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CD-Kritik: Blackfield – Welcome to my DNA

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CD-Kritik: Blackfield – Welcome to my DNA

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Gewohnt melancholisch, ungewohnt sperrig: Steven Wilson & Aviv Geffen

Der Brite Steven Wilson ist ein musikalisches Chamäleon. Ob er Metal-Bands wie Opeth oder Orphaned Land produziert, die komplette Diskographie der Prog-Pioniere King Crimson neu abmischt oder selbst Musik aufnimmt: Mit der Avantgarde Pop-Band No-Man oder seiner erfolgreichsten Band Porcupine Tree– alles klingt nach Steven Wilson, auch wenn es aus verschiedenen musikalischen Universen zu kommen scheint.

Seit einem knappen Jahrzehnt nimmt Wilson auch hin und wieder Musik mit dem israelischen Popstar und Friedensaktivisten Aviv Geffen auf. Das gemeinsame Projekt heißt Blackfield und produziert melancholische, verschrobene Pop-Klänge:

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Beim neuen, mittlerweile dritten Album Welcome to my DNA hat sich Wilson sehr stark zurückgenommen. Zehn der Elf Songs stammen diesmal aus der Feder von Geffen. Der war schon lange vor Blackfield ein Star in seiner Heimat Israel und sein Hit „It’s Cloudy Now“ (später von Blackfield eingespielt als „Cloudy Now“) wurde trotz Radio-Boykotts zu einer Hymne der israelischen Friedensbewegung. Als Teil von Blackfield ist Geffen weniger politisch, aber die Musik ist trotzdem alles andere als upbeat: Die Emotionen reichen von wehmütig (Far Away) über resigniert (Oxygen) bis wütend – besonders bei  „Go To Hell“, das Aviv für seine Eltern geschrieben hat. Überhaupt ist Welcome to my DNA – wie der Titel verspricht –ein sehr persönliches Album.

Die unvermittelten Pop-Hooks der beiden Vorgänger gibt es nur noch ganz vereinzelt, was vermutlich den einen oder anderen Fan enttäuscht; es lohnt sich aber, den Songs etwas Zeit zu geben. Alle elf Songs, vor allem das folkloristisch-rockige Quasi-Instrumental Blood und die hypnotische Ballade „Zigota“ entfalten nach mehrmaligem Hören eine ganz eigene Magie. Die relativ gradlinige Single „Waving“ ist der einzige Beitrag von Steven Wilson und gehört auch zu den besten Tracks auf DNA.  Über das Video lässt sich dagegen streiten:

Steven Wilson ist ein Workaholic – alleine dieses Jahr hat er das im Herbst erscheinende neue Opeth-Album abgemischt, ein weiteres Album gemeinsam mit deren Sänger Mikael Åkerfeldt aufgenommen, und während er mit Blackfield tourt plant er bereits sein nächstes Solo-Album. Unter solchen Voraussetzungen sollte das von ihm wie gewohnt mitproduzierte Welcome to my DNA eigentlich nach Fließband oder zumindest halbherzig klingen. Tut es aber nicht. Die Musik ist – mit Ausnahme des Songs „Oxygen“ – diesmal sperriger und  komplexer als auf den beiden Vorgängern. Das sorgt dafür, dass diese Reise durch Blackfields DNA nicht so schnell langweilig wird.

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  • 8. Mai 2011 auf 22:15

    Ich werde nach dem Beitrag dem Album noch mal eine Chance geben, im ersten Durchlauf war es zugegebenermaßen durchgefallen obwohl mir Blackfield (I) gut gefallen hat (II schon nicht mehr so).

    • 8. Mai 2011 auf 22:42

      Lohnt sich. Blackfield II fand ich beim ersten Hören sehr toll und dann zunehmens schwächer. Beim neuen Album ist es eher umgekehrt.

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