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CD-Kritik: Adrenaline Mob – Omertà

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CD-Kritik: Adrenaline Mob – Omertà

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Schnörkelloses Debüt

In den letzten eineinhalb Jahren war es eher ruhig um den Ausnahmeschlagzeuger Mike Portnoy, aber damit ist jetzt Schluss.
Diesen Monat erscheinen die ersten zwei Alben, die Portnoy seit seinem Ausstieg bei Dream Theater aufgenommen hat und könnten unterschiedlicher kaum sein. Ende März veröffentlicht er das All-Star Alternative Rock/Pop/Prog- Feuerwerk Flying Colors mit Gitarren-Legende Steve Morse (Dixie Dregs, Deep Purple) und Neal Morse (Transatlantic, Ex-Spock’s Beard – übrigens nicht verwandt), DaveLaRue (Dixie Dregs) und Alpha Rev-Sänger Casey McPherson.

Vorher allerdings wird es erst mal deutlich metallischer: Am 16. März erscheint das Debüt seines Old-School Metal-Projekts Adrenaline Mob. Letztes Jahr gab es vorab schon mal eine EP; die klang zwar nach einer Band mit Potential, war aber weder in Punkto Songs noch Produktion herausragend. Glücklicherweise haben Portnoy & Co. sich jetzt mit ihrem ersten richtigen Album Omertà in jeder Hinsicht gesteigert, wie sich schon mit der Vorab-Single „Undaunted“ angekündigt hat:

Die Stars auf Omertà sind neben Portnoy gleichermaßen Sänger Russel Allen (Symphony X) – der hier klingt wie ein Hybrid aus Ronnie James Dio und Machine Heads Robb Flynn – und der bis dato unbekannte, frickelige Gitarrenvirtuose Mike Orlando.  Rhythmus-Gitarrist Rich Ward und Paul DiLeo (Bassist von Nena!) haben inzwischen die Band wieder verlassen, sind aber noch auf dem Album zu hören.

Warum genau ist also Omertà so viel besser als die EP? Die Zutaten sind die selben, aber diesmal stimmt die Mischung.  Adrenaline Mob klingen auf dem Album nicht mehr nach einem Projekt, sondern nach einer richtigen, eingespielten Band. Die elf Tracks sind zwar stilistisch abwechslungsreich und klingen mal nach Hard Rock, Thrash oder Doom, aber dank Russell Allens markantem Gesang trotzdem wie aus einem Guss.

Neben dem Kings-X-Harmonien im Chrous von „Psychosane“ und der bombastischen Ballade „Angel Sky“ ist eins der Highlights auf Omerta das unerwartete Duran Duran-Cover „Come Undone“, dem der aggressivere Sound erstaunlich gut steht.

Trotz Portnoys und Allens Prog-Metal-Background klingt nichts auf dem Album auch nur ansatzweise kompliziert; Omertà ist purer, gradliniger Oldschool-Metal im radiotauglichen Format. Während allerdings die kurzen, ohrwurmigen Songs musikalisch schnell auf den Punkt kommen, scheint sich die Band nicht immer sicher zu sein, ob sich ihre Texte ernst nehmen („Believe Me“, „Indifferent“) oder aus Spinal-Tap-artigen Metal-Klischees bestehen („Psychosane“, „Feeling Me“).

Ob Adrenaline Mob jetzt ein einmaliges Projekt, eine Teilzeit-Supergroup oder eine vollwertige Band sind – nach dem durchwachsenen EP-Testlauf ist Omertà ein fast perfektes Metal-Album geworden. Die Produktion ist klar und wuchtig (auch wenn etwas mehr Dynamik nicht geschadet hätte) und keiner der kurzweiligen Songs lädt zum Überspringen ein.

Ob viele von Mike Portnoys Fans, die komplexere Musik a la Dream Theater oder Transatlantic gewohnt sind (selbst sein Album mit Avenged Sevenfold hatte proggige Anklänge), mit den kompakten Gassenhauern auf Omertà viel anfangen können ist fraglich. Wer gradlinigen Metal mag, bekommt mit dem Album eins der frischsten Debüts der letzten Jahre, dass sich gleichzeitig vor Metal-Giganten wie Judas Priest, Megadeth und Pantera verbeugt und dabei trotzdem einen sehr eigenen Sound hat. Portnoy und Allen sind beide in Höchstform und zu recht stolz auf ihr Album – zumal man gut hört, wie viel Spaß alle Beteiligten im Studio hatten. Auch wenn der Name des Albums den Schweige-Codex in Mafia-Kreisen beschreibt, bleibt Omertá sicher nicht lange ein Geheimtipp.

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