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CD-Kritik: Snow Patrol – Fallen Empires

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CD-Kritik: Snow Patrol – Fallen Empires

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Snow Patrol sind für mich ein kleines Wunder: Mindestens drei Single-Auskopplungen hintereinander saß ich irgendwann völlig elektrisiert vor dem Radio und wollte mit wildem Blick wissen, wer da Musik macht, bis ich schließlich im Laden stand und Eyes Open in den Händen hatte, das Album, mit dem die Band in Deutschland den großen Durchbruch geschafft haben.

„Das Geheimnis“ von Snow Patrol dürften gleich mehrere sein: Erstens die Kombination von radiofreundlichem, melodischem Stadion- und leicht angeschmutzten Alternative Rock; zweitens die evokativen, durchdachten und poetischen Texte; drittens das großartige Gefühl, das Frontmann und Songwriter Gary Lightbody für melancholische Melodien an den Tag legt, die fast immer am Kitsch vorbei schrabben; viertens seine Stimme; und fünftens Leidenschaft.

Für Fallen Empires, das sechste Studioalbum der Iren, gilt das größtenteils auch: Die Lyrics sind so lyrisch wie gewohnt, Gary Lightbodys Stimme hat immer noch die schwebende Qualität, die sie berühmt gemacht hat, und Sound und Melodien sind unverkennbar Snow Patrol. Und das, obwohl Fallen Empires stilistisch eine leicht andere Richtung einschlägt, nämlich die elektronische.

Es sind nur kleine Experimente, hier ein Beat, da ein Synthie-Bass oder ein Sequencer – aber es ist trotzdem erstaunlich, wie eng sich diese Elemente an den klassischen Snow Patrol-Sound schmiegen. So selbstverständlich, als wären sie immer schon da gewesen, und trotzdem ein neuer Farbton in Snow Patrols Palette.

Trotzdem leidet Fallen Empires seltsamerweise, und ganz anders als die Vorgänger, an der Einheitsbrei-Krankheit. Die führt dazu, dass man auch nach dem fünften und sechsten Hören kaum einen Song vom nächsten unterscheiden kann. Das gilt vor allem für einige der Balladen auf den letzten zwei Dritteln des Albums.

Vielleicht fehlt die Leidenschaft, von der sowohl Eyes Open als auch das letzte Album A Hundred Million Suns geradezu durchdrungen waren. Auf jedem der Vorgänger gab es mindestens einen emotionalen Schlag in die Magengrube, während Fallen Empires hauptsächlich das Gemüt streichelt.

Das heißt nicht, dass das neue Album schlecht wäre. Technisch haben Snow Patrol alles richtig gemacht – aber Musik ist eben nicht nur technisch, sondern bestenfalls magisch. Dass das diesmal nicht gelungen ist, ist möglicherweise die Schuld der Schreibblockade, unter der Lightbody im letzten Jahr. Jedenfalls wirken tatsächlich viele Songs so, als hätten sie nicht herausgewollt, sondern herausgemusst.

Aber Fallen Empire endet immerhin mit dem herausragendsten Song des Albums und einem instrumentalen Prelude, einem Vorspiel. Vielleicht ja ein Ausblick auf das nächste Album, das hoffentlich bald kommt und wieder einen Gang anzieht.

 

PS: Wer sich das Album trotzdem kaufen möchte, dem empfehle ich die Limited Edition, zu der es eine DVD mit einem sehr athmosphärischen Konzert in der Royal Albert Hall von einer knappen Stunde gibt.

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  • 23. November 2011 auf 00:24

    Mit den 5 Punkten hast du einfach Recht 🙂
    Aber wenn du den Einheitsbrei erwähnst, ist das dann doch ein wenig enttäuschend :S
    Hmmmm…

  • 23. November 2011 auf 10:48

    Ja, ich war auch ziemlich enttäuscht, vor allem weil der Anfang relativ viel versprechend ist. Nicht so gut wie bei den letzten, aber wirklich ganz viel versprechend. Aber der zweite Teil… naja, aber schlecht ist es jetzt wie gesagt auch nicht. Wenn Du Snow Patrol magst, würd ich auf jeden Fall mal reinhören.

  • Jarg
    23. November 2011 auf 13:00

    Hm, bestellt habe ich die bestimmt schon … aber das scheint ja dann nicht so ein akustisches Erlebnis zu sein wie etwa „Eyes open“ … 🙁

  • 17. Juli 2012 auf 18:58

    Herzlichen Dank für dein Kompliment! So ähnlich erging es mir auch vor ein paar Jahren und jetzt bin ich analog 🙂 Es gibt natürlich noch viel viel schönere Lomografien und jeder hat irgendwie seinen eigenen Stil, aber man wird einfach immer wieder überrascht! Probiere es doch auch einfach mal aus 😉 Ich könnte für euren tollen Blog auch gerne Lomos zur Verfügung stellen, falls ihr für das ein oder andere Thema mal Fotos brauchen solltet.

    Ich finde deine CD-Kritik übrigens sehr schön geschrieben, auch wenn ich gestehen muss, dass ich es genau umgekehrt mit den beiden letzten Studioalben halte. Ich fand 100 Million Suns eher schwächelnd und Fallen Empires dagegen wieder voller Leidenschaft 🙂 Aber Eyes Open bleibt einfach das beste Album! Hoffen wir, dass das nächste bald kommt…

    Schöne Grüße,

    Conny

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