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Buchkritik: Arthur Slade – Mission Clockwork – Gefahr für das britische Empire

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Buchkritik: Arthur Slade – Mission Clockwork – Gefahr für das britische Empire

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Dass der Kanadier Arthur Slade, seine Klassiker kennt, diese Tatsache beißt den Leser seines Romans Mission Clockwork (der englische Titel ist nur marginal eleganter: The Hunchback Assignments) schon auf den ersten 20 Seiten kräftig in die Nase: Nachdem er uns im Prolog einen Blick über die Schulter des wahnsinnigen aber genialen Wissenschaftler Dr. Hyde gewährt, macht er uns mit seinem Protagonisten bekannt: Modo, einem entstellten Waisenkind, das von einem einflussreichen Herrn mit komplexen Motiven aufgezogen wird und noch nie die Welt gesehen hat.

Modo ist 14 zu dem Zeitpunkt, wo die Handlung ernsthaft einsteigt, und mittlerweile hat sein Gönner, Mr. Socrates, ihn zu einem Agenten ausgebildet – mehr noch, zu einer Geheimwaffe. Anders als sein literarisches Vorbild hat Modo nämlich die Fähigkeit, sein Gesicht – zumindest für kurze Zeit – beliebig zu verändern.

Sein erster Einsatz ist, wie könnte es anders sein, die Unterbindung der Machenschaften von Dr. Hyde und dem gefährlichen Geheimbund, der ihn sponsert. Dabei trifft Modo nicht nur auf seine hübsche und eigenwillige Kollegin Octavia und setzt mehrfach sein Leben aufs Spiel, er emanzipiert sich außerdem von Mr. Socrates.

Mission Clockwork ist gleichzeitig viktorianisches Steampunk-Abenteuer, Agentenroman und Coming-of-Age-Geschichte. Slade spielt zwar eindeutig, aber trotzdem relativ subtil mit Steampunk-Elementen: In seinem atmosphärisch dichten viktorianischen London sind die Science-Fiction-Elemente (wie bei James Bond) den Geheimdiensten und -bünden vorbehalten, während die normale Bevölkerung ganz normale Leben lebt, ohne Luftschiffe oder Goggles. Die Charaktere sind, dadurch dass sie an Figuren aus dem 19. Jahrhundert angelehnt sind, aus der damaligen Zeit gedacht: der Underdog, der zum Helden wird, der wahnsinnige Wissenschaftler, der einflussreiche aber kühle Strippenzieher – all sie könnten auch bei Charles Dickens oder Jules Verne auftauchen.

Auch wenn Mission Clockwork in erster Linie für Jugendliche gedacht ist (geeignet halte ich es aber auch schon für 13jährige), macht Slade nicht den Fehler, die Rätsel oder gar die Figuren in seinem Roman weniger komplex zu gestalten. Beide entwickelt er sehr allmählich und in aller Ruhe. Für die „Action“ gilt das nicht: Modo und Octavia stürzen von einer gefährlichen Situation in die nächste, und zwar ohne dass die Szenen wie leere Beschäftigungstherapie für den Leser wirken: Jede Szene bringt nicht nur die Handlung, sondern auch Modos Charakter und die Beziehung zwischen den Figuren voran.

Arhtur Slade hat also alles richtig gemacht. Mission Clockwork ist kein Meisterwerk, aber genau das, was es sein will: ein spannendes, atmosphärisches Abenteuer für Jugendliche, auch sprachlich – zumindest in der Übersetzung – gelungen. Allenfalls könnte man ihm vorwerfen, dass nichts an seiner Geschichte so eigenwillig ist, als dass sie nicht Gefahr liefe, nach einer Weile zu verblassen. Trotzdem: Seine Charaktere sind interessant genug, und ihre Beziehungen untereinander stehen am Ende des ersten Bandes so auf der Kippe, dass man sich, auch als erwachsener Leser, dabei erwischt, wie man bei Amazon nachschaut, wann endlich der nächste Band erscheint.*

*Rechercheergibnis vom Februar 2012

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