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CD-Kritik: Muse – The 2nd Law

Musik
Überblick
Item Reviewed

The 2nd Law

Author
2. Oktober 2012
Künstler

Muse

Jahr

2012

Das sechste Album der Briten klingt besser als die Summe seiner Teile

Muse gehören nicht zu den Bands, die sich noch nicht „gefunden“ haben. Man kann den Muse-Sound in einzelne Elemente zerlegen (das Drama von Radiohead, der Bombast von Queen…), aber die Musik des Trios bleibt unverkennbar. Trotzdem hören Matt Bellamy, Christopher Wolstenholme und Dominic Howard nicht auf zu experimentieren. Auf The 2nd Law, dem mittlerweile sechsten Album der Band, fördert das Experiment am Sound zwar nicht immer Gold zutage, ist aber umso mutiger. Die vorab veröffentlichte Ohrwurm-Single „Madness“ ist ein gutes Beispiel dafür: Der Sound ist zwar noch immer klar als Muse zu erkennen, aber die elektronischere Instrumentierung ist frisch und inspiriert.

Bond bis Bono

Wie beim letzten Album geben sich Muse auch auf The 2nd Law keine Mühe, ihre Inspiration zu verstecken. Der erste – und beste – Track des Albums klingt wie ein direktes Plädoyer, die Band den nächsten James Bond-Titelsong schreiben zu lassen.  „Supremacy“ reiht typische Bond-Klänge wie Stakkato-Fanfaren und Tremolo-Gitarren aneinander und zitiert zwischendurch sogar das klassische 007-Thema:

Auch der Song „Big Freeze“ klingt zumindest in Teilen wie eine pure Hommage, diesmal an U2 während der Joshua Tree-Zeit: Matt Bellamy imitiert gleichzeitig die Gitarre von The Edge und den Gesang von Bono.

Furchtloses Finale

Mutig ist aber vor allem das, was nach „Big Freeze“ kommt: Obwohl sich Muse sich vor allem über Bellamys dramatische Stimme definieren, steuert der zu den letzten vier Songs des Albums praktisch keinen Gesang bei. Während die abschließende Ambient-Suite „The 2nd Law“ ein de-fakto Instrumental ist (mit gelegentlichen textlosen Vokalisen) tritt bei „Save Me“ und „Liquid State“ erstmalig Bassist Chris Wolstenholme ans Mikro – und auch wenn beide Songs etwas vor sich hin plätschern, macht er seine Sache gut.

Einige Tracks leiden an den selben Problemen wie der Vorgänger The Resistance. Die Olympia-Hymne „Survival“ klingt fast wie eine Muse-Parodie in der kein Klischee fehlt und die zuckersüße Ballade „Explorers“ klingt wie eine glattgebügelte Variante früherer Songs, „Absolution-Light“ sozusagen.

Zwischen Tradition und Innovation

Alles in allem ist aber der Sound auf The 2nd Law aber deutlich abwechslungsreicher ausgefallen: Neben dem groovenden „Panic Station“, einem Quasi-Nachfolger von „Supermassive Black Hole“ zieht sich vor allem ein massiver Dubstep-Einfluß durch das Album. Während die häufigen Verbeugungen vor anderen Bands den Sound von Muse manchmal etwas verwässern, fügt sich das agressive Dubstep-Element vor allem bei „Follow Me“ und „Unsustainable“  extrem gut ein.

Nachdem sich Muse mit The Resistance etwas festgefahren hatten, wagen sie sich mit dem Nachfolger wieder auf neues und unsicheres Terrain. Nicht jeder Track auf The 2nd Law ist ein potentieller Klassiker geworden. Trotz vereinzelter Fehltritte kann das Album als Gesamtwerk aber überzeugen und klingt spannender, als alles was Muse seit Absolution veröffentlicht haben.

Erschienen bei Warner Music

 

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  • 2. Oktober 2012 auf 21:50

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich nach dreimaligem Hören noch nicht so richtig warm mit dem Album geworden bin. Der übermäßige Einsatz von Elektro-Beats und Dubstep passt für mich nicht so richtig gut zur Band (vor allem, wenn man Livekonzerte von ihnen vor Augen hat). Ich werde das Album aber trotzdem noch ein paar Mal hören, mal sehen, ob es mir irgendwann doch gefällt.

    • 2. Oktober 2012 auf 22:03

      Kann ich prinzipiell verstehen. Nach mehrmaligem Hören integriert sich der Sound aber (zumindest für mein Gefühl) sehr gut. Zumal „Unsustainable“ zwar nach Dubstep klingt, aber ohne Elektronik gespielt ist: Nur Schlagzeug, Bass und Gitarreneffekte.

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