anthony, Ex-VH-Sänger Sammy Hagar, Gitarren-Maestro Joe Satriani und Chili Peppers-Drummer Chad Smith oder ein neues Album von Van Halen, hätte ich a) nicht geglaubt, dass besagtes Album jemals erscheint und b) mir nicht vorstellen können, dass es an die Klasse von Chickenfoot heranreicht, geschweige denn die der großen Van Halen-Alben.

So kann man sich irren.

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