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Buchkritik: Christian Eisert – Fun Man

Buch
Überblick
Item Reviewed

Fun Man

Author
20. Januar 2012
Autor

Christian Eisert

Kommt aus

Deutschland

Jahr

2012

Vor ein paar Jahren hatte sich TV-Gagschreiber Christian Eisert spontan einen Porsche gekauft und in Tacho Man unterhaltsam beschrieben, welche Auswirkungen das auf seinen Leben hatte. Mit Fun Man hat er jetzt eine Art Sequel geschrieben. Auch dieses Mal ist er unterwegs durch Deutschland, wieder sitzt er – zumindest über große Strecken – hinter dem Steuer von „Porschelchen“; allerdings verfolgt er mit seinem Road Trip diesmal das selbe Ziel wie einst Timm Thaler: Eisert will Lachen lernen.

Dafür ist ihm nichts zu blöd. Der Fun Man nimmt an einer heiteren Bustour durch Berlin teil, besucht ein Tantra-Studio, jagt einen lebenden Lachsack und macht eine Comedy-Kreuzfahrt mit. Nebenbei erzählt er ein wenig über die Geschichte des Lachens in der Medizin und gewährt einen Blick hinter die Kulissen seines Berufs als Gagschreiber und Humor-Coach.

Eisert stellt bei jeder Gelegenheit unter Beweis, dass er gut auf Pointen hinarbeiten kann; außerdem schreibt er einen sympathischen Stil, der die Identifikation mit seinem größtenteils autobiographischen Ich-Erzähler leicht macht.

Gerade deshalb ist es schade, dass er einfach nicht genug zu erzählen hat, um sein Buch mit Substanz zu füllen. Die Reise durch die Comedy-Kloaken der Nation hat zwar ein erklärtes Ziel, aber Eiserts Narrativ ist oft unfokussiert, wie eine eher zufällige Aneinanderreihung mal mehr, mal weniger amüsanter Episoden ohne zwingende Dramaturgie. Humor in Deutschland gibt als Thema viel her, aber Eisert geht selten in die Tiefe oder stellt Zusammenhänge zwischen seinen Beobachtungen her.

Dass Fun Man trotzdem über große Strecken Spaß macht, liegt vor allem an Eiserts Fähigkeit, aus Belanglosigkeiten Gold zu spinnen. Trotz des schwächelnden narrativen Fadens ist Fun Man alles andere als Papierverschwendung; die erfrischend selbstironische Erzählstimme hebt die Form weit über den Inhalt. Nur hätte ich mich gefreut, wenn Eisert mehr mitzuteilen gehabt hätte als ein paar kuriose Begegnungen, so scharf beobachtet und ansprechend verpackt die auch sein mögen. Auf jeden Fall ist Christian Eisert ein Talent, das man im Auge behalten sollte, auch wenn ihm mit Fun Man der ganz große Wurf nicht geglückt ist.

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