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Buchkritik: James A. Corey – Leviathan erwacht

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Buchkritik: James A. Corey – Leviathan erwacht

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Die Idee, dass so etwas wie Weltfrieden leichter zu haben wäre, wenn es genug Platz für alle gäbe, ist hübsch und hat einen Haufen Space Operas inspiriert. James A. Coreys Leviathan erwacht sieht das ganz klar anders: Erde und Mars sind die zwei Supermächte in einer gänzlich von Menschen besiedelten Galaxie, in der es weiß Gott genug Platz gibt – und trotzdem genug Konfliktpotenzial: Rohstoffmangel, Misstrauen, schlechte Kommunikation.

Während er und sein Team  ein verlassenes Schiff untersuchen, wird Jim Holdens Frachter inklusive Besatzung zerstört. Als er in einer Videobotschaft an das gesamte System durchsickern lässt, dass der Mars dafür verantwortlich sein könnte, bringt er die Galaxie an den Rand des Krieges.

Leviathan erwacht hat weniger den romantischen Abenteuer-Flair der Space Opera der 80er, als den dreckigen Vibe des Noir-Genres, gemischt mit der kühlen Athmosphäre und der Komplexität des Polit-Thrillers. James A. Corey (übrigens das gemeinsame Pseudonym von Sci-Fi-Autor Daniel Abraham und Ty Franck, dem Assistenten von George R. R. Martin) konzentriert sich sehr auf die politische Landschaft seiner Welt. Die ist nicht unglaublich kreativ (Fans von Iain Banks werden bestimmt enttäuscht sein), und legt auch keinen besonderen Wert auf technische Innovation, ist aber trotzdem durchdacht. Das Leben der „Gürtler“ ist so viel härter als das der Erd- und Mars-Bewohner, dass die gespannte Stimmung geradezu spürbar wird.

Was allerdings so gar nicht spürbar wird, ist eine Verbindung zu den Charakteren. Die beiden Hauptfiguren, Jim Holden und der Gürtler-Detective Miller, sind eher Typen als echte Charaktere: Miller der cholerische Hardboiled-POI, der seinen Vorgesetzten ein Dorn im Auge ist und Probleme mit Alkohol und übergroßem Leichtsinn hat; und Holden, der Han Solo seltsam ähnlich ist: direkt, charmant, mag sich nicht binden – aber immerhin für seine Mannschaft ist er da.

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Daniel Abraham und Ty Franck haben fast alles: eine durchdachte Welt, eine spannende, komplexe Geschichte (mit kotzenden Zombies, no less!), und einen großen Gamechanger am Ende, der Lust auf die nächsten Bände macht - aber die flachen Charaktere brechen ihnen das Genick.

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  • 11. Juni 2012 auf 12:02

    Steht auch auf meiner Wunschliste – die 650 Seiten (nun auch noch die flachen Charaktere) schrecken mich aber bisher ab…

    • 11. Juni 2012 auf 13:26

      Die 650 Seiten vergehen im Flug, das liest sich unheimlich schnell. Aber die Charaktere sind wirklich ein Problem, ich hoffe ich den nächsten Bänden kriegen die beiden das in den Griff. Alles andere ist richtig gut.

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