Paste your Google Webmaster Tools verification code here

Buch-Kritik: E. L. James – Shades of Grey – Gefährliche Liebe (Band 2)

Buch
Item Reviewed

Buch-Kritik: E. L. James – Shades of Grey – Gefährliche Liebe (Band 2)

Author


Der zweite Band von E. L. James Megaseller-Trilogie ist tatsächlich ‚darker‘ – und trotzdem blumiger.

E. L. James‘ Debütroman 50 Shades of Grey endet mit einem kleinen Paukenschlag – ACHTUNG, SPOILER! -: Die nicht mehr gar so unschuldige Anastasia verlässt ihren dunklen Prinzen, den schönen Christian Grey, weil sie doch ein paar Farbtöne zu unschuldig ist für seine dunkelsten Bedürfnisse.

Für niemanden, der auch nur von der Bestsellerserie gehört hat – Mommy Porn hat das amerikanische Feuilleton den neugeschaffenen Genremix aus SMBD-Erotika und Romance ein bisschen bösartig getauft -, dürfte der Anfang von Band 2 eine Überraschung sein: Es dauert keine 30 Seiten, bis Ana und Christian wieder vereint sind, diesmal in einer etwas anders gelagerten Beziehung: Romantik statt Kontrakt und Blümchensex statt Hieben. Denn Christian hat nach Anas Abflug realisiert, dass er ohne sie nicht leben kann und will es – bevor er sie gar nicht haben kann – mit einer regulären Beziehung versuchen. SPOILER ENDE

Während Band 1 also die erotischen Grenzen von Anastasia erkundet hat, wendet sich Band 2 – wenn auch immer noch aus ihrer Perspektive erzählt – seinen Grenzen zu. Christian Grey ist ein interessanter Charakter, der sich hier viel weiter von seinem Vorbild löst, Stephenie Meyers Traum-Vampir Edward, als im Vorgänger. Aus seiner gelinde gesagt schwierigen Kindheit hat er jede Menge Traumata mitgebracht: Angst vor Berührung, furchtbare Albträume, Verlustängste und einen höchst ungesunden Selbsthass. Die Erkundung von Christians Grenzen ist deshalb nicht der erotische Rausch des ersten Bandes, sondern eher eine Art Charakterstudie.

Natürlich heißt das nicht, dass E. L. James auf Sexszenen verzichtet, aber die Suche nach dem ultimativen Kick weicht (meistens) der nach Intimität und Zärtlichkeit, dem einander Erkunden.

Die Dramaturgie von Shades of Grey – Gefährliche Liebe leidet ein bisschen unter dem neuen Konzept. Nachdem Ana und Christian wieder zusammen sind, begleiten wir sie auf Parties, Segeltörns, ins Restaurant, im Alltag. Und auch wenn die Schatten aus Christians Vergangenheit immer wieder Thema sind, nimmt das dem Roman erstens Tempo und zweitens einen Teil des Knisterns.

Beides zieht E. L. James nach knappen zwei Dritteln wieder an, um auf den letzten 150 Seiten genug Drama (und heißen Sex) für zwei weitere Bände unterzubringen; inklusive einem kleinen Cliffhanger für Band 3, der Ende Oktober erscheint.

Zweite Bände sind nicht einfach, vor allem wenn eine ganze Armee Leser sehnsüchtig darauf wartet. Dieses Problem ist E. L. James umgangen, alle drei Teile hatte sie bereits im Internet veröffentlicht als der Hype losging. Trotzdem kann es nicht einfach gewesen sein, eine konsequente Fortsetzung zu konzipieren, schließlich ist Band 1 doch sehr stark von den ersten Annäherungsversuchen und der Aufregung um Christians sexuelle Vorlieben angetrieben. Sich auf seine Dämonen zu konzentrieren, war ein guter Schachzug. Trotzdem verschiebt das die Balance von Romantik und Erotik sehr zugunstem von ersterem, auch wenn die Quantität der Sexszenen nicht abnimmt.

Auch stilistisch hat sich E. L. James nicht spürbar weiterentwickelt. Die „oh my“s und „holy shit“s sind zwar Gott sei Dank weniger geworden, dafür fällt jetzt jede Frau, der das frisch gebackene Paar begegnet, fast in Ohnmacht ob Christians Schönheit oder tötet Ana mit Blicken; und auch die berüchtigte „innere Göttin“ hat weiterhin anstrengend viele Auftritte. Diejenigen, denen der erste Band schon zu brav – oder nicht niveauvoll genug – war, werden mit Shades of Grey – Gefährliche Liebe wenig Freude haben; die Romance-Fans unter James‘ Lesern und diejenigen, die über die stilistischen Mängel hinwegsehen können, dafür vielleicht umso mehr.

Bewertung
Wir finden:
Ihr findet:
Hier bewerten
Total
Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Eure Meinung zum Artikel
33%
0%
33%
33%
Kommentare
Antworten

Antwoten

Total

}