Paste your Google Webmaster Tools verification code here

Buchkritik: Szilárd Rubin – Die Wolfsgrube

Buch
Überblick
Item Reviewed

Szilárd Rubin - Die Wolfsgrube

Author
16. Februar 2013
Genre

sozialkritischer Krimi

Kommt aus

Ungarn

Jahr

2013

Länge

208 Seiten

Verlag

Rowohlt

Rubin - WolfsgrubeWhodunit mit sozialkritischem Element

Das Cover… ist ein kleines Meisterwerk; nicht nur sehr ästhetisch, sondern auch sehr sprechend. ‚Wenn man genau hinschaut, ist nichts wie es scheint‘, sagt es. Besser ließe sich der kleine Krimi des verstorbenen ungarischen Autors Rubin Szilárd nicht zusammenfassen. Darin verabredet sich eine Gruppe von Schulfreunden, um nach vielen Jahren ein Wiedersehen zu feiern (offenbar im Moment ein beliebtes Thema). Nicht nur hat man sich in sehr verschiedene Richtungen entwickelt und ist Repräsentant verschiedener Gesellschaftsgruppen mit ganz unterschiedlichen Einstellungen – im Schatten verbergen sich offenbar Ressentiments von ganz anderem Kaliber. Denn als nach einem Spiel das Licht wieder eingeschaltet wird, liegt plötzlich eine Tote im Raum.

Der beste Moment: Irgendwo in der Mitte. Rubin hat sich bis dahin Zeit genommen, all seine Charaktere ausführlich vorzustellen. Nicht nur sind durchweg alle interessant, sie haben auch fast alle irgendeine Form von Dreck am Stecken oder stecken zumindest in einer ethischen Zwickmühle. Und zwischen ihnen gibt es so viel Zündstoff, nicht aufgearbeitete Rivalitäten, heimliche Abneigungen, Eifersucht und Neid, dass man kaum erwarten kann, dass Rubin die acht aufeinander loslässt. Tatsächlich sind die Seiten danach, das Wiedersehen zwischen Freude, Misstrauen und Missgunst, für mich der Höhepunkt der Wolfsgrube.

Der schlimmste Moment: Der, in dem man das Buch zuklappt und denkt: ‚Das war’s?‘ Nachdem Szilárd seine Figuren und alles wofür sie stehen so sorgfältig eingeführt hat, verwendet er zu wenig Sorgfalt auf die Gesetze des Genres, in dem er sich befindet, und das ist nun einmal der Whodunit. Ich bin die Letzte, die sich beschwert wenn Genre-Konventionen aufgebrochen werden; im Gegenteil, wenn der Autor damit einen Punkt macht oder einen besonderen Effekt erzielt, bin ich normalerweise schnell begeistert. Bei der Wolfsgrube hatte ich aber gegen Ende das Gefühl, Rubin war entweder in Eile, oder er hat sich nicht genug mit dem Genre Kriminalroman befasst. Tatsächlich ist die Auflösung überraschend und gelungen, zumal sie das kriminalistische und sozialkritische Element des Romans zusammenbringt. Dass Rubin dorthin aber mit einer Handvoll halbherziger Verhöre und fast ohne Windungen, Wirrungen und Hindernisse gelangt, nimmt ihr viel von ihrer Kraft.

Kann man lesen… wenn man, wie ich, Kammerspiele mag. Szilárds Erzählstil ist ungewöhnlich elegant und unterhaltsamdenn die Art wie Rubin die Figuren gegeneinander antreten lässt, hat Verve und Biss – oder wenn man sich für das ungarische Gesellschaftsgefüge der späten 50er Jahre interessiert. Auch das kommt für meinen Geschmack allerdings ein bisschen zu kurz. Eins der wenigen Bücher also, die von 100 Seiten mehr definitiv profitiert hätten.

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Unterm Strich

Ein kluges Buch über menschliche Begehrlichkeiten und das Ungarn der 50er Jahre, aber die Sache mit dem Whodunit löst Rubin mehr als halbherzig.

Pop / Kultur / Schock: Rubin lässt den POP leider fast komplett außer Acht - ergo: KULTUR.

Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
0%
0%
0%
0%
Kommentare
Antworten

Antwoten

Total

}