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Buch-Kritik: NoViolet Bulawayo – Wir brauchen neue Namen (Booker Prize 2013)

Buch
Überblick
Item Reviewed

NoViolet Bulawayo - Wir brauchen neue Namen

Author
8. Oktober 2013
Originaltitel

We Need New Names

Spielt in

Simbabwe / Michigan, USA

Jahr

2014 (2013)

Länge

264 Seiten

Awards

PEN Award 2014
Man Booker Prize 2013: nominiert
Guardian First Book Award 2013: nominiert

Verlag

Suhrkamp

Es ist und bleibt Zuhause

 

Worum geht’s?We-Need-New-Names; Rechte:  Chatto & Windus


Darling wächst in Simbabwe auf, wo sie Guavas isst bis zum Durchfall, Predigten von Prophet Revelations Bitchington Mborro über sich ergehen lässt – und halbherzig hinterfragt -, beobachtet wie das Baby im Bauch ihrer zehnjährigen Freundin Chipo wächst und auf den großen Umbruch wartet, der seit Jahren beschworen wird. Bis Darlings Tante aus Amerika kommt und sie mitnimmt ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

PopKulturSchock findet:

Die junge simbabwische Autorin NoViolet Bulawayo (eigentlich Elizabeth Zandile Tshele, aber bei diesem Titel kommt die Autorin natürlich nicht um ein Pseudonym herum) erzählt im Grunde zwei Geschichten: die von Darling in Simbabwe und die von Darling in Michigan. Diese zwei Geschichten haben wenig miteinander zu tun.

Die erste Hälfte ist eine unwahrscheinliche Kreuzung aus Überlebensbericht und Tom Sawyer. Darling wird aus ihrer Heimat vertrieben und lebt in einer Wellblechhütte. Sie hat Hunger, sieht ihren Vater dahin siechen, beobachtet heimlich Beerdigungen und hört ihre Freundin mit schreckgeweiteten Augen von ihrer Vergewaltigung erzählen. Andererseits hat all das für sie und Chipo, Bastard und Sbho immer den Hauch eines Abenteuers. Und Darling erzählt davon mit einer so naiven, unschuldigen Stimme, dass sich all das Elend leichter ertragen lässt, sich gelegentlich sogar Behaglichkeit einstellt – bis der Kontrast zwischen Erzählstimme und Erzähltem erneut so groß wird, dass er uns aus Darlings Optimismus reißt und ihre Welt umso grausamer wirkt.

Der Umzug nach Michigan macht Darling – zumindest ihre Erzählstimme – dagegen auf einen Schlag erwachsen. Hier geht es NoViolet Bulawayo nicht mehr darum, Afrikas politische und gesellschaftliche Bürde aus einer unbefangenen Perspektive zu zeigen, sondern um die Heimatlosigkeit von Auswanderern, die in ihrer neuen Heimat nie dazu gehören und denen die alte unaufhörlich zwischen den Fingern zerrinnt. Auch das ist ein starker Punkt, aber er kommt nicht so mühelos an wie der erste, und vor allem ist er nicht neu. Darlings Erzählstimme verliert außerdem ihre Eigenheiten. Es mag Sinn machen, dass man seine Stimme verliert, wenn einem niemand mehr zuhört – so ergeht es Darling in den ersten Jahren in Michigan -, aber dem Roman tut es nicht gut. Mit der Stimme geht der starke Fokus verloren und We need new names tröpfelt aus.

Chancen

Wird We need new names den Booker gewinnen? Unwahrscheinlich. Es ist ein gutes, aber kein perfektes Buch, und Debütanten wie NoViolet Bulawayo gewinnen den Booker normalerweise nur dann, wenn sie überwältigen. Dieser Roman ist sicher auch deshalb auf der Shortlist gelandet, weil er gleich zwei Quoten erfüllt: Nicht nur ist er ein Debüt, er ist auch das erste Buch einer schwarzen Afrikanerin, das es je so weit geschafft hat. Schockierend, aber zum Sieg tragen wird diese Tatsache We need new names vermutlich nicht.

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