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Buchkritik: Mira Grant – Deadline: Tödliche Wahrheit

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Buchkritik: Mira Grant – Deadline: Tödliche Wahrheit

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Die „Newsflesh“ (alias „Zombies vs. Blogger“)- Trilogie geht in die zweite Runde

Achtung: Die Kritik enthält fette Spoiler für den ersten Teil Feed – Viruszone.

Die sonst als Jugendbuch-Autorin bekannte Seanan McGuire schlägt zum zweiten Mal unter ihrem Pseudonym Mira Grant zu: Deadline ist das Mittelstück ihrer „Newsflesh“-Trilogie, einer Zombie-Dystopie mit einer ordentlichen Prise Young Adult-Fiction. Die Stärke des ersten Teils Feed war neben der hochspannenden Verschwörungs-Story vor allem Grants Worldbuilding: Die nahe Zukunft, in der Blogger die Medienwelt beherrschen und die Gesellschaft sich mit einer Zombie-Plage arrangiert hat, ist klug ausgedacht und erstaunlich frei von logischen Fehler.

Die Stärken von Feed kommen auch in der Fortsetzung zum Tragen: Wir lernen einen größeren Ausschnitt der Welt kennen und erfahren außerdem mehr über die Blogger, die das Kernteam aus dem letzten Band umgeben. Wie der Vorgänger nimmt auch Deadline oft dramatische Wendungen, und Kapitel enden nicht selten in Cliffhangern, die dem Leser (nicht dem Erzähler!) ein „holy crap“ abringen.

Auch Monate nach den Ereignissen von Feed hat die Blog-Belegschaft den Tod von Georgia Mason noch nicht weggesteckt. Vor allem Shaun Mason, der in Deadline die Rolle des Erzählers übernimmt, hat neben seiner Ziehschwester auch eine ordentliche Portion seines Verstandes eingebüßt und sich eine Version von Georgia in seinem Kopf geschaffen, mit der er sich unterhält, während seine Mitmenschen verlegen in die Luft starren. Aber Shaun ist nicht der einzige, dem Georgia fehlt – auch als Leser vermisst man die unaufdringliche Erzählstimme der Feed-Protagonistin. Shaun ist dagegen ein testosteron-überladenes Klischee, legt sich mit jedem an und lässt ständig den Leser wissen, was er für ein Draufgänger ist.

Das Narrativ von Deadline leidet nicht nur unter dem anstrengenden Erzähler, sondern ist auch deutlich weniger fokussiert und zielstrebig als Feed. Vielleicht spiegelt das den Geisteszustand des Protagonisten wider, vor allem aber zeigt sich darin eine Fehlleistung des Lektors, der an vielen Stellen besser die Schere angelegt hätte; um zahlreiche ziellose Handlungsstränge zu entfernen und  ungeschickt eingeflochtene Exposition, die dem Leser nicht nur unterstellt, das letzte Buch vergessen zu haben, sondern auch Ereignisse die gerade mal ein paar Seiten zurückliegen.

Aber trotz Grants narrativen Auschweifungen und ihres Amnesie-freundlichen Erzählstils erfüllt Deadline die Erwartungen an den zweiten Teil einer Trilogie. Er spannt einen größeren Bogen, rückt durch neue Enthüllungen Ereignisse des – scheinbar in sich abgeschlossenen – ersten Teils in ein völlig neues Licht und macht neugierig auf den dritten Teil. Besonders dabei ist Grant in Deadline sehr effektiv: Im letzten Drittel führt die Autorin ein komplett unerwartetes neues Element ein und endet mit einem gewaltigen Cliffhanger.

Deadline ist ein würdiger Mittelteil für die „Newsflesh“-Trilogie. Der Spagat zwischen Verschwöruungsthriller, Zombie-Horror und dystopischer Young Adult-Fiction ist bemerkenswert gut gelungen, zumal keins der Elemente besonders verwässert wirkt. Vor allem aber schafft es Grant immer wieder, die Spannungsschraube so fest anzuziehen, dass man am Ende die narrativen Schwächen vergibt und am liebsten direkt den dritten Teil hinterherschieben würde.

 

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