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Kritik: Karen Joy Fowler – Die Fabelhaften Schwestern der Familie Cooke (Booker 2014)

Buch
Überblick
Item Reviewed

Die Fabelhaften Schwestern der Familie Cooke

Author
9. Oktober 2014
Originaltitel

We are all completely beside ourselves

Genre

Drama

Autor

Karen Joy Fowler

Jahr

2015 (Originalversion: 2013)

Länge

310 Seiten

Awards

PEN / Faulkner Award
Man Booker Prize: nominiert
Nebula Award: nominiert

Verlag

Manhattan

Es ist eine liebgewordene Tradition: Jedes Jahr lesen wir die Shortlist des Man Booker Preises und geben Tipps ab, wer gewinnen könnte. Dieses Jahr war die Verkündung der Listen besonders spannend, denn zum ersten Mal sind beim Booker nicht mehr nur Autoren aus dem Commonwealth zugelassen, sondern alle, die auf Englisch schreiben. Das heißt: auch die Konkurrenz aus den USA. Verliehen wird der Booker am 14.10., bis dahin widmen wir uns jeden Tag einem Buch.

Worum geht’s?

Fowler_Beside Ourselves_CoverSorry, aber diese Frage werde ich nicht beantworten, zumindest nicht konkret. Karen Joy Fowler benutzt nämlich eine Art Gimmick in ihrem Roman: Sie verschweigt im ersten Drittel ihres Romans ein wichtiges Detail der Geschichte, und deswegen wird erst nach ungefähr 100 Seiten klar, wohin der Hase läuft. So viel sei aber gesagt: Die Fabelhaften Schwestern der Familie Cooke ist eine Familiengeschichte, und es geht um Loyalität, um Menschlichkeit, Wissenschaft, Ethik und Erinnerung – und vor allem darum, was Familien zusammenhält und wie tief sie uns prägen.

PopKulturSchock denkt

Dieser Roman war eine Überraschung. Ich kannte Karen Joy Fowler als Autorin von zwei ChickLit-Romanen (einer nett, einer enttäuschend) und war nicht darauf gefasst, ihren Namen auf der Booker-Shortliste wiederzufinden. Aber das Buch mit dem tollen Titel (auf Deutsch etwa: Wir sind alle völlig daneben) ist darauf gut aufgehoben. Die Fabelhaften Schwestern der Familie Cooke ist eins von diesen Büchern, das die Kluft zwischen Feuilleton und Bestsellerliste überbrückt, denn es ist einerseits schamlos emotional, andererseits sehr engagiert. Der Roman ist geschickt strukturiert – ich habe den großen Twist überhaupt nicht kommen sehen, obwohl es im Nachhinein eine Menge dezent gestreuter Hinweise gab -, er ist spannend, hat eine leichte, ironische Erzählstimme und behandelt Themen, um die es nicht in jedem zweiten preisverdächtigen Roman geht. Trotzdem habe ich Karen Joy Fowlers Buch zwar gerne gelesen und war emotional total dabei (sogar ein, zwei Tränchen sind geflossen), aber sie hat mich trotzdem nie richtig gepackt. Dazu hat mir dann doch ein bisschen der Biss gefehlt.

Die Chancen

Ich glaube nicht an einen Sieg von Karen Joy Fowler. Fowler ist Amerikanerin, und es gab im Vorfeld so viel Kritik daran, dass der Preis jetzt auch für amerikanische Autoren geöffnet ist, so viel Sorge, dass die Amerikaner ihn komplett übernehmen könnten… Ich glaube da müsste schon ein überragender Roman her, damit ein amerikanischer Autor eine echte Gewinnchance hat. Und zur Sicherheit war der für mich überragendste amerikanische Roman des Jahres – Donna Tartts Distelfink, erst gar nicht nominiert. Dazu kommt, dass die Geschichte im Vergleich zu den letzten Gewinnern eher ‚klein‘ ist und vor allem legen die Booker-Judges normalerweise Wert auf genau den Biss, der den Fabelhaften Schwestern der Familie Cooke fehlt. Andererseits ist es dem Roman auch irgendwie gelungen, auf der Shortlist des Nebula-Award zu landen, obwohl es gar kein fantastisches oder SciFi-Element gibt. Also wer weiß.

Der Booker Price bei PopKulturSchock

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Ein sehr lesbares Buch mit vielen wichtigen Themen und einem gewaltigen Twist. Wenn Karen Joy Fowler den Booker gewinnen sollte, wäre ich trotzdem sehr überrascht.

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