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CD-Kritik: Flying Colors

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CD-Kritik: Flying Colors

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Nachdem die Metal-Breitseite Omertà eine Woche Zeit hatte sich zu setzen, legt Ex-Dream Theater Drummer jetzt nach, mit Projekt Nr. 2, besser (wenn auch trotzdem kaum) bekannt als Flying Colors. Das Album ist das Debüt einer der ungewöhnlichsten Konstellationen der Rockgeschichte:

Als da wären: Der christliche Progger Neal Morse, Sänger und Keyboarder der Retro-Supergroup Transatlantic (gemeinsam mit Mike Portnoy) und Ex-Sänger von Spock’s Beard; Über-Gitarristen Steve Morse (Dixie Dregs, Kansas, Deep Purple); außerdem Fusion-Bassist Dave LaRue (Dixie Dregs, Steve Morse Band), Indie-Pop-Sänger Casey McPherson und der Mann, der sie alle zusammengebracht hat – Mike Portnoy.

Casey McPherson ist – zumindest bei Dream Theater oder Deep Purple-Fans – eher unbekannt. Aber auch wenn die Entscheidung, jemand anders als Neal Morse die Lead Vocals singen zu lassen, für so manche hochgezogene Augenbraue gesorgt hat, ist McPhersons Gesang das Element, das den Sound von Flying Colors so unvorhersehbar macht.

Das soll nicht heißen, dass die anderen Musiker nicht herausragend sind; vor allem Steve Morse und Dave LaRue heben das Album technisch und musikalisch auf Ausnahmeniveau und das Chamäleon Mike Portnoy spielt perfekt songdienlich und erdet den Sound.

Neal Morse ist (in diesem Fall) das unscheinbarste Bandmitglied, aber seine Keyboard-Texturen und Backing- (sowie gelegentlichen Lead-)Vocals geben dem kompletten Album einen geschmackssicheren Beatles-Vibe – vor allem aber „Love is what I’m waiting for“:

Songs wie „The Storm“ oder „Kayla“ klingen trotz ihrer komplexen Arrangements so einprägsam, dass man sie sich fast im Radio vorstellen kann – sicher nicht zuletzt dank Rush– und Gary Moore -Produzent Peter Collins.

Die Tracks „Shoulda Coulda Woulda“ und “All Falls Down“ sind dagegen deutlich rockiger ausgefallen als der Rest des Albums, passen aber gut ins Gesamtkonzept. Wie Ringo bei den Beatles darf auch Mike Portnoy bei einem Song die Lead Vocals übernehmen –  das entspannte „Fool in my Heart“ ist so sehr auf Portnoys leicht monotonen Klang zugeschnitten, dass man sich darin schwer die Stimme von McPherson oder Morse vorstellen kann.

Auch wenn Portnoy der schwächster Sänger der Band ist, ist „Fool in my Heart“ die Ruhe vor dem Sturm, den der abschließende Prog-Marathon „Eternal Fire“ heraufbeschwört. Hier betreten Flying Colors das einzige Mal das musikalische Terrain von Transatlantic, ohne aber – dank LaRues groovigem Bass und McPhersons ausdrucksvoller Stimme – die eigene Identität zu opfern.

Diese Identität ist es, die Flying Colors von den meisten „Supergroups“ unterscheidet. Während zum Beispiel Coverdale/Page (erinnert sich noch jemand?) geklungen haben wie Led Zeppelin (und Audioslave wie Led Zeppelin an einem schlechten Tag) und Transatlantic ein nostalgisches Kondensat aus Seventies-Prog sind, schaffen sich Flying Colors eine ganz eigene Nische mit ihrem frischem Sound zwischen Indie-Pop, Hardrock und Prog und haben mit ihrem Debüt eines der interessanteren Rock-Alben der letzten Jahre aufgenommen.

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