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Buchkritik: Beatriz Williams – Das Meer der Zeit

Buch
Überblick
Item Reviewed

Beatriz Williams - Das Meer der Zeit

Author
22. März 2013
Originaltitel

Overseas

Genre

Zeitreisen-Romanze

Spielt in

Amiens (Frankreich), New York

Jahr

2012

Länge

560 Seiten

Verlag

Knaur

Ein akttraktiver, ca. 100jähriger Aktien-Mogul + die besten Zeitreisen-Romane

Beatriz Williams - Das Meer der Zeit; Rechte: KnaurHinter diesem hübschen aber harmlosen grünen Cover, das verdächtig an Die Frau das Zeitreisenden erinnert, verbirgt sich ein eine Mixtur aus Elementen verschiedener Genres – etwas, das mich grundsätzlich immer interessiert.

Die Genres, die Beatriz Williams in ihrem Debütroman zusammengerührt hat, sind: Romance, Zeitreise und Wirtschaftsthriller. Zwei dieser drei in einem Roman zu finden ist nichts Neues – aber die dritte hat mich neugierig gemacht.

Die Romanze

Die romantische Seite ist ganz eindeutig der Fokus des Meers der Zeit. Nicht nur widmet Beatriz Williams der Beziehung zwischen ihren beiden Hauptakteuren am meisten Raum, sondern auch am meisten Sorgfalt. Die Art der Beziehung ist allerdings gewöhnungsbedürftig: Julian, der steinreiche Zeitreisende aus dem frühen 20. Jahrhundert, hat entsprechend konservative Vorstellungen vom Zusammenleben: Zwar ist er modern genug, seiner Freundin das Arbeiten zu gestatten, aber im Grunde ist das für ihn nicht mehr als ein Hobby, während er beide versorgt. Dass sie seine Kreditkarte mitbenutzt – ob sie will oder nicht – versteht sich sowieso von selbst, und dass sie sich, sobald Gefahr droht, von ihm behüten lässt, ebenfalls.

Die Reibung mit der modernen Kate, die dabei ist, sich einen Namen an der Wall Street zu machen, ist interessant. Das hat Beatriz Williams erkannt und beschäftigt sich deshalb mehr mit der Beziehung selbst, als das normalerweise bei jugendfreier Romance der Fall ist, wo ja meistens die Balz im Vordergrund steht. Die hat Williams leider ein bisschen vernachlässigt, zusammen mit den dazugehörigen Schmetterlingen im Bauch. Auch wer sich atemlose erotische Szenen erhofft, dürfte enttäuscht werden: Kate und Julian sind zwar nicht gerade prüde, aber wenn es interessant wird, senkt sich wie in einem Hollywoodfilm erst ein Weichzeichner über die Szene, bevor schleunigst zur nächsten „geschnitten“ wird.

Die besten Zeitreisen-RomaneDer „Wirtschaftsthriller“

Williams‘ Wall Street ein Hexenkessel, wo jeder intrigieren kann wie er will, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass seine Vorgesetzten oder gar die Personalabteilung ihn durchschauen. Julian gehört eine der größten Investmentfirmen des Landes, und natürlich weckt die junge Beziehung Neid. Kate gerät zwischen die Fronten. Die wirtschaftliche Seite hat mich besonders interessiert, schon allein deshalb weil sie so prosaisch ist. Aber im Grunde könnte Das Meer der Zeit genauso gut in irgendeinem anderen Milieu spielen, wo gerne die Ellenbogen ausgefahren werden. Davon abgesehen ist das Thriller-Element erstens nicht viel mehr als ein Nebenschauplatz und zweitens nicht besonders komplex.

Die Zeitreise

Julian stammt aus dem Großbrittanien des frühen 20. Jahrhunderts und verschwindet von der Front des 1. Weltkriegs, mitten hinein ins 21. Jahrhundert. Wie und warum, und was Kate ein paar Tage vor seinem Verschwinden in seinem Leben zu suchen hat, ist ganz geschickt erdacht und gut mit dem Rest der Geschichte verknüpft. An die Zeitreisen-Klassiker mit ihren elaboraten Systemen reicht Das Meer der Zeit aber längst nicht heran.

Lesen?

Begeistert hat mich Das Meer der Zeit nicht, aber immerhin ist der Roman mehr als die Summe seiner Teile. Die 600 Seiten lesen sich blitzartig und die spürbaren Auswirkungen des Generations-Unterschieds auf die Liebesgeschichte sind sehr konsequent.

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Unterm Strich

Für eine langweilige Zugfahrt oder einen langen Flug ist dieses Buch genau das Richtige. Aber wer auf der Suche nach einem gut durchdachten Zeitreisen-Roman ist, der ein paar Tage nach der letzten Seite noch nachklingt, sollte sich lieber woanders umschauen.

Pop / Kultur / Schock: POP

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