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CD-Kritik: Saga – 20/20

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CD-Kritik: Saga – 20/20

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Die wiedervereinten Prog-Rocker laufen – zumindest zeitweise – zu alter Form auf

Für alle die sich fragen, wie der Titel des neuen Saga-Albums und das Cover zusammenpassen: „20/20 bezieht sich nicht etwa auf die erhoffte Bewertung (20 von 20 Punkten), sondern steht für perfektes Sehvermögen, also null Dioptrien. Konkret könnte man eine Anspielung auf Sänger Michael Sadler vermuten, der die Band mit großem Trara vor einer Handvoll Jahren verlassen hat, um sich nach nur einem Album auf der Ferse umzudrehen und zurückzukommen. Hinterher weiß man immer mehr, oder wie man im angelsächsischen Raum sagt: Hindsight is 20/20.

Mit Sadler an Bord will es die wiedervereinte kanadische Quasi-Prog-Band, die man als eine Art „Rush des armen Mannes“ bezeichnen könnte, offenbar noch mal wissen. Die zehn etwas inkonsistenten Songs auf „20/20“ kommen zwar nur selten an die Qualität der (inzwischen mehr als 30 Jahre alten) ersten vier Alben heran, aber Saga klingen in den besten Momenten druckvoller und inspirierter als seit langem: Und Sadler, der ohnehin oft klingt als ginge es um Leben und Tod, könnte einige seiner dramatischen Gesangsspuren auf 20/20 auch als Audition-Tape für Les Miserables einreichen.

Das Cover… ist diesmal ausnahmsweise kein Sci-Fi Gemälde, sondern ein mäßig ambitionierter Fotoshop-Job: Einstein beim Optiker

Bester Moment: „Anywhere You Wanna Go“, der beste Track des Albums und der einzige, der den großen Songs der ersten Alben das Wasser reichen kann. Hier stimmt alles, vom groovigen Moog-Bass bis zum extravaganten Gitarrensolo. Von jetzt bis zum Ende ihrer Bandkarriere wird „anywhere“ mit Sicherheit auf keiner Setliste der Kanadier fehlen.

Schlimmster Moment: Wenn beim zwanzigsten Hören der Ohrwurm von „Anywhere You Wanna Go“ plötzlich umkippt wie alte Mayonaise und man sich wünscht, dass sich der Refrain nicht ganz so oft wiederholte.

Sollte man hören… wenn man Saga mag und sich mit dem Gedanken einer Mischung aus dem Klassiker „Silent Knight“ und dem gitarrenlastigen „The Security of Illusion“ anfreunden kann. Nicht jeder Song ist ein Treffer („Ellery“ und „Another Day Out Of Sight“ wären besser im Proberaum geblieben), aber die Band klingt frisch und vergleichsweise experimentierfreudig. Außerdem: Selbst wenn man eigentlich wegen „Don’t Be Late“, „The Flyer“ und „Wind Me Up“ ins Konzert geht; will man wirklich der einzige sein, der die neuen Songs nicht mitsingen kann?

Album-Trailer:

 

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  • Phil
    15. Juli 2012 auf 00:13

    Sehr geehrter Herr Löffler,
    Saga hat mit Rush überhaupt nichts zu tun, ausser, dass Saga einmal Vorband von Rush gewesen ist.Aber das war wohl in einer Zeit, als Sie noch das Schreiben lernten. Saga war und ist immer einzigartig und ist mit keiner Band, die es auf diesem Planeten gibt zu vergleichen ! Die Rückkehr von M. Sadler und das neue Album 20/20 ist der Wahnsinn und das Beste was diese Band seit langem produziert hat. Ellery ist ein super Track und gehört auf dieses Album, genauso wie alle anderen Tracks !
    Und wenn Sie irgendeine Ahnung von Saga hätten, wüssten Sie das der bekannte Hit aus dem Jahr 1982 „Wind him Up“ heisst.

    Mit freundlichen Grüßen aus Muc,
    Phil

    • 15. Juli 2012 auf 11:33

      Lieber Phil,

      danke für das emotionale Feedback (und den gefundenen Fehler, den ich trotz 3x Lesen übersehen hatte).

      Mit haben zwar nicht alle Tracks auf „20/20“ so sehr gefallen, wie ich nach dem begeisterten ersten Durchlauf gehofft habe; stellenweise war ich aber auch nachhaltig beeindruckt, wie sehr Saga zur alten Form zurückgefunden haben. Zu dem Rush-Vergleich stehe ich: Der „Signature Sound“ ist bei beiden Bands natürlich ein anderer, aber die Mischung aus Prog, Rock und Pop ist, gerade Anfang der 80er, so anders nicht. „Signals“ ist z.B. für meine Ohren nicht so weit entfernt von „Worlds Apart“ (trotz des Titels).

      Es freut mich jedenfalls, dass Sie von „20/20“ so begeistert sind, wie ich es gerne gewesen wäre.

      Was „Ellery“ angeht, müssen wir trotzdem bleiben, unterschiedlicher Meinung zu sein.

      Viele Grüße aus Kölle,
      Kai

  • Tim
    19. Juli 2012 auf 18:11

    Sehr geehrter Herr Löffler,
    ich muss meinem Vorredner in einem Punkt recht geben, wie kann man nur SAGA mit Rush vergleichen?! Das ist echt idiotisch und fast so wie wenn ich Modern Talking mit ACDC vergleiche usw.
    SAGA haben einen absolut eigenständigen Prog-Sound und gelten als Erfinder des Neo-Prog-Rock.

    Grüsse von Tim

    • 19. Juli 2012 auf 18:48

      Hallo Tim –

      Wie schon in meinem vorherigen Kommentar gesagt: Natürlich sind Saga und Rush nicht aus einem Guss (auch wenn oft argumentiert wird, dass die Erfinder des Neo-Prog nicht Saga, sondern Rush sind) aber gerade in der Zeit, in der Saga ihre (meiner Meinung nach) besten Alben veröffentlicht haben, sprich Ende der 70er/Anfang der 80er gab es viele Überschneidungen im Sound der beiden Bands. Wie gesagt, „Signals“ oder „Grace Under Pressure“ haben definitiv einen ähnlichen Vibe wie „Worlds Apart“ oder „Silent Knight“.

      Ich selber habe seinerzeit (Mitte/Ende der 80er) Rush entdeckt, weil ich zu der Zeit riesiger Saga Fan war und mir auf Grundlage dessen jemand Rush empfohlen hat.

      Wie dem auch sei, danke fürs Lesen und für dein Feedback.

      • Tim
        20. Juli 2012 auf 13:37

        Hallo Herr Löffler,
        da kann man mal sehen wie subjektiv Musik empfunden wird. Ich sehe das genau anders herum, ich finde Rush ‚ganz nett‘ und mehr auch nicht, wärend SAGA meiner Meinung nach weltklasse sind und ich deswegen dann auch eher „Rush als SAGA des armen Mannes“ bezeichnen würde. Im Gegensatz zu Rush habe SAGA viel mehr eingängigere Melodien in ihren Songs als Rush, deren Stücke mir zu viel spieltechnisches Gefriggel enthalten.

        • 20. Juli 2012 auf 17:07

          Tja, das ist nun wirklich subjektiv.

          Mir haben sich Saga in den letzten Jahrzehnten einfach musikalisch nicht genug bewegt, aber gut finde ich sie natürlich nach wie vor. Vor allem ist Ian Crichton ein MASSIV unterschätzter Gitarrist.

          Grüße,
          Kai

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