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CD-Kritik: Steven Wilson – The Raven that Refused to Sing

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CD-Kritik: Steven Wilson – The Raven that Refused to Sing

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Der Porcupine Tree-Chef hat mit seiner eingespielten All-Star-Band ein komplexes und emotionales Meisterwerk aufgenommen

Wilson Raven CoverWenn Steven Wilson in letzter Zeit in Interviews über seine Band Porcupine Tree spricht, dann meistens in der Vergangenheit. Kein Wunder: Auf seinem zweiten Solalbum Grace for Drowning klingt der britische Sänger/Produzent so inspiriert wie auf den Alben seiner ehemaligen „A“-Band schon seit vielen Jahren nicht mehr. Nach langer Tour, dokumentiert auf der fantastischen Live-CD/DVD/Blu-ray Get all You Deserve ist die Band ins Studio zurückgekehrt und legt jetzt mit The Raven That Refused to Sing das zweite Album nach.

An den Reglern stand diesmal nicht Wilson selbst, sondern Alan Parsons, der schon an den späten Alben der Beatles mitgearbeitet hat, vor seiner eigenen Band, dem Alan Parsons Project, aber vor allem als Toningenieur von Pink Floyds Dark Side of the Mood bekannt war.

Neu in Wilsons Band ist auch der renommierte Gitarrist Guthrie Govan; ansonsten ist die Besetzung seit der Tour mit Marco Minnemann am Schlagzeug, Ex-Kajagoogoo (!) – Bassist Nick Beggs, Saxophonist Theo Travis und der ehemalige Miles Davis-Keyboarder Adam Holzman seit der Tour konstant geblieben.

Der lange vorher bekannte erste Track des Albums, das Fusion-Prog-Epos „Luminol“, klingt deshalb auch ähnlich, wie man ihn schon von der letzten Tour und von Get All You Deserve kennt.

Luminol (live):

Neben dem Song „The Holy Drinker“, der ähnlich verspielt ausgefallen ist, klingt der Rest von The Raven that Refused to Sing deutlich ruhiger. Pate gestanden haben, wie schon bei Grace for Drowning, die Prog-Bands der 70er, vor allem King Crimson, für die Wilson in den letzten Jahren ein paar Alben neu abgemischt hat. Im Vergleich zu Grace for Drowning ist Wilsons neues Album nicht nur kürzer, sondern auch weniger abwechslungsreich (bye bye elektronische Sounds!). Das liegt nicht an mangelnder Kreativität, sondern daran, dass die Band mittlerweile eingespielt ist. Beim ersten Album hat Wilson noch experimentiert und „seinen“ Sound gesucht. Auf The Raven that Refused to Sing hat er ihn gefunden.

The Raven That Refused to Sing ist kein langes Album: Wenn man das bereits bekannte „Luminol“ abzieht, erwarten den Hörer auf Wilsons neuem Opus nur rund 45 Minuten neue Musik. Diese Dreiviertelstunde – wie die 12 Minuten die ihr vorangehen – ist aber dramaturgisch perfekt durchkonstruiert und nie langweilig. Wie schon auf dem Vorgänger nimmt Wilson den Hörer mit auf eine Reise, die mit dem Titelsong einen ungewöhnlich emotionalen und bewegenden Abschluss bekommt.

Toller Song, tolles Video: The Raven That Refused to Sing

Porcupine Tree sind offenbar fürs erste im Ruhestand, und wenn man The Raven that Refused to Sing hört, versteht man warum: Das Albums enthält den größten Teil der Essenz von Wilsons Progband, auch wenn die musikalische Zusammensetzung eine andere ist. Der Mellotron-lastige Sound lehnt sich an Prog-Alben der 70er wie Foxtrot von Genesis (zum Beispiel der Track „The Pin Drop“) und King Crimsons Red an; die Songs auf The Raven that Refused to Sing haben aber gleichzeitig eine zeitlose Qualität und Wilsons ganz persönlichen Touch.

Das unvorhersehbare, erratische Element, das Grace for Drowning so spannend gemacht hat, fehlt diesmal. Statt dessen spielt Wilson auf The Raven that Refused to Sing eine seiner großen Stärken aus: Er nutzt das Format des Albums, um in sechs Songs eine dramaturgischen Bogen zu schlagen, der den Zuhörer von der ersten bis zur letzten Sekunde in seinen Bann zieht.

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