Paste your Google Webmaster Tools verification code here

Buch-Kritik: Ruth Ozeki – Geschichte für einen Augenblick (Booker Prize)

Buch
Überblick
Item Reviewed

Buch-Kritik: Ruth Ozeki – Geschichte für einen Augenblick (Booker Prize)

Author
16. Oktober 2013
Originaltitel

A Tale for the Time Being

Spielt in

Japan / Kanada

Jahr

2014 (Originalausgabe: 2013)

Länge

560 Seiten

Awards

Man Booker Prize: Nominiert
National Book Critics Circle Award: Nominiert

Verlag

Fischer Verlag

Mobbing, Zen und Flaschenpost

Heute findet in London eins der wichtigsten Ereignisse der
internationalen Literatur-Szene statt: Der Gewinner des Man Booker
Preises 2013 wird verkündet. Wir stellen die Shortlist vor.

time_beingWorum geht’s?

Bei einem Strandspaziergang findet Ruth ein Paket, das von Japan bis auf ihre kleine kanadische Insel getrieben zu sein scheint. Darin befindet sich eine antike Armbanduhr, ein Packen französischer Briefe und das Tagebuch eines jungen japanischen Mädchens. Ruth versinkt immer tiefer in der Geschichte von Nao, ihrem suizidgefährdeten Vater, ihrer Urgroßmutter Jiko, ihres Zeichens buddhistische Nonne und ehemalige Radikal-Feministin, und ihren sadistischen Klassenkameraden.

PopKulturSchock meint:

Die Taschenbuchausgabe von A Tale for the Time Being zieren hingerissene Blurbs von so unterschiedlichen Autoren wie Pulitzer-Preisträger Junot Diaz, Alice Sebold (In meinem Himmel), Philip Pullman (His Dark Materials) und Bestseller-Autorin Deborah Harkness (ja, genau, die mit Die Seelen der Nacht). Das klingt nach einem massentauglichen Romane. Aber genau das dürfte A Tale for the Time Being eigentlich nicht sein.

Denn Ruth Ozekis Roman ist eher Meditation als zielstrebig fortschreitende Handlung. Die einzelnen Elemente der Geschichte sind dabei durchaus handfest, aber sie folgen in kleinen Schritten und mit genau der Langsamkeit aufeinander, die ‚my old Jiko‘ propagiert. Ruth Ozeki interessiert sich wenig dafür, was ihren Figuren passiert, sondern vor allem was das in ihnen auslöst – und was das wiederum in uns Lesern auslösen könnte. Die Hauptfigur trägt nicht umsonst den Namen der Autorin, und nicht umsonst besteht ihr Handlungsbogen in nichts anderem als Naos Geschichte zu lesen und darauf zu reagieren. Wir dagegen lesen was Ruth geschrieben hat – und reagieren.

A Tale for the Time Being ist ein sanfter Versuch, die Welt zu interpretieren: aufeinanderprallende und sich auflösende Gegensätze,  Kommunikation, Verantwortung. Ruth Ozekis Roman streift sogar den Sinn des Lebens. Er stößt Ideen an, sachte aber trotzdem hartnäckig. Ob er aber tatsächlich das Leben seiner Leser verändern kann, wie der Klappentext nahe legt, dürfte sich, wenn man Jiko Glauben schenkt, erst nach ein paar Jahren zeigen. Wer das gemächliche Tempo und die Ästhetik von Terrence Malicks Filmen genießt, sollte diesem Roman trotzdem eine Chance geben.

 

Mehr vom Man Booker Prize

 

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Unterm Strich

Eine Meditation irgendwo zwischen beißendem Realismus und kaum zu fassender Legende - klug und subtil, aber nicht unbedingt packend.

Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
0%
0%
0%
0%
Kommentare
Antworten

Antwoten

Total

}