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Kritik: Edge of Tomorrow (Blu-ray)

Film
Überblick
Item Reviewed

Edge of Tomorrow

Author
8. Oktober 2014
Genre

Science Fiction, Action, Kriegsfilm

Regisseur

Doug Liman

Besetzung

Tom Cruise, Emily Blunt, Brendan Gleeson, Bill Paxton

Drehbuch

Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth

Kommt aus

USA

Jahr

2014

Länge

113 Minuten

Eine technisch überragende Blu-ray zu einem zu Unrecht übersehenen Film, mit verbesserungsfähigem Bonusmaterial

Edge of Tomorrow PosterEdge of Tomorrow, anders als sein Protagonist, kommt direkt zur Sache: Ein Zusammenschnitt aus Nachrichten fasst in wenigen Augenblicken die Vorgeschichte zusammen: Nach einer außerirdischen Invasion in der nahen Zukunft ist nach kurzer Zeit das europäische Festland gefallen; britische und amerikanische Streitkräfte sammeln sich in England, um die glibbrigen Aggressoren zurückzudrängen.

Am Vortag der großen Schlacht – einer Art futuristischem D-Day – wird der auf PR spezialisierte, kampfunerfahrene Offizier Bill Cage (Tom Cruise) überraschend an die Front abgeordert. Seine Versuche, sich aus dem Einsatz herauszuwinden bleiben ohne Erfolg, und wenige Augenblicke nachdem die Schlacht begonnen hat, ist sie für Cage schon wieder vorbei. Der vermeintlich Tote wacht daraufhin am Vortag auf, nur um wieder hilflos über dem selben blutigen Schlachtfeld – einer Kreuzung aus Saving Private Ryan und Starship Troopers – abgeworfen zu werden.

Edge of TomorrowMit der Hilfe des Drehbuchs von Die üblichen Verdächtigen-Autor Christopher McQuarrie (auf der Grundlage des Manga All You Need is Kill) hat Regisseur Doug Liman (The Bourne Identity) aus bekannten Zutaten– Und täglich grüßt das Murmeltier, Source Code, Matrix – einen cleveren, schnell erzählten und vor allem überraschend witzigen Film gedreht. Tom Cruise liefert als Feigling, der vergeblich versucht, andere mit seinem schmierigem Charme zu manipulieren, eine der besten Leistungen seiner Karriere ab und glänzt vor allem im Zusammenspiel mit Emily Blunt. Die spielt eine abgebrühte Kriegsheldin, die ihre eigenen Erfahrungen mit Déjà Vus gemacht hat.

Doug Limans Film stützt sich nicht nur auf das clevere Script, die polierte Sci-Fi Optik (die außerirdischen „Mimics“ sind beeindruckend designt) und sein Ensemble (u.a. Bill Paxton und Brendan Gleeson), sondern überträgt vor allem das manische Tempo seiner unterschätzten Slacker-Komödie Go auf das futuristische Schlachtfeld – und hält es bis zum spannenden, wenn auch etwas vorhersehbaren, Ende. Die Trailer lassen ein uninspiriertes, generisches Starvehikel vermuten, aber Edge of Tomorrow ist genau das nicht, sondern der originellste Sci Fi-Actionfilm seit Looper und die bisher größte Überraschung des Kinojahres 2014.

Trailer:

Zur Blu-ray:

Technisch ist Edge of Tomorrow annährend perfekt umgesetzt. Das desaturierte, oft dreckige Farbschema entspricht genau der Kino-Präsentation, mit sehr ordentlichem Kontrast und guten Schwarzwerten. Gelegentlich wird das Bild etwas dunkel, aber nie auf Kosten der Details.

Der Ton, sowohl Englisch als auch Deutsch (beides in DTS HD-MA 7.1) klingt transparent und kraftvoll, mit ordentlichem Bass. Auch die Surroundkanäle sind effektiv genutzt, vor allem in den Schlachtszenen am Strand, in denen Geschosse und Explosionen aus allen Ecken zischen.

Die Featurettes (insgesamt etwas mehr als eine Stunde) sind informativ und befassen sich gleichermaßen mit Design, Effekten und den Dreharbeiten. Eine interessante Erkenntnis ist vor allem die umfangreiche Rolle von 2nd Unit-Regisseur Simon Crane (Stunt Coordinator bei Soldat James Ryan, was sicher kein Zufall ist), den Liman als seinen de facto Co-Regisseur bezeichnet. Interviews mit Liman, Cruise, Blunt und Paxton sind ebenso interessant wie Kommentare von Produktionsteam und Nebendarstellern.

Schade ist, dass die Autoren Christopher McQuarrie sowie Jez & Henry Butterworth überhaupt nicht zu Wort kommen und auch nicht namentlich genannt werden (Liman erwähnt irgendwann, der „Writer“ arbeite gerade am dritten Akt). Unerklärlicherweise fehlt auch jeder Verweis auf die Vorlage, den japanischen Manga (und Roman) All You Need Is Kill und dessen Autor Hiroshi Sakurazaka. Eine Featurette zur Adaption und zu Unterschieden zwischen Comic und Film wäre interessant gewesen.

Ein Trailer fehlt leider auch, dafür sind eine Handvoll sehenswerter nicht verwendeter Szenen (mit zum Teil unfertigen Effekten) vorhanden.

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Unterm Strich

Edge of Tomorrow mag für viele Kinogänger unter dem Radar geflogen sein, aber das das Auch Die Vorbilder sind deutlich zu erkennen - Matrix, Starship Troopers, Groundhog Day und das Spiel Gears of War, um nur einige zu nennen - aber Edge of Tomorrow ist kein Rip-off, sondern entwickelt schnell eine eigene Identität, dank eines cleveren Drehbuchs, temporeicher Regie und einer überzeugenden Performance von Tom Cruise.

Die Blu-ray ist technisch herausragend; das Bonusmaterial ist unterhaltsam und informativ, ignoriert aber vollkommen die Tatsache, dass Edge of Tomorrow eine Adaption ist.

Pop/Kultur/Schock: Pop
Trotz philosophischer Ansätze ist Doug Limans Film vor allem ein rasanter, unterhaltsamer Blockbuster.

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  • 26. Mai 2014 auf 15:13

    kann ich nur bestätigen :)

  • 27. Mai 2014 auf 08:51

    Danke für die Kritik! Ich bin schon gespannt auf den Film und hatte mich bisher noch nicht wirklich zu freuen gewagt. Jetzt tu ich es doch. SF mit cleveren Scripts sollte es sowieso mehr geben, finde ich. “Looper” fand ich, das nur als kurze Fußnote, enttäuschend. Ich hoffe also, “Edge of Tomorrow”, wird mir besser gefallen. ;)

    • 27. Mai 2014 auf 10:59

      Looper ist vielleicht auch kein 100%ig passender Vergleich, aber Looper und Matrix waren die beiden ähnlich gesinnten Sci Fi-Filme die quasi aus dem Nichts gekommen sind. Den Film auf eine Stufe mit Matrix zu stellen, wäre vielleicht etwas hoch gegriffen gewesen.
      Ich fand Edge of Tomorrow tatsächlich deutlich besser als Looper, bei letzterem war ich von Showdown und Auflösung ziemlich enttäuscht. Hier war die Auflösung zwar nicht die allergrößte Überraschung, aber immerhin solide – etwa so wie das Ende von Breaking Bad :)

      • 27. Mai 2014 auf 20:25

        Wenn wir beim Showdown von “Looper” von dem Moment an sprechen, als sich die Handlung auf die Farm verlagerte – volle Zustimmung. ;)

        Und von Breaking Bad kenne ich bisher nur die erste Staffel. Es gibt noch viel zu tun …

        • 27. Mai 2014 auf 20:52

          Ja, genau den Teil mit der Farm meinte ich. Und was Breaking Bad angeht: Freu dich drauf. Die einzige Serie die ich kenne, bei der jede Staffel besser war als die davor.

  • 29. Mai 2014 auf 20:15

    Inzwischen habe ich den Film auch gesehen und ja, ich hatte viel Spaß. Was mich nicht so überzeugt hat, war der Showdown. Da mussten sie halt den Handlungsfaden bis zum Ende ablaufen lassen, aber eigentlich war es nur Ballerei und Action, die gelangweilt hat. Eine andere Sache, die nicht meine Sache war, waren die Spezialeffekte, allen voran natürlich die “Mimics” (optisch, aber auch die akustische Begleitung) – aber das ist eine ganz persönliche Sache, ich stehe halt grundsätzlich nicht so auf digitale Spezialeffekte. Aber diesen Einwänden will ich jetzt nicht zu viel Raum geben. Über weite Strecken hat mir der Film wirklich gefallen.

    • 30. Mai 2014 auf 11:59

      Ich weiß was du meinst, es ist bei cleveren Sci-Fi Filmen ja ganz oft so, dass der letzte Akt nur aus Action besteht (gestört hat mich das vor allem bei Elysium). Hier war es für mich okay, weil der Showdown a) sehr kurz und b) sehr gut inszeniert war. Aber ich fand auch, dass das Ende der schwächste Teil des Films war.

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