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Buch

Buch-Rezension: Katherine Addison: The Goblin Emperor

Überblick
Originaltitel

The Goblin Emperor

Genre

Fantasy

Jahr

2014

Länge

446 Seiten

Awards

Locus Award für den besten Fantasy-Roman 2015
Nominierungen: Hugo Award 2015, Nebula Award 2015, World Fantasy Award 2015

Verlag

Tor

Ein Ausflug an den untheileneischen Hof – Mord, Intrigen und parfümierte Briefe inklusiveDieses Buch dürfte die Nerven meines Mannes schwer beansprucht haben: Tagelang habe ich von kaum etwas anderem gesprochen als von Katherine Addisons Welt, und ständig sind mir gute Gründe eingefallen, um mal schnell noch zwei Seiten zu lesen. Was genau mir so gefallen hat, ist aber gar nicht nicht so leicht festzunageln.

Maia, halb Elf, halb Goblin, kann seinen (spitzen) Ohren kaum trauen, als ihn die Nachricht erreicht, dass sein Vater, Kaiser Verenechibel, zusammen mit all seinen Söhnen bei einem Unfall gestorben ist. Das heißt, mit allen Söhnen bis auf Maia, den ungeliebten – aber legitimen – „Halbling“, der bislang am äußersten Rand seines Reichs unter Hausarrest gelebt hat. Maia wird an den Untheileneischen Hof bestellt und zum Kaiser gekrönt. Nur leider kennt Maia am Hof seines Vaters keine Menschenseele, und durch seine Verbannung hat er von Hofetikette oder gar Politik nicht den blassesten Schimmer.

Addison - Goblin EmperorKatherine Addison traut sich etwas, das im Moment kaum ein erfolgreicher Fantasy-Autor tut: Sie verlässt sich auf einen strahlenden Helden. Maia hatte zwar keine schöne Jugend, aber er hat keine Leichen im Keller, bekommt keine Tobsuchtsanfälle, hat keine Angst vor tiefen Gefühlen – nichtmal Angst sich zu binden (obwohl das natürlich durchaus eine schwierige Angelegenheit ist, wenn die Väter der in Frage kommenden Prinzessinnen mehr oder weniger unverhohlene Drohungen ausstoßen). Nach all den Antihelden und gepeinigten Seelen ist das erfrischend. Kein Wunder, dass Addison letztes Jahr für alle großen Fantasy- und SciFi-Preise im englischsprachigen Raum nominiert war.

Weil er so sympathisch ist, ist es eine erstaunlich schöne Erfahrung, den jungen Kaiser zu begleiten, während er die tausend Klippen an Hof umschifft und langsam in die neue Rolle und die vielen Protokolle hineinwächst. Und das, obwohl The Goblin Emperor oft sehr spannend ist, und obwohl es durchaus um ernste Themen geht: Die Probleme am untheilenesischen Hof sind nicht so anders als unsere. Es herrschen Rassismus, Gier, Angst vor allem Unbekannten, und Leute an den Schalthebeln der Macht, denen Tradition wichtiger ist als gesunder Menschenverstand.

Aber Maia ist ein zuverlässiger Gefährte, der den moralischen Kompass trotz aller Versuchungen nicht verliert. Seine Welt, komplex und glaubwürdig, ist genau richtig, um sich hinein fallen zu lassen und ein paar Stunden zu verschwinden. Nur wieder auftauchen ist nicht ganz leicht.

Eine Anmerkung: The Goblin Emperor ist nicht mehrbändig angelegt (auch das ist erfrischend – aber natürlich auch ein bisschen traurig). Wer mehr von Katherine Addison lesen will, wird unter ihrem richtigen Namen fündig: Als Sarah Monette hat sie zum Beispiel die Trilogie A Companion of Wolves veröffentlicht, die schon in meinem Regal wartet.

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