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Buchkritik: Terry Pratchett – Steife Prise

Buch
Überblick
Item Reviewed

Steife Prise

Author
13. September 2012
Originaltitel

Snuff

Autor

Terry Pratchett

Serie

Scheibenwelt


Trotz Alzheimer – Steife Prise zeigt, dass Pratchetts Verstand und Gefühl für Satire scharf sind wie eh und je

Es war ein trauriger Tag für Fans von Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen als der Autor vor ein paar Jahren bekanntgegeben hat, dass er an Alzheimer leidet.  Wie man im (sehr bewegenden) Dokumentarfilm Terry Pratchett: Choosing To Die sehen kann, kann er inzwischen nicht mehr selbst schreiben, sondern diktiert seine Bücher und Korrespondenz seinem Assistenten (der Film dreht sich übrigens weniger um Pratchett selbst; der Autor spricht vielmehr mit einer Reihe von todkranken Menschen, die sich für Sterbehilfe entschieden haben).

Aber trotz der fortschreitenden Erkrankung hat Pratchett nicht auf die Bremse getreten; dieses Jahr  alleine erscheinen (bzw. sind erschienen) neben zahlreichen Neuauflagen der Sci-Fi-Roman The Long Earth, Dodger sowie eine Sammlung von Kurzgeschichten  – plus zwei deutsche Übersetzungungen, unter anderem Snuff (vergleichsweise clever neu betitelt als Steife Prise).

Der dreht sich um Sam Vimes – deutsch Sam Mumm – den Kommandanten der Stadtwache, der mit Frau und Kind einen Landurlaub genießt. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem rätselhaften Todesfall kommt. Aber bei seinen eifrigen Nachforschungen stößt Vimes auf eine Mauer des Schweigens.

Pratchett erzählt in seinem aktuellen Scheibenwelt-Buch, dem mittlerweile 39sten,  eine Mord- und Verschwörungs-Geschichte a lá Agatha Christie. Durch das entlegene Setting, weit entfernt von Ankh-Morpork, kann er sich von viel Ballast, von etablierten Orten, Charakteren und Dynamiken befreien. Der gewohnte Humor kommt dabei nicht zu kurz, aber Steife Prise hat trotzdem ein für Pratchett ungewohnt ruhiges Tempo.

Außerdem steckt unter der Oberfläche von Humor und Whodunnit eine dünn verschleierte, und für Pratchett ungewohnt direkte Sozialkritik. Die humanistische Ader, die schon immer ein Element von Pratchetts Romanen war, ist so sehr nach vorne gekehrt wie nur selten.

Steife Prise ist weder der lustigste noch der spannendste Scheibenwelt-Roman. Vimes‘ Abenteuer im Alleingang zeigt aber, dass Pratchett sich auch nach fast 40 Büchern nicht einfach nur auf bewährte Formeln verlassen will und dass er – vielleicht mehr denn je – etwas zu sagen hat.

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