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Kritik: Opeth – Pale Communion

Musik
Überblick
Item Reviewed

Opeth - Pale Communion

Author
27. August 2014
Genre

Prog-Rock

Jahr

2014

Opeth entfernen sich weiter von ihren Metal-Wurzeln – und bleiben sich trotzdem treu

Opeth PC Cover „Quo Vadis, Opeth“ fragen sich viele Hörer der progressiven (ehemals) Death Metal-Band seit ein paar Jahren. Nicht jeder alte Fan konnte den Schweden folgen, als sie auf ihrem letzten Album Heritage endgültig den Metal-Wurzeln abgeschworen haben und plötzlich erstaunlich jazzig und experimentell klangen. Auch auf dem Nachfolger „Pale Communion“ sucht man vergeblich die kraftvollen Death Metal-Growls von Frontmann Mikael Akerfeldt,  und auch Stakkato-Riffs und Double Bass-Passagen sind dünn gesäht.

Aber ob Metal oder nicht, „Pale Communion“ ist durch und durch ein Opeth-Album; viele Passagen wären auch auf dem entschieden metallischen „Ghost Reveries“ denkbar gewesen und das finster-melancholische Elysian Woes erinnert an das erste Growl-freie Opeth-Album „Damnation“. Die zahlreichen Seventies-Einflüsse – u.a. King Crimson, Camel, Nick Drake und Scott Walker – sind inzwischen ein integraler Teil des Opeth-Sounds und des musikalischen Vokabulars von Frontmann und Songwriter Akerfeldt geworden.  So konnten sich Opeth aus dem selbstgeschaffenen, mittlerweile gewaltigen Stilrepertoire bedienen und haben mit „Pale Communion“ ihr ambitioniertestes und gleichzeitig entspanntestes Album aufgenommen, das dank der Produktion von Steven Wilson glasklar und gleichzeitig extrem dynamisch klingt.

Titel wie Goblin oder River zeigen wie Opeth Einflüsse verarbeiten ohne jemals in Plagiarismus abzudriften. Goblin ist eine geschmackvolle Hommage an die Kult- Band gleichen Namens, während sich in der ersten Hälfte des folkigen River Gesangsharmonien und bluesige Leadgitarre von Rock-Urgesteinen wie Crosby, Stills & Nash, Fleetwood Mac und den Allman Brothers mühelos in den Opeth-Sound integrieren. Auch umgeben von komplexen Songs im „klassischen“ Opeth-Stil (minus die Growls) wie Moon Above, Sun Below und Voice of Treason wirken Goblin und River kein bisschen fehl am Platz.

Das wirklich Bemerkenswerte an „Pale Communion“ ist nicht die stilistische Breite von Akerfeldts musikalischer Melange, sondern die Tatsache, wie mühelos das Ergebnis nach Opeth klingt. Ab dem ersten Song baut die Band konsequent musikalische Spannung auf, die sie über die gesamte Länge des Albums hält: Auch wenn „Pale Communion“ kein Konzeptalbum ist, hat es eine extrem dichte Dramaturgie mit einem perfekten Verhältnis von komplexen Passagen und singbaren Hooks. Fans der ersten Stunden mögen der Dynamik zwischen ruhigen Passagen und Death-Metal nachtrauern; wer sich davon abschrecken lässt, verpasst eine aufregende Station in Mikael Akerfeldts musikalischer Reise – ob das Ziel oder nur eine Zwischenstation wird sich zeigen – und eines der besten und unvorhersehbarsten Alben der letzten Zeit.

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Experiment geglückt: Opeth-Mastermind Mikael Akerfeldt hat sich an vier Jahrzehnten Musikgeschichte bedient und daraus ein modernes, Metal-freies Prog-Meisterwerk zusammengezimmert, dass trotz allem nach Opeth klingt.

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